Woody Allen wird 80 „Filmerei ist eine gute Ablenkung von den Qualen des Lebens“

Der Regisseur von Kultfilmen wie „Der Stadtneurotiker“ und „Manhattan“ wird 80. Woody Allen ist ein Meister des intelligenten Witzes. Mit seinen Filmen hat er Menschen zum Lachen gebracht – und sich selbst therapiert.
Der Regisseur wird 80 Jahre alt. Quelle: dapd
Woody Allen

Der Regisseur wird 80 Jahre alt.

(Foto: dapd)

New YorkVielleicht ist Woody Allen der Loriot Hollywoods. Der Mann, der Millionen Menschen gar nicht so oft zum lauten Lachen, aber zum Schmunzeln, zum Lächeln und zum Nicken bringt. Dieses Nicken, als wenn man sagen würde, ja, genau so ist es. Dabei sind Woody Allens Filme eigentlich gar nicht das richtige Leben, bei ihm geht es immer um das andere, das abnormale, das verrückte – und damit vielleicht doch das richtige Leben. Jetzt (1. Dezember) wird der Mann, dessen Leben selbst verrückt ist wie einer seiner Filme, 80.

Woody Allen ist das fleischgewordene Klischee eines New Yorker Juden: Schmächtig, gebildet, intellektuell, kreativ, voller Selbstzweifel und Melancholie, ja Depressionen. So spielt er seit mehr als einem halben Jahrhundert dieselbe Rolle, die des liebenswerten, aber glücklosen Verlierers, der sich eigentlich nur durch die Welt und das Leben kämpfen will. So eine Art Charlie Brown auf jüdisch. „Nebbish“ heißt so ein Pechvogel auf jiddisch und die Figur Woody Allen ist das Abziehbild dafür.

„Es gibt nichts Komisches am Altern, außer für die anderen“
„Ich hatte immer schon ein sehr düsteres Bild vom Leben und von den Menschen.“
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„Berliner Zeitung“, 12. November 2015.

„Ich bin ein Mittelklasse-Feigling durch und durch. Risiko ist das Letzte, wonach ich strebe.“
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„Berliner Zeitung“, 12. November 2015

„Ich hatte immer das Gefühl, ein bisschen Talent und viel Glück gehabt zu haben.“
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in „Rolling Stone“, 1. Dezember 2010.

„Älter zu werden gefällt mir absolut nicht. Ich versuche es so langsam wie möglich zu tun und halte mich an allen jugendlichen Zügen, die ich noch habe, krampfhaft fest.“
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„Gala.de“, 28. August 2012.

„Es gibt keinen Gott, keine Magie, keinen tieferen Sinn im Universum.“
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„Der Tagesspiegel“, 1. Dezember 2014.

„Es gibt nichts Komisches am Altern, außer für die anderen.“
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„SZ“-Magazin, Heft 44/2006.

„Im Bett hat Humor nichts verloren. Ich würde sogar sagen: Vögeln und Lachen schließen sich gegenseitig aus.“
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„Hamburger Morgenpost“, 30. August 2012

Als dieser Woody Allen aufwuchs, hieß er noch Allan Stewart Konigsberg und in seiner jüdisch-orthodoxen Familie wurde jiddisch und sogar ein bisschen deutsch gesprochen. „Meine Mutter sagte immer, dass ich ein ganz fröhliches Kind war, bis ich fünf wurde“, kokettierte er einmal mit seiner Kindheit, in der er schon zum Grübler geworden sei. Und in der Tat folgte er schon als junger Mann dem Klischee des New Yorker Intellektuellen und ging zum Psychoanalytiker. Es soll gleichzeitig Platzangst genau so wie Raumangst haben. Wie soll man da mit dem Leben klarkommen?

Aber es gibt ja eine Medizin: „Filmemachen ist eine gute Ablenkung von den Qualen des Lebens“, sagte der „Stadtneurotiker“ einmal und produktiv und kreativ war er schon immer. Schon in der Schule schrieb er satirische Beiträge für Zeitungen, dann für das Fernsehen und für Komiker wie Bob Hope und mit 30 gehörte er schon zu den bekanntesten Spaßmachern der USA, der pro Auftritt Tausende Dollar kassieren konnte. Wenn Allen mit der schwarzen Brille hinter dem Mikrofon stand, war da diese Unsicherheit, fast Ängstlichkeit vor dem Leben. Aber da waren nicht Witze, sondern Witz. Allen hielt eher Monologe und erfand die Maxime aller Stand-Up-Comedians: „Es ist lustig, weil es wahr ist.“ Was da in New York nach ihm kam, Jerry Seinfeld oder heute Louis C. K., das sind im Grunde die Kinder des Woody Allen.

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