Neu im Kino Von Präsidentengattinnen, Helden und Zombies

Während das Attentat an US-Präsident Kennedy Bücherregale füllt, blieb seine Frau oft im Hintergrund. „Jackie“ schildert das Trauma aus Sicht der First Lady. Außerdem: Eine wahre Heldengeschichte und jede Menge Zombies.
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„Jacky“ – Eine First Lady wie aus dem Märchen

Dallas/ BerlinJacqueline Kennedy sitzt im pinken Kostüm weinend vor dem Badezimmerspiegel und wischt sich Blutspritzer aus dem Gesicht. Kurz zuvor hat eine Gewehrkugel den Schädel ihres Mannes zertrümmert, er ist in der Präsidentenlimousine in ihren Schoß gesackt. Nun ist er tot. Es ist die Stunde Null im nationalen Trauma der USA, der Ermordung John F. Kennedys in Dallas. Statt sich umzuziehen, lässt sie das blutbefleckte Kostüm an und sagt: „Lasst sie sehen, was sie angerichtet haben.“

Mit dem biografischen Drama „Jackie“ hat Regisseur Pablo Larraín ein Porträt der von Millionen geliebten First Lady gezeichnet. Natalie Portman hat sich dafür mit fast akribischer Genauigkeit in die Rolle der mit 36 Jahren damals fast gleich alten Kennedy hineingefunden, in ihre Sprache, ihre Gesten, in jede der von Historikern teils bis ins kleinste Detail beschriebenen Bewegungen wie die an jenem tragischen Freitag, dem 22. November 1963. Schauspielerisch ist es Portmans wohl beste Leistung, seit sie für „Black Swan“ 2011 einen Oscar gewann.

Welche deutschen Filme schon auf den Oscar hofften
1957
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Im Gleichschritt marsch: "Der Hauptmann von Köpenick" alias Harald Juhnke (l) tritt am 06.04.1997 mit seiner Kompanie vor dem Rathaus im Berliner Ortsteil Köpenick an. Im Original von 1956 des Drehbuchautors Helmut Käutner spielte Heinz Rühmann die Titelrolle. Der Film wurde der erste deutsche Nachkriegserfolg in den USA und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der Hauptmann von Köpenick wurde 1957 für den erstmals vergebenen Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

1958
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Mario Adorf schaffte seinen Durchbruch mit dem deutschen Spielfilm "Nachts, wenn der Teufel kam" von Robert Siodmak. Er spielte den Triebtäter Bruno Lüdke, dessen Fall während der NS-Zeit auf merkwürdige Weise abgewickelt wurde. Nach vielen positive Kritiken und viele Auszeichnungen, wurde der Film zu einem Publikumserfolg. 1958 erfolgte die Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.

1959
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Ein Jahr später wurde der deutsche Film Helden für den Oscar nominiert, konnte aber nicht gegenüber der Konkurrenz bestehen. Das Drehbuch des kurz nach der Wiederbewaffnung Deutschlands produzierten Filmes folgte in allen Zügen dem Theaterstück Arms and the Man von Shaw und spielt während des Bulgarisch-Serbischen Krieges im Jahre 1885. Mit über 3 Millionen Zuschauern wurde der Film seinerzeit ein Riesenerfolg.

1960
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Der deutsche Antikriegsfilm ''Die Brücke'' aus dem Jahr 1959, basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Gregor Dorfmeister und thematisiert dessen persönliche Kriegserlebnisse. Im Mittelpunkt steht die deutsche Jungend welche im Nationalsozialismus herangezogen wird. „Die Brücke“ ist einer der deutschen Spielfilme, der nach 1945 mit den meisten Preisen ausgezeichnet wurde. Trotz dessen konnte er die Oscar-Nominierung im Jahr 1960 nicht für sich entscheiden.

1974
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Erst vierzehn Jahre später wurde ein neuer Hoffnungsträger für den Oscar nominiert: ''Der Fußgänger'' erhielt insgesamt 49 nationale und internationale Preise, gewann die Auszeichnung 'Bester fremdsprachiger Film' im Jahr 1974 jedoch leider nicht. Der Film beschäftigt sich mit den kriminellen Machenschaften des Großindustriellen Giese und beschreibt aus verschiedenen Perspektiven wie sich die einzelnen Charaktere auf den bevorstehenden Prozess vorbereiten.

