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2014 Das Gedenkjahr der Superlative

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Gauck will einen Bogen der letzten hundert europäischen Jahre schlagen
Mit der Deutschlandfahne und einem Transparent „Deutschland Einig Vaterland“ stehen zahlreiche Berliner am 22.12.1989 auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Am 9. November ist es genau 25 Jahre her, dass die Berliner Mauer fiel. Quelle: dpa

Mit der Deutschlandfahne und einem Transparent „Deutschland Einig Vaterland“ stehen zahlreiche Berliner am 22.12.1989 auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Am 9. November ist es genau 25 Jahre her, dass die Berliner Mauer fiel.

(Foto: dpa)

Anschließend geht es für Gauck zu einer Gedenkfeier nach Belgien, dann wahrscheinlich nach Großbritannien und vielleicht auch noch nach Russland. In Planung ist zudem eine europaweite Schweigeminute. Was die Veranstaltungen zum Ersten Weltkrieg in Deutschland angeht, steht bislang nur ein Termin Ende Juni in Schloss Bellevue in den Büchern. Gauck will dort eine Grundsatzrede halten. Maßstab dafür ist die Rede, die Vorgänger Richard von Weizsäcker 1985 zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai hielt.

Gauck will nach Angaben aus seiner Umgebung den „Bogen der letzten hundert europäischen Jahre“ schlagen - vom Ersten Weltkrieg mit seinen 15 Millionen Toten bis zur heutigen Europäischen Union mit all ihren Problemen. Selbst für einen wie Gauck, der mit Worten umgehen kann, keine einfache Aufgabe. Am Konzept wird längst gearbeitet. In seiner Weihnachtsansprache dürfte er das Thema schon einmal anreißen.

Dann dürfte es auch um den Beginn des Zweiten Weltkriegs gehen, der sich zum 75. Mal jährt. Wichtigster Termin ist der 1. September, wenn in Danzig an den deutschen Angriff auf Polen erinnert wird - für Angela Merkel eigentlich ein Muss. Bislang heißt es von ihr aber nur allgemein: „2014 gibt es eine große Anzahl historischer Ereignisse, derer im In- und Ausland gedacht werden wird. Die Bundesregierung wird sich in angemessener und würdiger Form beteiligen.“

Trotzdem sorgen sich einige Historiker, dass die deutsche Politik die Bedeutung des Gedenkjahres immer noch nicht ganz erfasst hat. Der Vorsitzende des deutschen Historikerverbandes, Martin Schulze Wessel, mahnt: „Welche Themen in Deutschland aufgegriffen werden und welche ignoriert bleiben, wird in den geschichtsbewussten Nachbarländern Deutschlands im Westen wie im Osten genau registriert.“

Am einfachsten wird für Deutschland dann wohl der letzte große internationale Gedenktermin 2014: Am 9. November ist es genau 25 Jahre her, dass die Berliner Mauer fiel. Einladungen wurden bislang noch keine verschickt. Alles andere als eine Feier mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt wäre aber eine große Überraschung. Und in Berlin hofft man darauf, dass dieses Mal auch Barack Obama kommt. Die 20-Jahr-Feiern hatte der US-Präsident noch geschwänzt.

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1 Kommentar zu "2014: Das Gedenkjahr der Superlative"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man kann sagen 2014 wird ein Gutmenschen-Jahr wo sich alle sonnen können, die noch kalkweis sind. Eine ehrliche Aufarbeitung vom ersten Weltkrieg bis hin zu Serbien zu Afghanistan wird es nicht geben. Die Wahrheiten werden solange gebogen von Gutmenschen, bis sie in die eigene Vorstellung passen.