#Tatort auf Twitter „Für mich war das wie in einem Horrorfilm“

Krimi-Liebhaber im Netz haben es zum Hobby entwickelt: Sonntags treffen sich Tausende Tatort-Fans zum Rudelgucken, raten mit und lästern über die TV-Kommissare. Reaktionen in den sozialen Netzwerken zur Folge 1000.
TV-Kommissare Maria Furtwängler und Alex Milberg. Quelle: AFP
1.000 Mal Tatort

TV-Kommissare Maria Furtwängler und Alex Milberg.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDarf man Sie sonntagsabends zwischen 20.15 und 21.45 Uhr auch nicht anrufen? Gehören Sie zu denjenigen, für die ein Wochenende ohne Tatort keinen richtigen Abschluss hat? Sie befinden sich in guter Gesellschaft

Millionen Deutsche schalten regelmäßig ein, wenn Ermittler wie die beliebten Münsteraner Thiel und Boerne auf Verbrecherjagd gehen. Auch im Zeitalter von Netflix & Co. hat sich das nicht geändert – und das ist ein Phänomen.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen (deutschen) Fernsehproduktionen, die entweder gar nicht mehr oder zeitversetzt im Internet angeschaut werden, wird der Tatort weiterhin „live“ und nicht später in den Mediatheken angesehen, quasi wie ein Fußballspiel.

Das hat viele Gründe. Einer davon ist Twitter: Jeden Sonntagabend treffen sich die Fans zum Rudelgucken, raten mit und lästern über die Recherchearbeit der TV-Kommissare oder die Glaubwürdigkeit der Folge.

Nach Berechnungen des Bayerischen Rundfunks wurden allein in diesem Jahr durchschnittlich 9.000 Tweets pro Folge abgesetzt, und es werden immer mehr. Kein Wunder also, dass der Hashtag #Tatort regelmäßig in die „Trending Topics“ schießt.

Zahlen, Zitate und erstaunliche Fakten zur Krimireihe
„Reifezeugnis“ (1977)
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Der wohl legendärste „Tatort“: Der Kieler Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) hat es darin mit dem Mord an einem Schüler zu tun und trifft auf eine Schülerin (Nastassja Kinski, rechts), die ein Verhältnis mit ihrem Lehrer (Christian Quadflieg, links) hat...

Erste Kommissarin
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Als erste Ermittlerin der Reihe schickte der damalige Südwestfunk (SWF) die Kommissarin Marianne Buchmüller (Nicole Heesters) ins Rennen. Die Auftaktfolge hieß „Der Mann auf dem Hochsitz“ und wurde am 29. Januar 1978 ausgestrahlt. Bis 1980 gab es drei Folgen mit Heesters.

Rekordhalter
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Die Münchner Hauptkommissare Batic und Leitmayr (Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec) waren seit 1991 in 73 Folgen zu sehen und sind damit Rekordhalter der Reihe.

Senior
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Die dienstälteste Ermittlerfigur innerhalb der Reihe ist jedoch Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Sie ermittelt seit Ende Oktober 1989 in Ludwigshafen – in bislang 64 Folgen.

Länge
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Der längste „Tatort“ dauerte 119 Minuten: In der Folge „Der Richter in Weiß“ (1971) ermittelt Hauptkommissar Trimmel (Bild); die kürzeste 56 Minuten: „Der Boss“ (1971).

Autoren
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Der 77 Jahre alte Felix Huby – unter anderem Erfinder der von Dietz-Werner Steck verkörperten Bienzle-Figur in Stuttgart (1992 bis 2007) – hat unter den Drehbuchautoren die Nase vorn. Er schrieb insgesamt 32 Folgen.

Regisseure
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Bei den Regisseuren führt der 71-jährige Hartmut Griesmayr mit 25 Folgen die Statistik an. Er führte zum Beispiel bei vielen Bienzle-Folgen Regie.

Die 1000. Ausgabe am Sonntag „Taxi nach Leipzig“ war eine Reminiszenz an den gleichnamigen ersten Tatort von 1970. Bei den Folgen ist stets der offizielle Tatort-Twitter-Account dabei, dem mehr als 180.000 Nutzer folgen. Vor, während und nach dem Film verbreiten Fans ihre Meinung zur aktuellen Folge.

„Brüder Grimm Special“
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