Jürgens Weinlese Das milliardenschwere Champagner-Problem

Von wegen Champagner-Laune: Während das Geschäft mit dem Schaumwein grundsätzlich sprudelt, belasten Brexit und die Trump'sche Handelspolitik die Prognosen der Hersteller. Und auch beim Wein gibt es Wandel.
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Die Champagnerhersteller hadern mit Trump und Brexit. Quelle: dpa
Prickelnde Probleme

Die Champagnerhersteller hadern mit Trump und Brexit.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Verkaufszahlen von Champagner gelten als guter Indikator für die Weltwirtschaft. So sank der Absatz etwa während der Finanzkrise dramatisch. Im Jahr 2007 wurden weltweit noch 338,8 Millionen Flaschen verkauft, ein bisher unerreichter Rekordwert. Zwei Jahre später verließen nur 293,3 Millionen Flaschen des Kultgetränks die französische Region. Einen ähnlichen Rückgang gab es, als Anfang des Jahrtausends die Internetblase platzte.

Mittlerweile hat sich der Markt erholt, auch wenn es 2016 im Vergleich zum Jahr davor einen Rückgang um weltweit 2,1 Prozent gab. 306 Millionen Flaschen gegenüber 312,6 Millionen im Jahr 2015. Ein genauer Blick auf das, was verkauft wurde, zeigt zwei Trends: Wer Champagner kauft, ist bereit für die prickelnden Tropfen mehr Geld zu zahlen. Denn der weltweite Absatz sank nur um 0,6 Prozent. Und die Rosé-Farbe ist gefragt, der Umsatz dieser Sorte stieg um 8,6 Prozent.

Für Deutschland galt immer: prickelnd, aber billig. Denn mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund vier Liter pro Jahr wurden 2014 hierzulande über 400 Millionen Flaschen getrunken. Deutsche gelten als Schaumwein-Weltmeister, die meisten Tropfen waren jedoch nicht sehr hochwertig. Das scheint sich inzwischen zu wandeln.

Im Gegensatz zum sinkenden Umsatz weltweit stieg er hierzulande um 4,9 Prozent auf 12,5 Millionen Flaschen im vergangenen Jahr. Deutschland ist damit nach Absatzmenge weltweit der Exportmarkt Nummer drei. Nur in Frankreich selbst, in Großbritannien und in den USA wird mehr Champagne getrunken.

Das zeigt wiederum, vor welchen Risiken die Industrie steht. „Unsere Probleme lauten Brexit und Trump“, meint Jean-Marie Barillère, Co-Präsident des Verbandes. Schließlich erzielen die Champagner-Häuser mit Großbritannien und den USA zusammen einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro.

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