OECD-Generalsekretär „Deutschland gilt nicht mehr als gutes Beispiel“

Die Rentenpläne der Großen Koalition sorgen international für Aufsehen. Vor den deutsch-französischen Regierungskonsultationen hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit die Beschlüsse scharf kritisiert.
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OECD-Generalsekretär Ángel Gurría war zuletzt auch Gast auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Quelle: ap

OECD-Generalsekretär Ángel Gurría war zuletzt auch Gast auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

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BerlinKurz vor dem Paris-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Rentenbeschlüsse der Bundesregierung scharf kritisiert. „Die Zeiten, in denen Deutschland international als gutes Beispiel für die Gestaltung der Rentensysteme galt, sind mit den neuesten Beschlüssen vorbei“, sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Anstatt weiter langfristig zu planen und das Rentensystem auf die Alterung der Bevölkerung einzustellen, werden sinnvolle Reformen zurückgenommen.“

Die Rente mit 63 und die Mütterrente seien eine Belastung für jüngere Generationen. Aber auch heutige Rentner würden die Auswirkungen spüren, denn sie müssten künftig mit geringeren Rentenerhöhungen leben.

Gurría bemängelte, das größte Risiko, nämlich die Altersarmut, packe die Reform nicht einmal ordentlich an. „Es sind doch gerade Frauen, denen wegen ihrer oft lückenhaften Beitragskarrieren, Teilzeitarbeit und längerer Lebenserwartung Armut droht.“

Kanzlerin Merkel und fast das gesamte Kabinett fliegen an diesem Mittwoch zu deutsch-französischen Regierungskonsultationen nach Paris. Im Anschluss besucht Merkel die OECD, trifft Gurría zusammen und hält eine wirtschaftspolitische Rede.

Das Dossier „Die Renten-Illusion“ mit einem Beitrag von Bert Rürup finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

  • dpa
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  • Nachtrag:
    "Mal sehen, ob die dann auch so solidarisch sind, wenn Deutschland wieder die rote Laterne vor sich herträgt. "
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    Mit Sicherheit nicht!

  • "Was fehlt, ist Lebenserfahrung, wirtschaftliche Kompetenz und vor allem praktische Erfahrung im ständigen Überlebenskampf in der freien Wirtschaft. Deshalb fordere ich auch schon seit Jahren, dass Parlamentarier ein Mindestalter von fünfzig Jahren vorzuweisen haben und einen Lebenslauf, der geprägt ist von Höhen und Tiefen."
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    Das unterschreibe ich 100%ig.
    Btw., ich kann mich noch gut an die Unizeit erinnern: Die, die einen auf politische Aktivisten machten, gehörten grundsätzlich zur GrünSozialisten-Fraktion, glänzten durch Abwesenheit in den Vorlesungen, Praktika und Seminaren, aber mit versiebten Klausuren und durchgefallenen Prüfungen. Diplom nicht mal mit Ministerschwanz, geschweige denn eine ordentliche Promotion!
    Fazit: Große Klappe, nichts dahinter, von Leistungsbereitschaft keine Spur. Aber andere dumm anmachen, wenn man sie nicht in den Klausuren abschreiben ließ oder ihnen nicht die Vorlesungsaufzeichnungen überließ. Man erkennt das Muster? GrünSozen eben, leben auf Kosten anderer!

  • Bei seinem Gehalt würde ich mir über eine Rentenerhöhung oder -senkung auch keine Gedanken machen.
    Wenn man(n) nicht zu sagen hat, einfach mal Klappe halten.

  • Selbst die allerbeste Ausbildung an den Elite-Unis dieser Welt würde noch keinen verantwortungsvollen Politiker hervorbringen. Was fehlt, ist Lebenserfahrung, wirtschaftliche Kompetenz und vor allem praktische Erfahrung im ständigen Überlebenskampf in der freien Wirtschaft. Deshalb fordere ich auch schon seit Jahren, dass Parlamentarier ein Mindestalter von fünfzig Jahren vorzuweisen haben und einen Lebenslauf, der geprägt ist von Höhen und Tiefen. Dieser gesamte Berufspolitikerverein verspielt die internationale Stellung Deutschlands und die Zukunft von Millionen Bürgern.
    Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Südeuropa in wenigen Jahren zu uns aufschließen und uns womöglich überholen wird. Das Kuriose daran ist, unser Geld hat ihnen dann dazu verholfen. Mal sehen, ob die dann auch so solidarisch sind, wenn Deutschland wieder die rote Laterne vor sich herträgt.

