Programmaussicht ZDF will Böhmermann viel Freiraum geben

Moderator Jan Böhmermann ist ein Zugpferd für die ZDF-Senderfamilie. ZDF-Programmchef Himmler sagt, was er mit dem Satiriker weiter vorhat. Und was aus „Bella Block“ wird, wenn Hannelore Hoger aufhört.
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Das ZDF ermöglicht dem Moderator weitere Freiheiten. Dieser bleibt aber beim Spartensender ZDFneo. Quelle: dpa
Jan Böhmermann

Das ZDF ermöglicht dem Moderator weitere Freiheiten. Dieser bleibt aber beim Spartensender ZDFneo.

(Foto: dpa)

MainzDas ZDF setzt auch in Zukunft auf Jan Böhmermann – aber plant vorerst kein eigenes Format mit dem Moderator im Hauptprogramm. „Er soll sich selbst und seine Sendung weiterentwickeln. Wir versuchen, ihm dafür möglichst viel Unterstützung und Freiraum zu geben“, sagte ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler im dpa-Interview über Böhmermanns „Neo Magazin Royale im Digitalkanal ZDFneo. Eine Late-Night-Show mit Böhmermann plant Himmler in absehbarer Zeit nicht: „Er ist so einzigartig als Typ, so dass man ihn in keine Schublade stecken kann. Das ist auch das Besondere an ihm.“

Der Programmchef verwies auf die Bekanntheit der Sendung: „‚Neo Magazin Royale‘ mit Jan Böhmermann bei ZDFneo zeigt, dass auch eine kleine Show eine riesige Aufmerksamkeit haben kann, auch wenn nicht jede Sendung gleich zur Abschaffung von Paragrafen führen muss.“ Damit sprach Himmler indirekt das „Schmähgedicht“ von Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an. Die Mainzer Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen gegen den TV-Satiriker unter anderem wegen Verdachts auf Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts eingestellt. Die Bundesregierung will diesen Paragrafen abschaffen.

Ein anderer „Bestseller“ wird dagegen bald zu Ende gehen. Das ZDF will die Krimi-Reihe „Bella Block“ mit dem Ausscheiden von Hannelore Hoger beenden. „Wenn ein Format so eng und über mehr als zwei Jahrzehnte an eine Schauspielerin geknüpft ist, die sich auch sehr mit der Rolle identifiziert, ist es nicht möglich zu sagen, da schlüpft jemand in die gleiche Figur“, sagte Himmler. „Dann muss man den Mut haben, bei den Samstags-Krimis neue Figuren aufzubauen wie etwa „Helen Dorn“ mit Anna Loos oder „Kommissarin Heller“ mit Lisa Wagner.“ Hoger will die Rolle, die sie seit der Erstausstrahlung 1994 spielt, abgeben. Der letzte Fall soll in diesem Jahr verfilmt werden.

Das „Traumschiff“ wird jedoch auch ohne Heide Keller als Chefstewardess Beatrice weiterfahren. „Wir werden nicht versuchen, sie zu ersetzen, aber wir werden eine neue Figur auf dem „Traumschiff“ etablieren“, kündigte Himmler an. „Da gibt es aber noch keinen Namen.“ Keller hatte im Januar angekündigt, dass sie beim „Traumschiff“ aufhört. Sie ist seit dem Start der Serie 1981 dabei.

Tops und Flops im Fernsehjahr 2016
Platz 12: „Das WTA-Finale“
1 von 12

Angelique Kerber gehört zu den weltbesten Tenniscracks. Im Fernsehen ist sie allerdings nicht allzu interessant. Den endgültigen Abschluss des WTA-Finales in Singapur schauten gerade mal 1,6 Millionen Menschen. Für das ZDF war das leider eine Pleite.

Platz 11: „Die große Show der Träume“
2 von 12

Die Schweizer Moderatorin Beatrice Egli bietet eine Bühne, auf der sich ihre Gäste austoben können. Die Sendung erreichte allerdings nur knapp 2,6 Millionen Zuschauer auf dem Ersten.

Platz 10: „4 geben alles“
3 von 12

Das von Steven Gätjen moderierte Familienduell erzielte nur schlechte Einschaltquoten. Nur 2,6 Millionen Zuschauer haben die Show beim ZDF verfolgt.

Platz 9: „Der Andere“
4 von 12

Die Geschichte um den jungen Flüchtling Nama (Nama Traore) und Willi (Jesper Christensen) wurde von Kritikern gelobt. Die Zuschauer bleiben dennoch aus. gerade einmal 2,9 Millionen Menschen konnten sich für das Drama begeistern.

Platz 8: „Vorstadtweiber“
5 von 12

Die Persiflage der Wiener Nobelviertel kann in Deutschland nur bedingt Punkten. Mit ihren drei Staffeln erzielte die Serie im Schnitt nur ungefähr drei Millionen Zuschauer. An den ähnlichen US-Serienhit „Desperate Housewives“ kommt die Show nicht ran.

Platz 7: „Böse Wetter“
6 von 12

Der letzte Film mit Götz George ist ein Krimi-Drama, das sich mit einem Grubenunglück aus der DDR-Zeit beschäftigt. Das kam gut bei den Zuschauern an. Rund fünf Millionen Menschen haben den Film gesehen.

Platz 6: „Ku'damm 56“
7 von 12

Der Dreiteiler erzählt die Geschichte dreier Töchter einer Tanzschulbesitzerin. Während zwei sich damit zufrieden geben, dass ihr Leben über den Platz an der Seite eines Mannes bestimmt wird, kämpft die von Sonja Gerhardt verkörperte Monika um die Gunst ihrer Mutter und gegen die damaligen Konventionen. Zwischen 5,5 und 6,3 Millionen Zuschauer konnten sich für die Filme begeistern.

Die Zukunft der Unterhaltung sieht das ZDF nicht nur in der großen Samstagabend-Show. „Warum soll ich mit aller Gewalt nach dem neuen „Wetten, dass..?“ suchen, wenn ich merke, dass ich an anderen Stellen mit Unterhaltungsprogrammen erfolgreich sein kann?“, sagte Himmler. „Die „heute show“ hatte Ende Januar 4,6 Millionen Zuschauer, das schafft kaum eine Prime-Time-Show um 20:15 Uhr.“ Die Nachmittagssendung „Bares für Rares“ habe rund drei Millionen Zuschauer. Moderator Horst Lichter soll im Sommer zweimal um 20:15 Uhr zu sehen sein.

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  • dpa
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