Reality-Show Dschungelcamp in der heißen Phase – eine Zwischenbilanz

Beim Dschungelcamp hat die Rauswurfphase begonnen. Jetzt gibt es jeden Abend einen Abgang – mit mindestens einer Ausnahme. Das Interesse der Zuschauer dürfte damit in den kommenden Tagen steigen. Eine Zwischenbilanz.
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Auch die zwölfte Staffel der Reality-Show wird von Daniel Hartwich und Sonja Zietlow moderiert. Quelle: dpa
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!

Auch die zwölfte Staffel der Reality-Show wird von Daniel Hartwich und Sonja Zietlow moderiert.

(Foto: dpa)

Berlin/CoolangattaDas Dschungelcamp geht mit der zweiten Woche in die heiße Phase. Am Donnerstagabend ist mit Schauspielerin Sandra Steffl („Rossini“) die erste Teilnehmerin der RTL-Show rausgeflogen. Besonders traurig schien die 47-Jährige nicht darüber zu sein, dass sie bei der Telefonabstimmung die wenigsten Anrufe bekommen hatte. Im Gegenteil, ihr war die Erleichterung anzumerken. Auch andere Teilnehmer hatten in den Tagen davor immer wieder gestöhnt, geächzt, gejammert, geweint und geklagt, über Schikanen bei den campüblichen Aufgaben mit Ekelfaktor zum Beispiel oder wie Daniele Negroni (22) über den schmerzhaften Verzicht auf Zigaretten.

Soulsänger Sydney Youngblood (57) hat bereits mehrfach angedeutet, nicht lange bleiben zu wollen. „Ich kann nicht mehr. Ich will gehen. Ich packe“, vertraute er am Donnerstagabend dem Dschungeltelefon an. Noch vor der Rauswurfphase hatte sich am Mittwoch das 21-jährige Transgender-Model Giuliana Farfalla vorzeitig verabschiedet und erklärt: „Ich bin nicht gut in sowas, deshalb halte ich es kurz: Ich gehe nach Hause.“

Das Zuschauerinteresse ist diesmal eher nicht rekordverdächtig: Mit 6,49 Millionen zum Auftakt am Freitag vor einer Woche war schon der Start nicht berauschend, im Jahr davor waren es noch 7,36 Millionen. Und an den Abenden danach gingen die Zuschauerzahlen zunächst sogar noch runter.

Woran liegt das? „Die schwachen Quoten sind zum einen bedingt durch beginnende Abnutzungseffekte des Formats einerseits und den geringen Bekanntheitsgrad der Teilnehmer andererseits“, erklärt Medienwissenschaftlerin Joan Bleicher von der Universität Hamburg. Bei wenig bekannten Stars fehlten die verschiedenen Fancommunities, die man miteinander zu optimalen Zuschauerzahlen verknüpfen könne.

Wer hat das Zeug zum Quotenhit?
Keine Konkurrenz für König Fußball
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Welcher Sender wird Ende 2018 die Nase vorn haben? Die Antwort dürfte nicht schwer ausfallen. Vermutlich wieder das Erste und das ZDF und vielleicht noch deutlicher als sonst, denn beide übertragen im Sommer einen Monat lang die Begegnungen der Fußball-Weltmeisterschaft, für die sich viele Zuschauer interessieren. Aber auch abgesehen von den sportlichen Höhepunkten wird viel in Programme investiert, denn den traditionellen Anbietern aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Bereich sitzen die immer stärker werdenden Streamingdienste im Nacken.

Das Erste
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Eines der größten Programmereignisse muss sich die ARD teilen: Die historische Krimiserie „Babylon Berlin“ lief bereits beim Abo-Anbieter Sky – die 16 Folgen sollen im Herbst 2018 im Ersten zu sehen sein. Außerdem kommen neue sechs Teile der historischen Serie „Weissensee“ ins Programm sowie zwei weitere Anwaltsserien (neben „Die Kanzlei“) für den Dienstag: „Falk“, sechs Folgen mit Fritz Karl und Alessija Lause, sowie „Die Heiland: Wir sind Anwalt“ in sechs Folgen mit Lisa Martinek und Anna Fischer.