1977
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Bei ''Jakob, der Lügner'' handelt sich um eine Verfilmung von Jurek Beckers Roman. Hunger, Krankheit und Tod sind Alltag im jüdischen Ghetto in Polen während das zweiten Weltkrieges. Jakob gibt den Ghetto-Bewohnern ein Stückchen Hoffnung. Er erfindet Nachrichten über alliierte Erfolge gegen die Nazis, die sich wie ein Lauffeuer verbreiten. 1977 reichte es nur für die Nominierung zum besten fremdsprachigen Film.

1979
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Gleich zwei deutsche Filme schafften es 1979 auf die Nominierungsliste für den Oskar. Darunter: ''Mama, ich lebe'', ein Kriegsdrama von Konrad Wolf, in dem sich deutsche Rekruten entscheiden, gegen die Wehrmacht zu kämpfen.

Kaum ein Ereignis ist so minuziös aufgearbeitet worden wie der Mord an „JFK“, und meist ist Jackie Kennedy dabei als trauernde Witwe im Hintergrund geblieben. In einer gelungenen Mischung aus historisch belegten Fakten und Fiktion lässt Drehbuchautor Noah Oppenheim nun in ihr zerrissenes Gemüt blicken: Mutter Jackie, die ihren Kindern sagen muss, dass der Vater nicht nach Hause kommt. Die vereinsamte Jackie, die rauchend, trinkend und Pillen schluckend durch ein verlassenes Weißes Haus irrt. Die Jackie des Volkes, die Contenance bewahrt und das Staatsbegräbnis ihres Mannes plant („Es muss wunderschön sein“).

Es ist eine existenziellen Krise einer der berühmtesten Frauen der Vereinigten Staaten, eine von Tränen getränkte Selbstsuche nach der eigenen Persönlichkeit, die ohne „Jack“ und ohne die Präsidentschaft plötzlich so leer erscheint. Aber statt sie auf „Mrs. John F. Kennedy“ zu reduzieren, wie der Ansager einer TV-Sendung sie beim Besuch im Weißen Haus im Jahr 1961 vorstellt, lässt Portman das Publikum in Jackies persönliche Seite blicken. Privat ist sie frech, insgeheim verängstig.

Als dramaturgischer Anker dient das exklusive Interview mit der Witwe Kennedy, das Theodore White mit ihr für das „Life“-Magazin eine Woche nach dem Mord führte. „Sie wollen, dass ich das Geräusch der Kugel beschreibe, als sie mit dem Schädel meines Mannes zusammenstieß“, sagt sie. „Sein Kopf war so schön, sein Mund war so schön – er hatte den wundervollsten Ausdruck im Gesicht“, diktiert sie dem Reporter in den Block, nur um kurz darauf zu sagen: „Glauben Sie auch nicht eine Minute, dass ich Sie das werde veröffentlichen lassen.“

Von der Suche nach einem passenden Grab auf dem Nationalfriedhof in Arlington bis zum Streit, ob der Trauermarsch zu Fuß dorthin ein zu großes Sicherheitsrisiko für sie, ihre Kinder und die Staatsgäste darstellt: Die öffentliche Wahrnehmung von JFK hat seine Witwe bis zuletzt entscheidend geprägt. Erst Schwager Bobby (Peter Sarsgaard) macht ihr klar, dass der Maßstab etwas zu groß sein mag für einen Präsidenten, der politisch nicht viel mehr geleistet hat, als die Kuba-Krise abzuwenden, die er womöglich selbst verschuldete. Der Rückzug aus Vietnam kam später, das Gesetz gegen die Trennung der Schwarzen und Weißen unterschrieb Kennedys Vizepräsident und Nachfolger Lyndon B. Johnson.

„Irgendwo auf dem Weg habe ich den Überblick verloren, was echt ist und was gespielt“, sagt Jackie. Für sich mag sie diese Frage bis zu ihrem Krebstod im Jahr 1994 nach zweiter Ehe nicht mehr gelöst haben. Zumindest den Reporter zwingt sie aber, das Image der glanzvollen Kennedy-Dynastie mit dem Spitznamen Camelot aufrecht zu erhalten. Ihm sagt sie zum Abschied: „Menschen mögen es, an Märchen zu glauben.“

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1 Kommentar zu "Neu im Kino: Von Präsidentengattinnen, Helden und Zombies"

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  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

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