Jürgens Weinlese Das Mekka der Weinprofis

Handesblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder war drei Tage auf der weltweit größten Messe für Fachhändler. Und er hat bei diversen Verkostungen interessante Entdeckungen gemacht.
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Auf der Messe Prowein zeigt die Hand eines Fachbesuchers auf die Weinflasche die er verköstigen möchte. Mehr als 4830 Aussteller aus 47 Ländern haben in Düsseldorf ihre Weine und Spirituosen präsentiert. Quelle: dpa

Auf der Messe Prowein zeigt die Hand eines Fachbesuchers auf die Weinflasche die er verköstigen möchte. Mehr als 4830 Aussteller aus 47 Ländern haben in Düsseldorf ihre Weine und Spirituosen präsentiert.

(Foto: dpa)

Es ist das Mekka der Weinprofis: Die Messe Prowein in Düsseldorf. Und es ist eine sehr gut organisierte Veranstaltung angesichts von 48.000 internationalen Fachbesuchern (ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 4.830 Ausstellern aus 47 Ländern.  Vor 20 Jahren fiel der Startschuss für die Düsseldorfer Messe, mit damals nur 312 Ausstellern.

Die italienischen Winzer schwärmten sogar überschwänglich von der Veranstaltung in Düsseldorf 2014. Denn während ihrer alljährlichen Messe, der Vinitaly in Verona, fiel einmal die komplette Nacht der Strom aus, so dass die Weißweine am anderen Tag nicht ausgeschenkt werden konnten.

Ich war alle drei Tage auf der Prowein und konnte dementsprechend viele Weine verkosten.  Hier meine ganz persönlichen Eindrücke, die auch nicht annähernd einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie können sich bestimmt vorstellen, dass ich innerhalb von drei Tagen nicht alle 4.830 Aussteller besuchen konnte.

Der deutsche Riesling ist weltweit bekannt und bereits ein Exportschlager, vor allem in den USA. Weniger bekannt sind die deutschen Rotweine. Kein Wunder, dass das Deutsche Weininstitut - die Marketingorganisation für deutsche Weine - Rotweine in den Vordergrund stellte. „Rote Favoriten“ nannte sie die Auswahl von 24 Weinen in vier verschiedenen Preiskategorien – von 5,40 Euro bis 31 Euro.

Mein roter Favorit war die Cuvée „Johannes G“, der ab Hof des Weingutes Eckehart Gröhl in Rheinhessen nur 11,90 Euro kostet. Bei den ersten Aromen in der Nase hatte ich sofort auf einen Wein getippt, der mindestens 20 Euro kostet.  Die im Holzfass gereifte Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Dorsa und Merlot ist ein beeriger, weicher und voller, auf den Punkt  gereifter Wein.

Die deutschen Weißweine, die ich probierte, waren fast alle sehr gut. Das Weingut Klumpp aus Baden hat beispielsweise gezeigt, warum die Juroren des Weinführers Eichelmann es zum Aufsteiger des Jahres 2014 gewählt haben. Bereits die einfachen Gutsweine gefielen mir sehr gut. Ein erstaunliches Aroma aus dieser Region bieten auch die Weine aus der Traube Chardonnay, die eigentlich keine typisch deutsche Traube ist. Der Kirchberg Chardonnay 2012 von Klumpp ist ein kraftvoller Wein, aber dennoch frisch und klar. Er hat eine feine Säure und ist sehr harmonisch – kostet aber 19 Euro.

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