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Corona-AntikörpertestWem ein Antikörpertest vor der Booster-Impfung nutzen kann

Wer Vorbehalte vor der dritten Impfung hat, greift zuvor zum Antikörpertest. Aber ist das sinnvoll? Das sagen Experten. 03.12.2021 - 11:15 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Für einen Antikörpertest wird Blut abgenommen und analysiert.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Lage der Pandemie spitzt sich zu: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland am Freitag bei 442,1. Daher appelliert die Politik erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

Im Mittelpunkt steht die Auffrischungsimpfung, auch „Booster“ genannt. Sie soll den Immunschutz auffrischen und sogenannte Durchbruchsinfektionen verhindern. 

Viele fragen sich jedoch, ob ihr aktueller Immunschutz eine Booster-Impfung überhaupt notwendig macht – und entscheiden sich zunächst für einen Antikörpertest. Anwender versprechen sich durch die Tests eine Aussage darüber, wie hoch ihr aktueller Immunschutz – infolge einer Genesung oder Impfung – gegen das Coronavirus ist. Doch ist das sinnvoll? Fachleute haben Zweifel. Alle Fakten und Hintergründe zum Corona-Antikörpertest.

Wie wird ein Corona-Antikörpertest durchgeführt?

Antikörper gegen das Coronavirus werden im Blut nachgewiesen. Die laut Medizinern zuverlässigste Form der Probenentnahme erfolgt über eine herkömmliche Blutabnahme durch geschulte Personen, zum Beispiel Ärzte. Anschließend wird die Probe ins Labor geschickt. Die Ergebnisse liegen in der Regel nach spätestens 48 Stunden vor. Darüber hinaus gibt es Selbsttests, bei denen die Probe zu Hause entnommen wird. Per Lanzette gewinnen Anwender Blut aus der Fingerkuppe, das entweder direkt auf einen Teststreifen gegeben oder ins Labor geschickt wird.

Wie funktioniert ein Corona-Antikörpertest?

Grundsätzlich basieren die Tests auf dem Nachweis von sogenannten Immunglobulin-G-Antikörpern (IgG) gegen das sogenannte Spike-Protein, welches das Virus zur Andockung an die menschlichen Zellen nutzt. Mittels einer Blutprobe wird im Labor der sogenannte Titer bestimmt, vereinfacht handelt es sich dabei um die Konzentration der Antikörper im Blut.

Antikörpertest: Was bedeuten die Werte?

Zu Beginn der Pandemie verwendeten die Testhersteller noch verschiedene Messwerte. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Schwellenwert in BAU/ml als Standard definiert. BAU steht dabei für „binding antibody units“.

Eine BAU-Grenze, ab der eine Person vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt ist, gibt es offiziell nicht. Man kenne sie (noch) nicht, schreibt der Immunologe Carsten Watzl auf Twitter.

Andreas Bobrowski, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, gibt allerdings eine grobe Einschätzung zu potenziellen Richtwerten. Er stützt sich dabei auf Daten seines Labors und aus Israel.

So sei Bobrowski zufolge unter einem Wert von 21,8 BAU/ml kein messbarer Schutz durch Antikörper gegeben. Darüber liege jedoch ein großer Graubereich, wo man noch nicht so richtig wisse, wann der Schutz ausreichend ist.

„Nach meiner Einschätzung ist ein Wert von 500 so hoch, dass man nicht sofort eine Drittimpfung benötigt“, so der Laborarzt. Bei allem über 1000 BAU/ml könne man von einem guten Schutz sprechen. Das deckt sich mit dem, was Carsten Watzl auf Twitter nach einem Blick auf die Studienlage zum Thema schreibt: „Antikörperwerte über 1000 BAU/ml scheinen mit recht gutem Schutz vor symptomatischer Infektion zu korrelieren.“

Sollte man vor der Auffrischimpfung einen Antikörpertest machen?

Bobrowski zufolge kann ein Antikörpertest darauf hinweisen, wie hoch der eigene Corona-Immunschutz ist – und damit Klarheit schaffen, ob die Auffrischungsimpfung bereits notwendig ist. Von einer pauschalen Testempfehlung distanziert er sich. Wer jedoch anfällig für Infekte oder allgemein immungeschwächt ist, dem gebe so ein Test womöglich eine wichtige Info dazu, wie gut die Impfungen angeschlagen haben. 

Sichere Grenzwerte gibt es aber eben keine. Deshalb beantwortet Carsten Watzl die Frage auf Twitter, ob man vor der Booster-Impfung die Antikörper bestimmen müsse, auch mit „Nein“.

RKI hält Antikörpertest für nicht notwendig

Laut RKI sei es nicht notwendig, vor der Auffrischungsimpfung einen Antikörpertest zu machen. Das Institut begründet dies damit, dass man noch nicht genau wisse, ab welchem Antikörperwert man von einem ausreichenden Schutz ausgehen könne.

Zudem betonte das Institut, dass es auch bei noch bestehender, hoher Immunität keine Sicherheitsbedenken in Hinblick auf eine Booster-Impfung gebe. Es sei demnach ein verbreiteter Irrtum, dass bei einem hohen Antikörperspiegel keine Auffrischung nötig sei.

Antikörpertests kosten zwischen 15 und 25 Euro.

Foto: dpa

Was kostet ein Antikörpertest?

Preisunterschiede gibt es zwischen Antikörpertests, die beim Arzt durchgeführt werden, und Selbsttests für zu Hause. Die Preise für Antikörpertests beim Arzt fangen etwa bei 15 Euro an. Antikörpertests für zu Hause kosten zumeist mehr, bei der Drogeriemarktkette DM beispielsweise knapp 40 Euro. 

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Die Preise variieren dabei entsprechend der Testart. Qualitative Tests, die lediglich anzeigen, ob Antikörper vorliegen, kosten in der Regel weniger als quantitative Tests. Letztere bestimmen die genaue Anzahl der Antikörper und sind damit zur Beurteilung des Immunschutzes geeigneter. 

Wer sich für einen Antikörpertest zum Check der Immunität entscheidet, muss diesen in der Regel auch selbst bezahlen. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten, sofern der Test nicht vom Arzt angeordnet wurde.

nb
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