„Tatort“ aus Wien Sex, Mobbing und Polizeibeamte

Die Polizei, dein Freund und Helfer. Doch was ist, wenn Beamte sich gegenseitig demütigen, erpressen und sogar ermorden? Die Wiener „Tatort“-Kommissare müssen ihre eigenen Kollegen ins Visier nehmen.
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Der Ausbilder Thomas (Simon Hatzl) und die Polizeianwärterin Katja (Julia Richter) - eine Szene der Tatort-Folge „Wehrlos“. Quelle: dpa
Wiener Tatort: „Wehrlos“

Der Ausbilder Thomas (Simon Hatzl) und die Polizeianwärterin Katja (Julia Richter) - eine Szene der Tatort-Folge „Wehrlos“.

(Foto: dpa)

WienEigentlich scheint alles klar: Ein Ehemann erschlägt seine Frau bei einem heftigen Streit und richtet sich danach selbst. Doch so einfach ist es eben doch nicht. Schnell kommen den Wiener „Tatort“-Kommissaren Zweifel. Denn der Tote ist auch Chef der Polizeischule. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln plötzlich in den eigenen Reihen und stoßen auf erschreckende Abgründe, perverse Sexspielchen, Mobbing und Psychoterror. Vor allem die Frauen haben in „Wehrlos“ an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten kein leichtes Los. Von der Polizeischülerin bis zur Pathologin kämpfen sie gegen Sexismus.

Dabei steht für Fellner am Anfang die Suche nach Zweisamkeit. Mit einem Profil auf einem Online-Dating-Portal will die Alleinstehende ihrem Liebesglück auf die Sprünge helfen. Ein Vorhaben, das ihr später noch viel Häme einbringen soll. Der Fall bringt die trockene Alkoholikerin im Lauf der Folge zusehends an ihre Grenzen und darüber hinaus. Auf Unterstützung von Eisner kann sie nicht wirklich bauen. „Ich glaube, ich könnte so trocken sein wie die Sahelzone und du würdest mir immer noch vorwerfen, dass ich sauf'.“

Das Verhältnis zu ihrem Kollegen ist diesmal noch konfliktreicher als üblich. Lautstarke Streitereien am Tatort inklusive. „Und ich dachte, wir sind Freunde“, wirft Fellner ihrem Partner einmal an den Kopf. „Was sollen diese ganzen depperten Anspielungen?“, fragt Eisner.

Bei den Ermittlungen bringt die Obduktion der Leiche früh eine Wende. Die Kugel im Chef der Polizeischule stammte nicht aus seiner eigenen Waffe. Zugriff zu der speziellen Munition hat allerdings nur die Polizei selbst. Ein Täter von außen kann so ausgeschlossen werden.

Die Kommissare machen daraufhin aus der Not eine Tugend und beenden ihre Zusammenarbeit zum Schein. So kann sich Majorin Fellner in eine andere Abteilung einschleusen. Denn in den Fokus der Ermittler gerät der leitende Beamte der Sicherheitsakademie Thomas Nowak (Simon Hatzl). Der Polizist, der seine Frauenfeindlichkeit mit Stolz vor sich herträgt, versucht, vor allem Fellner das Leben zur Hölle zu machen. Dabei gerät er hinter den Kulissen selbst in Bedrängnis.

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