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Handelsblatt-Leser über ihre Militärzeit „Die Hälfte der Panzer war Schrott“

Stell dir vor, es ist Krieg und keiner kann hin: Das Material der Bundeswehr hat an Land, im Wasser und in der Luft mit Mängeln und Defekten zu kämpfen. Ein modernes Problem? Handelsblatt-Leser über ihre Zeit beim Bund.
01.10.2014 - 14:22 Uhr 15 Kommentare
Im schlechten Zustand: Zweimal mussten in der vergangenen Woche Transportflugzeuge der Bundeswehr des Typs „Transall“ wegen eines Defekts notlanden. Die Flugzeuge sind bereits über fünfzig Jahre alt und viele Ersatzteile sind gar nicht mehr verfügbar. Quelle: dpa

Im schlechten Zustand: Zweimal mussten in der vergangenen Woche Transportflugzeuge der Bundeswehr des Typs „Transall“ wegen eines Defekts notlanden. Die Flugzeuge sind bereits über fünfzig Jahre alt und viele Ersatzteile sind gar nicht mehr verfügbar.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Bestände der Bundeswehr befinden sich in einem desolaten Zustand. Generäle von Heer, Marine und Luftwaffe berichteten dem Bundestag vergangene Woche Mittwoch, welche Waffensysteme einsatzbereit sind. Das Ergebnis zeigt deutlich die Probleme der Bundeswehr. Egal ob Schiffe, Panzer, Hubschrauber, Flugzeuge oder Raketenabwehr: Bei fast allen Systemen ist nur die Hälfte einsetzbar, bei manchen sogar nur ein Drittel. Der Rest ist in Reparatur oder dient als Ersatzteillager.

Schlagzeilen machen derzeit auch die Transportflugzeuge der Bundeswehr. Auf dem Weg in den Irak mussten die Ausbilder der Bundeswehr vergangene Woche in Bulgarien notlanden. Ihre Maschine hatte einen Defekt. Nur wenige Tage später legte ein Transportflugzeug für die Ebola-Luftbrücke im spanischen Gran Canaria einen Zwangsstopp ein. Schuld war erneut ein technisches Problem.

Auf Facebook hat Handelsblatt Online seine Leser gefragt, ob sie während ihrer Zeit beim Bund Mängel an der Ausrüstung feststellen konnten. Ein User berichtet von seinem Wehrdienst im Jahr 1999. Damals habe er keine Probleme mit seinem Maschinengewehr gehabt. Es stamme zwar noch aus dem Zweiten Weltkrieg (1942), habe aber einwandfrei funktioniert. Anders bei den Panzern: „Wir bekamen zwanzig Stück aus einem Materiallager, die Hälfte war Schrott“, schreibt er.

Ein anderer User hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Von 43 Hubschraubern an seinem Standort seien teilweise nur sechs einsatzbereit gewesen. Auch die LKW seien veraltet gewesen, schreibt der Handelsblatt-Facebook-Fan. Die Fahrzeuge habe die Bundeswehr dann für einen Euro nach Afrika verkauft und sich neue Wagen geleast. Für die Materialprobleme der Bundeswehr macht er den „Sparwahn“ verantwortlich. Seit dem Balkankrieg sei nichts mehr modernisiert worden.

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    Tatsächlich beschloss die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung 2010 wegen der Finanzkrise einen Bestellstopp für Ersatzteile. Auch wenn dieser nicht mehr gilt, haben sich die Bestände der Bundeswehr davon noch nicht wieder erholt.

    Ein anderes Bild der Bundeswehr zeichnen zwei weitere Facebook-User. Sie hätten nur kleinere Mängel bei der Ausrüstung feststellen können. Diese seien schnell behoben worden. Innerhalb von zwei Tagen nach der Anforderung wurden die Ersatzteile geliefert. Teils mit Hubschrauber – und die haben fliegen können.

    Ein Reservist bei der Bundeswehr beschwert sich hingegen über die fehlende Ausrüstung. Seine Stiefel habe er selber kaufen müssen. Mittlerweile hat er die Bundeswehr verlassen.

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    15 Kommentare zu " Handelsblatt-Leser über ihre Militärzeit: „Die Hälfte der Panzer war Schrott“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Muss ich widersprechen, vielleicht liegt es auch an der Waffengattung in der ich war. War bei den Fallschirmjägern und hatte zusätzlich unter anderem auch in Bad Tölz bei den "Green Berets" mein amerikanisches Springerabzeichen gemacht. War enttäuscht von der Mannschaftsdisziplin! Die Offiziere ok, aber beim Springen in der Nacht mit der amerikanischen Mannschaft? Zugekifft, Cola-Dose in der Hand und rumbrüllend und das bei einem Nachtsprung! Wenn einer sich so bei uns verhalten hätte, den hätten wir lang gemacht bis zum abwinken! Aber muß auch sagen da gab es noch die allgemeine Wehrpflicht und 15 Monate - ein Minimum um einigermaßen an Waffensysteme und Übungserfahrung zu sammeln. Mag sein, das heute die "Berufsarmee" auch nicht besser ist als die Amis! Doch eines ist sicher und den Spruch der Römer sollten sich unsere Politiker hinter die Ohren schreiben:
      Wer in Frieden leben will, sollte auf einen Krieg vorbereitet sein!
      Das geht nicht mit sparen und "Effizienzsteigerungen" bei geringeren Ausgaben und blabla. Folien-DJ´s von irgendwelche Beratungsfirmen sind da fehl am Platze!

