Demografie-Rücklage Unions-Politiker planen Abgabe für Kinderlose

Unions-Politiker wollen offenbar Kinderlose mit einer neuen Abgabe belasten. Das Vorhaben soll den Kostenanstieg in der Kranken- und Pflegeversicherung bremsen.
19 Kommentare

BerlinKinderlose in Deutschland sollen nach dem Willen von Unions-Politikern mit einer Abgabe belastet werden. Einen entsprechenden Vorschlag einer jungen Gruppe von Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion um den Parlamentarier Marco Wanderwitz werde er sich unvoreingenommen ansehen, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Montag in Berlin.

Das Magazin „Der Spiegel“ und weitere Medien hatten berichtet, dass die Gruppe der Abgeordneten Kinderlose ab 25 Jahre mit einer Abgabe für eine solidarische Demografie-Rücklage - etwa ein Prozent des Einkommens - zur Kasse bitten wolle, um den Kostenanstieg in der Kranken- und Pflegeversicherung zu bremsen. Die Abgabe könne nach Anzahl der Kinder gestaffelt werden: Kinderlose zahlen voll, Eltern mit einem Kind die Hälfte. Mehr Kinder führten zur Abgabebefreiung.

Zu dem Vorschlag sagte Gröhe: „Das ist ein Grundgedanke, den ich für angemessen halten.“ Die Erziehung von Kindern müsse Berücksichtigung finden im Generationenvertrag. Eine Familienkomponente im sozialen Sicherungsnetz mache Sinn. Er sagte, die Politik der Union sei geprägt von Respekt vor der Lebensentscheidung der Bürger, freiwillig oder unfreiwillig ein Leben mit Kindern oder ohne Kinder zu führen.

  • dpa
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19 Kommentare zu " Demografie-Rücklage: Unions-Politiker planen höhere Abgaben für Kinderlose"

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  • ich habe in meiner Vergangenheit und einigen Beziehungen dieses Glück schon kosten dürfen, nur war es mir selbst noch nicht gegönnt

    aber im Moment sehe ich da keinen Weg, weil das System von vorne bis hinten verkorkst ist

    zumal meine Freundin ihre behinderte Mutter unterhält, die wegen nicht nach vollziehbaren Gründen keinen Anspruch auf EU-Rente hat

    und 4 Generationen auf einmal ist für uns zwei nicht zu stämmen

  • genau die sollen mal ihre in den vielen Jahren verfehlte Politik mal überdenken und ihren Beitrag leisten, da sie selbst von ihren Diäten sicher nichts abgeben wollen

    Gerechtigkeit ist hier nicht gegeben, das Volk soll die Rentenkassen bedienen, aber später ohne selbst eingezahlt zu haben zulangen, eine Amtsperiode dauert ja meist schon aus - wofür ein normaler Mensch teilweise 80 Jahre und mehr arbeiten müsste, um den gleichen Anspruch zu bekommen

    der Leistungsgesellschaft wird das nicht gerecht, wer nichts leistet, bekommt nichts

    dann fangen wir mal ganz oben an

  • Oh ja bitte - mehr Abzüge! Denn ich bin als Frau in einem medizinischen Beruf Großverdienerin, genau deshalb habe ich ja auch keine Kinder. Da kann ich die viele Kohle ganz allein verprassen! So sind wir Kinderlosen - egoistische Sozialschmarotzer! Dass wir aber ganz ohne "Babypausen", die ja bekanntlich einige schöne Jahre andauern können und in denen sich die Muttis einen schönen Lenz bei Bionade und Latte Macchiato am Nachmittag machen, ein lebenlang in Vollzeit durchmalochen um hübsch die Renten zu füttern, übersehen die Politblinsen dabei aber total! Und manche Bionade-Mutti leider auch. Denen sei aber verziehen, die haben ja meistens Milchschaum oder Babybrabbel im Hirn...

  • @nonameHBN

    Kein System der Welt könnte mich dazu bewegen auf Kinder zu verzichten!

    Sie schreiben ja schon richtig, dass Ihre Zukunft, Ihre Rente, etc. noch völlig ungewiss ist. Dabei spielt es derzeit leider keine Rolle, ob Sie Kinder haben oder nicht.

    So unvollkommen das System auch ist, es gibt immer noch genügend Möglichkeiten, auch mit Kindern halbwegs vernüftig zu leben.

    Verzichten Sie nicht auf Ihr Glück und Kinder bedeuten in erster Linie glückliche Momente, ohne die ein Leben nicht wirklich glücklich ist.

  • Werte Kommentatoren, es ist beeindruckend, wie schnell sich Menschen mit und ohne Kinder gegeneinander aufhetzen lassen!

    Und nur dieses Aufhetzten ist das Ziel jener CDU-Politiker!!!

    Seit Beginn der Industrialisierung wird über die Auswirkungen der Demographie gelogen! Damals war es der Geburtenrückgang von sechs oder mehr Kindern auf drei bis vier Kinder.

    Fakt ist aber, dass mit steigender Produktivität die demographische Entwicklung aufgefangen werden könnte!

    Aber eben nur könnte, denn dazu müssten Gewinne der steigenden Produktivität gerecht verteilt werden!

