James-Bond-Regisseur Guy Hamilton mit 93 auf Mallorca gestorben

Mit „Goldfinger“ wurde er zur Kultfigur: Der britische Regisseur Guy Hamilton ist im Alter von 93 Jahren auf Mallorca verstorben. Eine der ersten Reaktionen kam von Ex-Bond-Darsteller Roger Moore.
Seine letzten Jahre verbrachte der Regisseur auf der Ferieninsel Mallorca. Quelle: AFP
Hamilton in Cannes

Seine letzten Jahre verbrachte der Regisseur auf der Ferieninsel Mallorca.

(Foto: AFP)

Palma de MallorcaDer britische Filmregisseur Guy Hamilton ist tot. Hamilton, der durch seine vier James-Bond-Filme Kultstatus erlangte, starb im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. Er sei am Mittwochabend gestorben, teilte die Sprecherin des „Hospital Juaneda Miramar“ in der Inselhauptstadt Palma der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Nach regionalen Medienberichten lebte Hamilton schon seit einigen Jahren zurückgezogen auf Mallorca.

Eine der ersten öffentlichen Reaktionen kam vom ehemaligen Bond-Darsteller Roger Moore. „Unglaublich, unglaublich betrübt zu hören, dass der wunderbare Regisseur Guy Hamilton zum großen Schneideraum im Himmel gegangen ist“, twitterte der 88-jährige Moore.

Hamilton führte bei vier Bond-Filmen Regie. Seinen Einstand in der Serie feierte er 1964 mit dem Klassiker und Kassenschlager „Goldfinger“ mit Sean Connery. Sieben Jahre später folgte „Diamantenfieber“, bei dem Connery seinen letzten Auftritt als „007“ hatte. Bei „Leben und sterben lassen“ (1973) und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) übernahm Moore die Hauptrolle.

Der 1922 in der französischen Hauptstadt Paris geborene Brite drehte auch andere bekannte Streifen, darunter den Spionage-Film „Finale in Berlin“ (1966) mit Michael Caine und Paul Hubschmid sowie die Agatha-Christie-Adaptionen „Mord im Spiegel“ (1980) und „Das Böse unter der Sonne“ (1982). Hamilton, der oft auch an Drehbüchern mitschrieb, drehte 1989 seinen letzten Film „Trau keinem Schurken“ mit Mario Adorf und David Carradine.

Geschüttelt, nicht gerührt
James-Bond-Darsteller
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Bei Madame Tussauds sind alle sechs bisherigen 007-Darsteller vertreten (von links): Roger Moore, Timothy Dalton, Daniel Craig, Sean Connery, George Lazenby und Pierce Brosnan.

connery
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Er begann die grandiose Filmserie: Sean Connery. Er spielte zwischen 1962 und 1967 in den Filmen „James Bond jagt Dr. No“, „Liebesgrüße aus Moskau“, „Goldfinger“, „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ mit. Es sind die immer gleichen Zutaten, die James Bond zu einem der größten Erfolge der Filmgeschichte gemacht haben. Der blendend aussehende und scheinbar unfehlbare Agent 007 im Geheimdienst Ihrer Majestät füllt auch 50 Jahre nach seinem Hollywood-Drehstart noch immer die Kinos. Am 16. Januar 1962 begannen auf Jamaika die Kameras für den ersten „Bond“ mit dem Titel „Dr. No“ zu surren - der Auftakt zu einem atemberaubenden Kapitel der Kinogeschichte.

George Lazenby
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George Lazenby spielte in nur einem Film mit, und zwar 1969 im Streifen „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Der Film ist dennoch ein Klassiker der Reihe geworden. „Geschüttelt, nicht gerührt“, mochte Bond seinen Wodka Martini, die Flirts mit Sekretärin Moneypenny sind schon legendär, ebenso wie die Affären mit den attraktiven Bond-Girls, die raffinierten Technik-Spielereien aus der Werkstatt von Tüftler „Q“ - und natürlich der Sieg des Guten zum Schluss: Fast alles hat über ein halbes Jahrhundert dem Zeitgeist in der Film-Industrie getrotzt.

roger moore
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Roger Moore gab der Figur einen neuen Schliff. Von 1973 bis 1985 prägte er als Hauptdarsteller die Bond-Filme: „Leben und sterben lassen“, „Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Der Spion, der mich liebte“, „Moonraker - Streng Geheim“, „In tödlicher Mission“, „Octopussy“ und schließlich „Im Angesicht des Todes“ lauteten die Streifen. Der Erfolg des Agententhrillers war 1962 keineswegs programmiert, als die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman sich endlich über die Filmrechte am Romanstoff von James-Bond-Schöpfer Ian Fleming geeinigt hatten. „Viel zu britisch“, hieß es damals in Hollywood. Selbst die Suche nach geeignetem Personal vor und hinter der Kamera hatte sich zuvor schwierig gestaltet.

Timothy Dalton
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Timothy Dalton lieh James Bond von 1987 bis 1989 sein Gesicht. Er spielte in den zwei Filmen „Der Hauch des Todes“ und „Lizenz zum Töten“ die Hauptrolle. Broccoli und Saltzman holten sich in den 60er Jahren auch bei der Regie erst einmal vier Absagen, ehe Terence Young einschlug. Die zur Legende gewordene Filmmusik soll Komponist Monty Norman angeblich in nur zwei Minuten geschrieben haben. John Barry arrangierte schließlich die Komposition, was zum jahrelangen Streit der beiden Musiker führte. Regisseur Young war es auch, der die Idee hatte, ein paar Witzeleien in die Handlung einzubauen. Begründung: Sonst besteht die Gefahr, dass die Sex- und Gewaltszenen nicht durch die Zensur kommen.

Pierce Brosnan
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Die Filme mit Hauptdarsteller Pierce Brosnan zwischen 1995 bis 2002 sind geprägt von düsteren High-Tech-Szenarien, in denen Bösewichte sich mit maschineller Hilfe die Welt zu eigen machen wollen. In „Goldeneye“, „Der Morgen stirbt nie“, „Die Welt ist nicht genug“ und „Stirb an einem anderen Tag“ konnte Brosnan sein Können unter Beweis stellen. Zu Beginn der Bond-Reihe lehnten mehrere Schauspieler den Auftrag ab. Für den Schauspieler Richard Johnson, der wie Richard Todd die dann schließlich an den Schotten Connery vergebene Bond-Rolle ablehnte, ist der Humor im Nachhinein eines der Erfolgsgeheimnisse: „Sean machte die Sache witzig, und das ist es, was den Erfolg ankurbelte.“ Inwieweit auch weibliche Reize zum Erfolgskonzept beitrugen, bleibt Spekulation. Der Auftritt der schweizerischen Schauspielerin Ursula Andress als jamaikanische Muschelfischerin Honey Rider im Bikini mit Messergurt machte jedenfalls für sich allein schon Filmgeschichte.

Daniel Craig
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Daniel Craig führte die Reihe schließlich ins High-Definition-Zeitalter. Er hat seit 2006 bereits in drei Filmen mitgespielt: „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“ sowie „Skyfall“. 50 Jahre nach dem Start hat der Agent, Weltretter und Frauenheld nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. „Skyfall“, der 23. Streifen aus der Erfolgsreihe, startet in Großbritannien am 26. Oktober in den Kinos.

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  • dpa
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