    • Richtig, und was ist ein höchst effektives Mittel gegen Aufrüstung und Krieg? Die Allerwenigsten kommen drauf, dass es ausgerechnet das Geld ist - und zwar wertgedecktes Geld.
      Wenn früher Herrscher teure Kriege führen wollten und ihren Untertanen nicht weitere Steuern und Abgaben abpressen konnten, dann betrieben sie Münzverschlechterung.
      Später ging man dann dazu über, die Wertdeckung von Geld aufzuheben, sodass man dann ungedecktes Papiergeld notfalls unlimitiert nachdrucken konnte. Sowohl WW1 als auch WW2 wären mit zu 100% wertgedeckten Währungen nicht zu finanzieren gewesen. Dementsprechend liefen auch die Druckerpressen hochtourig, und als nach WW1 dem Kriegsverlierer Deutschland Reparationszahlungen in astronomischer Höhe aufgebürdet wurden, ging man sogar zu Warp Speed über, um die Forderungen mit entwertetem Geld zu bezahlen - Folge: Weimarer Hyperinflation.
      Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: um sein utopisches "Star Wars"-Rüstungsprogramm durchführen zu können, benötigte "Ronnie" Reagan Geld, sehr viel Geld, das ihm der US-Steuerzahler aber nicht zur Verfügung stellen wollte. Also begann er, sein Land im großen Stil zu verschulden und installierte zudem Alan Greenspan an der Druckerpresse der Fed.
      Die einst größte Gläubigernation der Welt wurde sukzessive zur größten Schuldnernation...

    • Ich hätte nicht gedacht, dass die deutsche Regierung tatsächlich schon abrüstet. Also ich sehe das als einen guten Anfang an.

    • Die Wehrmacht kam 1939 auf ca. 33% kämpfende Truppen an der Gesamttruppenstärke
      (http://weltkrieg2.de/Armeen/Wehrmacht/Kampfkraft.htm)

      Daher sollten bei unserer Gurkentruppe 25% kampffähige Truppen schon drin sein. Sonst können wir uns die Armee auch ganz schenken - was sicher auch nicht das Schlechteste wäre...

    • Nun, man kann aber für den Einsatz nicht "zu Hause" alles stehen und liegen lassen. So sind eben viele Soldaten mit anderen Aufgaben beschäftigt, auch wenn sie nicht im Einsatz sind.

      Was Ihnen vorschwebt ist z.B. daß man alle U-Bootbesatzungen infanteristisch "nachschult" und dann in den Einsatz entsendet. Denn: U-Boote braucht man ja in den laufenden Einsätzen eher nicht.

    • Tja, wenn die NVA gewusst hätte, was wir hier für einen Schrott haben, dann hätte sie die BRD noch vor dem Frühstück einnehmen können.

    • @Herr Thomas Melber:

      Das wären nach Ihrer Berechnung bei 20.000 Mann maximaler Einsatzstärke gerade 11% einsatzfähige Leute.

      Das wäre so, als würden von 10 IS-Kämpfern 9 zuhause bei Fatima sitzen und Wasserpfeife rauchen und nur einer an der Front kämpfen.

      Wir haben eine Luxusarmee, die gehörig vom Kopf auf die Füße gestellt gehört. Mindestens 35% müssen für die Front einsatzfähig sein.

    • War 1978/1979 bei der Bundeswehr. Panzergrenadiere mit Schützenpanzer Marder. Sollten im Rahmen einer Übung ein Gewässer durchwaten. Von den vorhandenen 16 Panzern der Kompanie waren dazu allerdings nur vier in der Lage. Alle anderen waren nicht dicht genug, obwohl die Watfähigkeit vorgesehen war. Also wundern mich die aktuellen Berichte nicht.

    • Die 180.000 sind quasi "brutto". Sie verteilen sich auf mehrere Teilstreitkräfte (Militärische Organisationsbereiche - Heer, Luftwaffe, Marine, Sanität, Streitkräftebasis). Nicht jeden Soldaten kann man in einen Einsatz entsenden - der sog. "Grundbetrieb" muß auch aufrechterhalten werden. Vom "brutto" müssen auch z.B. Lehrgangsteilnehmer, Urlauber und Krankgeschriebene abgezogen werden.

      Zudem sind die Intervalle zwischen den Einsätzen recht lang, die Stehzeit mit 4 Monaten (manchmal länger, je nach Verwendung) recht kurz.

      Ich stimme Ihnen aber zu, daß man sicher mind. 20.000 Soldaten stellen können sollte. Allerdings kostet das dann auch und sollte nicht aus dem Verteidigungshaushalt bestritten werden, sondern aus einem anderen Budgettopf.

    • Anfang der 90er galt es Muni zu sparen, statt mit Munition sollten wir "peng, peng" rufen. Das ist kein Witz.

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