Tatort-Kritik Ein Held im eigenen Film

Joachim Król und Armin Rohde waren die Helden im gestrigen Tatort. Mit „Haus am Ende der Straße“ verabschiedete sich Król mit einer meisterhaften Leistung von der Krimi-Reihe. Auch Harald Schmidt war begeistert.
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Armin Rohde und Joachim Król haben gestern eindrucksvoll gezeigt, was ein guter „Tatort“ ist. Quelle: dpa
Tatort-Krimi "Das Haus am Ende der Straße"

Armin Rohde und Joachim Król haben gestern eindrucksvoll gezeigt, was ein guter „Tatort“ ist.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSchuldgefühle, Selbstjustiz, Resozialisierung und Rache – der gestrige Tatort aus Frankfurt („Haus am Ende der Straße“ ) mit Joachim Król und Armin Rohde ist der Frage der Gerechtigkeit nachgegangen. Wann ist sie hergestellt und wer darf festlegen, was Gerechtigkeit ist?

Im vergangenen Jahr wurde dieser Frage bereits im Wiesbadener Tatort „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur alias Felix Murot nachgegangen. Doch im Vergleich zur Abschiedsvorstellung von Joachim Król war Tukurs „Kunst-Tatort“ nur ein albernes und überkünsteltes Theater.

Rohde als Ex-Polizist und Desperado Rolf Poller und Król als alkoholabhängiger Tatort-Kommissar Frank Steier legten einen sensationellen Auftritt hin. Sie spielten ihre Figuren so real und lebensnah, wie man es eigentlich von jedem Tatort erwartet sollte.

Das sind die beliebtesten Tatort-Kommissare
"Tatort"
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Der ARD-Tatort ist die erfolgreichste und langlebigste Krimireihe im deutschen Fernsehen - und er wächst und wächst. Das Ranking beruht auf den durchschnittlichen Zuschauerzahlen zwischen dem 13. Oktober 2012 bis 12. Oktober 2014, zusammengestellt vom Online-Medienmagazin Meedia.

Dreharbeit Tatort "Die Unmöglichkeit sich den Tod vorzustellen"Tatort
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Platz 15: Stark/Ritter (Berlin)

Till Ritter (Dominic Raacke, li.) und Felix Stark (Boris Aljinovic) haben sich nach 13 Tatort-Jahren vom Publikum verabschiedet. Rund zehn Millionen Zuschauer sahen im Februar „Großer schwarzer Vogel“, den 30. und letzten Fall des Duos. Aljinovic ermittelt in diesem Jahr ein weiteres Mal: In „Die Vorsehung“ gibt er am 16. November ein Solo - fast: Stark löst den Fall mit einer Hellseherin. Dominic Raacke ist dann schon raus. 2015 wird es einen Wechsel geben: Meret Becker und Mark Waschke ermitteln fortan. Ob dann auch noch im Schnitt 8,88 Millionen Tatort-Fans einschalten?

Saalfeld Keppler
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Platz 14: Saalfeld/Keppler (Leipzig)

Simone Thomalla und Martin Wuttke (li.) liegen mit einem Schnitt von 8,97 Millionen bei der Zuschauergunst im Mittelfeld. Sie bilden seit 2008 das Ermittlerteam in den in Leipzig spielenden Tatort-Filmen des MDR. Doch nicht mehr lange: 2015 soll die letzte Folge mit dem Team ausgestrahlt werden.

SR-Tatort «Eine Handvoll Paradies»
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Platz 13: Marx/Stellbrink (Saarbrücken)

Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) und Elisabeth Brück (Kommissarin Lisa Marx) ermitteln seit 2013 im Saarland. Seitdem sind 9,01 Millionen Deutsche regelmäßig dabei. Thematisch will das Team auch jüngere Generationen ansprechen: „Ich finde es gut, aus jeder Richtung angeregt zu werden: Action, Comedy, Beziehungskisten“, sagte Devid Strisow.

Die Neue und ´Spielverderber»: Kekilli im ´Tatort»
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Platz 12: Borowski (Kiel)

Einer der großen Aufsteiger in diesem Jahr: Von zuletzt Platz 16 katapultiert sich das Duo auf Rang 12 mit durchschnittlich 9,15 Millionen Zuschauern.

Rätselraten um «Tatort»-Kommissar
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Platz 11: Batic/Leitmayr (München)

Ivo Batic (Miroslav Nemec, re.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sind Tatort-Urgesteine. Seit 1991 haben sie bereits fast 70 Fälle in der bayerischen Hauptstadt gelöst. In der jüngsten Episode war Leitmayr mit einem Messer im Rücken reglos liegen geblieben. Die Fans bangten um sein Leben. Nun haben sie Gewissheit: Leitmayr lebt. Schon in der nächsten Folge ist er wieder voll bei Sinnen und Kräften. „Wüstensohn“ wird im Herbst ausgestrahlt. Auch die derzeit 9,29 Millionen Zuseher sind dann vermutlich wieder dabei.

Bremer "Tatort - Alle meine Jungs"
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Platz 10: Lürsen/Stedefreund (Bremen)

Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und Kommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) sind in Bremen unterwegs, und das seit 1997 (30 Folgen). Zuletzt ermittelten sie gegen die Müllmafia. 9,30 Millionen TV-Zuschauer fiebern im Schnitt mit und ein Indiz für die Beliebtheit des Duos.

Zusammen mit dem Drehbuch von Erol Yesilkaya und Michael Proehl, das unter der Regie von Sebastian Marka umgesetzt wurde, entstand einer der wohl besten Tatorte der vergangenen Jahre. Auch im Internet war die Begeisterung über den Frankfurter Tatort groß.

Ebenso groß war aber auch die Enttäuschung darüber, dass es Król letzter Tatort war. „Kommissar Steier wird der Tatort-Familie fehlen. Warum müssen immer die guten gehen?“, schrieb ein Twitter-User. Entertainer Harald Schmidt zeigte auf seine Art, wie begeistert er vom Frankfurter Tatort war: „Til Schweiger kollabiert sicher schon wieder.

Besonders Rohdes schauspielerische Leistung ist hervorzuheben. Obwohl er in den ersten 40 Minuten kaum zu Wort gekommen ist, war er allgegenwärtig. Jedes Wort war überlegt, jede Mimik, jede Bewegung passte zu seiner Figur des Rolf Poller.

Die dichte Erzählstruktur und theaterähnliche Stimmung, garniert mit Psychothriller-Elementen sorgte für eine Spannung, die fast über die gesamten 90 Minuten die Zuschauer im Bann hielt. Die kontrastreichen und pointierten Bilder von Armin Alker und die Musik von Filmkomponist Thomas Mehlhorn sorgten ebenfalls für einen packenden Abgang Króls.

Die neuen Frankfurter Ermittler haben ein schweres Erbe
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