    Warum werden Sozialversicherungsbeiträge denn nur auf den Arbeitslohn erhoben und nicht auf Kapitalerträge?

    Max Mustermann ist Geschäftsführer einer GmbH, verdient im Jahr 240.000 EUR, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Er ist freiwillig gesetzlich versichert und seine Frau und seine Kinder sind mit ihm familienversichert.

    Dank der Beitragsbemessungsgrenze von 50.850 EUR (2012)zahlt er für sich und seine Familie im Jahr ca. 3.763,80 EUR in die gesetzliche Krankenkasse.

    Sein Angestellter, ebenfalls verheiratet mit 2 Kindern, mit 36.000 EUR Jahreseinkommen bezahlt 2.952,00 EUR in die gesetzliche Krankenkasse. Seine Frau muss aber arbeiten gehen und hat ein Jahreseinkommen von 12.000 EUR und zahlt somit noch einmal 984,00 EUR in die gesetzliche Krankenkasse.

    Großverdiener ---> 3.763,80 EUR pro Jahr für 4 Personen
    Normalverdiener --> 3.936,00 EUR pro Jahr für 4 Personen
    (2.952 + 984)

    Max Mustermann hat im Jahr noch 50.000 EUR Nebeneinkünfte aus Zinserlösen, Dividenden, Mieteinnahmen auf die er ebenfalls keinerlei Sozialabgaben leisten muss.

    Also bitte nicht gegeneinander aufhetzen lassen und statt dessen lieber den namentlich benannten Politikern Protest-E-Mails schicken!

  • vielen dank für Ihre Antwort, besser hätte man es kaum ausdrücken können. Es würde mich zudem interessieren was die Initiatoren dieser Geschichte verdienen und welchen wirtschaftlichen Hintergrund sie haben, Otto-Normalverbraucher wird vermutlich nie auf solche Summen kommen, egal wieviel er verdient.

  • Recht haben Sie, es würden mich zudem mal interessieren was die Initiatoren dieses Blödsinn's verdienen.

  • Selten so eine unüberlegte Aussage gelesen. Sie bedenken nicht, dass man eh schon einen Mehrbetrag in die Pflegeversicherung einzahlt.
    Zumal die Zukunftsangst nicht unerheblich ist.

    Ich habe auch mit meiner Freundin eine stillgelegte Familienplanung. Wir beide (28+29) gehen beide arbeiten. Kommen mit dem, was wir verdienen gerade so um die Runden. Was soll das mit einem Kind werden? Ein Teil des Einkommens fällt ohne Ersatz weg. Ich selbst habe einen einfachen Arbeitsweg von 70km am Tag, meine Freundin in die komplett entgegen gesetzte Richtung von 30km. Alleine die Spritkosten (welche zusätzlich ständig steigen) und der Kfz-Unterhalt fressen genug auf. Die familienfeindliche Politik tut ihr Restliches.

    Dabei zahlen wir schon wo wir nur können. Steuern ob direkt oder indirekt, Rentenbeiträge in ein marodes System, welches uns nicht garantiert, dass wir auch mal etwas davon haben werden. Die ersten Tendenzen deuten selbst bei über 2000 Euro Brutto-Lohn eher eine Mini-Rente an, die einer Aufstockung bedarf. Wir sind auch noch so doof und sorgen privat vor, während ein Dauer-Arbeitsloser später die selbe Rente+Aufstockung vom Staat bekommen wird. Die Privatrente wird angerechnet und man guckt in die Röhre, dass man vorgesorgt hat.

    Das Krankenkassensystem ist dann noch das andere. Wir trauen uns seit Jahren nicht zum Arzt, weil man uns krank schreiben könnte, was unter Umständen noch immer den Arbeitsplatz kosten könnte. Zumal die Arztpraxen überrannt werden, die Rentner sitzen regelmäßig neben den Hypochondern, die nicht nur den Ärzten die Zeit rauben, sondern auch das von den Krankenkassen zugewiesene Budget schnell gegen 0 bringen. Das prinzipielle Problem wird von dem Gesundheitsminister nicht angegangen, weil die Lobby einfach zu viele treffende Argumente hat.

    Also erst denken bitte. Danke

  • @MehrfacherVater. Sie sprechen da etwas an, nämlich den sogenannten "Generationenvertrag". Mal ganz abgesehen davon, dass es diesen Vertrag im rechtlichen Sinne überhaupt nicht gibt, zeigt Ihr Beitrag die Schwachstelle des System auf. Es ist ein Schneeballsystem und solche sind ja eigentlich strafbar.

    Wenn dieses marode System aber auf Kapitaldeckung umgestellt würde, wobei das angesammelte Kapital auch vererbt werden kann, würde sich jede Diskussion erübrigen. Das ganze könnte sogar unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung durchgeführt werden.

  • das ist so ja nicht ganz richtig, wenn die Kinder aus der Berechnung rausfallen da sie über 18 sind, zahle ich über die dann gültige höhrer Steuerklasse (meistens 1) schon höhere Steuern und schon jetzt werden kinderlosen Steuerzahlern bereits ein höherer Steuersatz bei der Pflegeversicherung abgezogen.

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