  • Solange die deutschen Politiker mehr ausgeben als sie einnehmen wird Deutschland auch kein gutes Beispiel sein können. Das ist in Frankreich und Italien nicht anders. Deshalb haben diese 3 Länder allein über 60 % der gesamten EU-Staatsverschuldung verursacht. Tolle Politiker sind das. Dabei wird bereits in der 3. Klasse Grundschule gelehrt , und verstanden, dass es langfristig hochgradig krank mehr auszugeben als man einnimmt. Haben diese Leute die 3.Klasse nicht erreicht ?

  • Ich gehöre auch zu den 15% politisch Toten und bin der SPD beigetreten, dass ich wenigstens gegen die Groko wählen kann. Denkste, habe keinen Wahlschein bekommen.
    Dafür habe ich eine Mail bekommen :"Deine Meinung ist uns wichtig". Die erste Freude ist dann der Ernüchterung gewichen, denn die verwaltungsmäßig höher angesiedelten Genossen wollten vor allem wissen wie ich der Partei ehrenamtlich zuarbeiten werde.

  • Eine Editierfunktion wäre nicht schlecht. Im letzten Satz muß es natürlich "dreht" heißen. :-)

  • Schauen Sie sich die Ausbildung von Frau N. an:
    Zitat Wikipedia
    "Sie studierte 20 Semester Politik, Philosophie und Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Den Abschluss Magistra Artium in den Fächern Neuere und Ältere Germanistik sowie Politikwissenschaft erreichte sie bei Jürgen Fohrmann."
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    Damit ist man selbstverständlich "qualifiziert", Entscheidungen mit schweren, wirtschaftspolitischen Folgen zu treffen.

    "ein teurer schnellschluss ohne sinn und verstand..
    den versuch, regierungsfägigkeit zu beweisen, blieb frau nahles schuldig.."
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    Das ist dann die unmittelbare Folge! Sozen können nur eines: Das Geld, das andere hart erarbeiten mußten, mit vollen Händen zu Fenster rauswerfen und Wohltaten an ihre zu einem großen Teil arbeitsscheue) Klientel verteilen.
    Schauen Sie sich die Vita dieser Frau an: Die hat im Leben noch nicht wertschöpfend gearbeitet. Schule, Abi, Orchideenfach-Studium, abgebrochene Promotion, Politik, das war's.
    Als jemand, der (selbständig) für sein Geld hart arbeiten muß, kommt mir nur Dieter Nuhrs Spruch in den Sinn: "Man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte."
    Hier werden Reformen, die Deutschland vom kranken Mann Europas zum Spitzenreiter machten, mit einem Fingerschnippen zurückgedreht. Wo das Geld herkommt, darüber macht sozi sich keinen Kopf. Wozu auch, andere haben es ja und ggf. drehen sozi eben noch ein bißchen oder auch ein bißchen mehr an der Steuerschraube!

  • Das Geschäftsmodell der Politkaste heißt:

    Wir bereichern uns; Euch geben wir sozial, Ihr gebt uns Stimmen! Zahlen müssen die, die arbeiten.

    Für gerecht denkende Menschen ist unbegreiflich, weshalb Zeiten der Arbeitslosigkeit als Grundlage einer Rente dienen sollen.

  • Die Mütterente kommt einfach zu spät!
    Unsere hochwohlgeborene Elite hätte sich schon in den 70ern
    Gedanken darüber machen müssen, daß es notwendig ist den arbeitenden Untermenschen, Tschuldigung, den arbeitenden deutschen Untermenschen mit so Maßnahmen wie die Mütterrente zu züchten. Die deutsche Kultur hätte sich nämlich bis heute dahingehend entwickelt, daß ein körperlich gesunder junger Mann der mit 1000,-€ netto Monatslohn sich keine Familie leisten kann, trotzdem auf der Straße von fortpflanzungswilligen Frauen angesprochen wird, sie zu begatten...
    Ein Exportschlager deutschen Humankapitals hätte sich angebahnt.
    Zum Beispiel hätte sich ebenso Kohl den Plan sparen können, die Türken für viel Geld wieder auszulagern.
    Schmidt hätte Kollegen mit solchen Visionen allerdings zum Arzt geschickt.

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