Eines der bekanntesten Geiseldramen
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Zu den neuen Film-Highlights gehört unter anderem fürs erste Quartal das zweiteilige Drama „Gladbeck“ über die dreitägige Geiselnahme im August 1988. Im Zweiteiler wirken unter anderem Zsa Zsa Inci Bürkle, Sascha A. Gersak, Ulrich Noethen und Martin Wuttke mit. Am Film-Mittwoch sind diverse Premieren zu erwarten, unter anderem die Gesellschaftssatire „Ich und R“ über den Modemacher Rudolph Moshammer mit Thomas Schmauser und Hannelore Elsner.

Sport bei den Öffentlichen
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Uneingeschränktes sportliches Highlight im Ersten und ZDF ist die Fußball-WM in Russland, bei der Deutschland zwischen dem 14. Juni bis 15. Juli seinen Titel verteidigen will. Im Februar stehen ebenfalls zusammen mit dem ZDF die Olympischen Winterspiele in Südkorea an.

ZDF
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Am 1. Januar sticht „Das Traumschiff“ ein letztes Mal mit Heide Keller als Chef-Stewardess Beatrice in See. Die 78-Jährige gehörte seit dem Start der Reihe vor gut 36 Jahren zum festen Ensemble. Eine Woche später läuft der fiktive, historische Dreiteiler „Tannbach“, der die Situation in einem durch die deutsch-deutsche Grenze geteilten Dorf schildert. Vor zwei Jahren war der erste Dreiteiler über „Tannbach“ zu sehen.

Ersehnte Fortsetzung
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Einer der Höhepunkte dürfte dann der Mehrteiler „Ku'damm 59“ sein. Er fußt auf dem 2016 gezeigten Dreiteiler „Ku'damm 56“, der in einer Berliner Tanzschule der 50er-Jahre spielte – mit Claudia Michelsen (2.v.r.) als Chefin mit eiserner Hand und ihren Töchtern (Emilia Schüle (l.), Sonja Gerhardt (2.v.l.) und Maria Ehrich). Zu den Highlights zählen die Produktionen „Der namenlose Tag“ von Volker Schlöndorff nach Friedrich Ani und „Südstadt“ von Matti Geschonneck. Zum Programm gehören auch die Dokudramen „Marx“ mit Mario Adorf und der „Kaisersturz“ mit Sylvester Groth.

Zukunft ungewiss
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Im Showbereich sind neue Ausgaben von „Der Quiz-Champion“ und „Das Spiel beginnt!“ geplant, auch weitere Abendausgaben von Horst Lichters „Bares für Rares“. Ob und wie es mit dem glücklosen Showmoderator Steven Gätjen weitergeht, lässt das ZDF offen.

„Es werden ja die immer gleichen Rollenmuster besetzt: Ex-Sportler, Castingshow-Kandidaten, die „Bachelor“-Kandidatin, erfolglose Sänger/innen und Schauspieler/innen, Boulevard- und Reality Stars“, erläutert Bleicher. „Zum einen fehlt es an Prominenz, zum anderen lässt auch das Confrontainment-Potenzial der Gruppe zu wünschen übrig. Das zeigen auch die Zuschauerreaktionen etwa auf Twitter.“

Deutlich gestiegen ist das Zuschauerinteresse am Mittwochabend, nachdem RTL zuvor angedeutet hatte, dass es einen freiwilligen Abgang geben werde – ohne zu verraten, wer gehen will. Nach Bleichers Einschätzung war das erfolgreich: Ein freiwilliger Abgang sei ein Spannungshöhepunkt der Dramaturgie des Durchhaltens oder des Scheiterns, so die Medienwissenschaftlerin. Das habe viele Zuschauer zum Einschalten motiviert.

Bis zum Finale gibt es nun täglich einen Abschied und dann voraussichtlich wieder bessere Quoten. Nach jetzigem Stand der Dinge muss allerdings an mindestens einem Abend keiner gehen – wegen Giuliana Farfallas vorzeitigem Ausstieg. Wann das sein wird, hat RTL noch nicht verraten. Außerdem gibt es ja mit Youngblood noch einen weiteren Wackelkandidaten, der vielleicht auf eigene Faust die Koffer packt. Auch das ist sicher gut für die Spannung.

  • dpa
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