Vergewaltigungs-Doku Indischer Sender protestiert gegen Verbot

Ein indischer TV-Sender protestiert gegen das Verbot, die Vergewaltigungs-Doku ausstrahlen zu dürfen. Statt der verbotenen Reportage zeigte der Sender einen schwarzen Bildschirm. Andernorts wurde der Film doch gezeigt.
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Das Problem ist in Indien ein rotes Tuch und sorgt immer häufiger für hitzige Debatten. Quelle: dpa
Proteste gegen Vergewaltigungen in Indien

Das Problem ist in Indien ein rotes Tuch und sorgt immer häufiger für hitzige Debatten.

(Foto: dpa)

Neu DelhiWeil der indische Fernsehsender NDTV eine Dokumentation über Vergewaltigungen nicht ausstrahlen durfte, hat er aus Protest einen schwarzen Bildschirm gezeigt. Das berichteten Medien am Montag. Die Regierung hatte „Indiens Tochter“ über die Gruppenvergewaltigung einer Studentin 2012 in Neu Delhi mit der Begründung verboten, ein Täter und zwei Anwälte machten in dem Film verwerfliche Kommentare über Frauen.

Der Sender wollte den Beitrag zum Frauentag am Sonntag ausstrahlen und zeigte nun stattdessen in der Stunde einen schwarzen Bildschirm mit einem brennenden Licht und dem Filmtitel. „Wir werden nicht schreien, aber man wird uns hören“, erklärte Sonia Singh von NDTV bei Twitter zu ihrem Protest.

Nach Angaben der Zeitung „Times of India“ organisierte ein Aktivist im Norden des Landes auch eine Vorführung. Hunderttausende sahen den Film trotz Verbots im Internet. In der Dokumentation der britischen Filmemacherin Leslee Udwin sagt einer der zum Tode verurteilten Vergewaltiger, die Schuld für das Verbrechen liege beim Opfer.

„Eine Frau trägt eine weitaus größere Verantwortung für eine Vergewaltigung als ein Mann.“ Führende Minister kritisierten, der Film schade dem Ansehen Indiens. Udwin warf den Behörden vor, das Recht auf Meinungsfreiheit zu verletzen.

  • dpa
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