2048 Milliarden Euro Deutscher Schuldenberg wächst und wächst

Die Schulden des deutschen Staates waren Ende 2014 so hoch wie seit Mitte 2013 nicht mehr. Bei den Kommunen legten bayerische Gemeinden besonders zu, Städte in Mecklenburg-Vorpommern haben dagegen Schulden abgebaut.
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Erstmals schuldenfreier Bundeshaushalt seit 1969

BerlinDer Schuldenberg des deutschen Staates ist Ende 2014 gewachsen. Bund, Länder und Kommunen standen am 31. Dezember zusammen mit 2048,1 Milliarden Euro in der Kreide. Das ist der höchste Wert seit Mitte 2013, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag zu seiner vierteljährlichen Erhebung mitteilte. Verglichen mit dem Vorquartal stiegen die Schulden um 3,9 Milliarden Euro oder 0,2 Prozent.

Der Bund sitzt dabei auf dem höchsten Schuldenberg. Er wurde auf 1286,6 Milliarden Euro beziffert. Das sind 0,3 Prozent oder 4,1 Milliarden Euro mehr als Ende September. Die Länder stehen mit 621,9 Milliarden Euro in der Kreide, was einem Rückgang von 0,1 Prozent oder 597 Millionen Euro entspricht.

„Der Schuldenstand entwickelte sich in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich“, erklärten die Statistiker. Während die Verbindlichkeiten in Sachsen (-4,8 Prozent) und Baden-Württemberg (-4,3 Prozent) sanken, stiegen sie in Hessen um 5,4 Prozent.

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände nahm um 0,3 Prozent oder 460 Millionen Euro auf 139,6 Milliarden Euro zu. Der prozentual höchste Zuwachs wurde für die bayrischen Kommunen mit 2,7 Prozent ermittelt, der höchste Rückgang in Mecklenburg-Vorpommern mit sieben Prozent.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Kern- und Extrahaushalte. Sie umfassen sowohl Kreditmarktschulden als auch Kassenkredite. Die Schulden der Sozialversicherung fehlen in dieser Statistik dagegen.

Hier kann der Staat noch sparen
10. Streichung von Energiefonds-Subventionen
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Der Bund der Steuerzahler (BdSt) regt in seinen Sparvorschlägen die Kürzung von Energie- und Klimafonds-Subventionen an. Mit der Subventionierung energetischer Einzelmaßnahmen und dem Ausbau erneuerbarer Energien sollen CO2-Emissionen reduziert werden. „Doch tatsächlich leisten die Maßnahmen keinen Beitrag zum Klimaschutz“, heißt es in dem Bericht zur Aktion.

Einsparpotenzial: 2,3 Milliarden Euro

9. Ausstieg aus der Steinkohle
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Der BdSt rät dem Bund, die Steinkohlesubventionen „als wohl absurdeste Finanzhilfe“ drastisch zu kürzen. Die Förderung entspricht 2015 einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Dabei habe der Bund selbst bekannt: „Die Steinkohleförderung in Deutschland ist international nicht wettbewerbsfähig. Steinkohle kann in Deutschland nur aus großen Tiefen gewonnen werden. Die Produktionskosten liegen weit über den Weltmarktpreisen für Steinkohle.“

Einsparpotenzial: 800 Millionen Euro

8. Verwaltungs- und Personalkosten reduzieren
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Der Bund plant 2015 mit Verwaltungsausgaben in Höhe von 12,8 Milliarden Euro. Gegenüber 2012 entspricht das einer Steigerung von 13 Prozent und knapp 1,5 Milliarden Euro. Dabei habe das Bundesfinanzministerium in den vergangenen Jahren „eine Kürzung der Verwaltungsausgaben und damit des Eigenkonsums der Bundesverwaltung immer wieder als Sparobjekt Nummer eins innerhalb der Verwaltung benannt“, heißt es in dem BdSt-Bericht.

Einsparpotenzial: 1 Milliarde Euro

7. Regionalisierungsmittel kürzen
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Der Bund plant, in 2015 den Bundesländern knapp 7,3 Milliarden Euro als sogenannte Regionalisierungsmittel zu überweisen. „Davon kaufen die Länder ganz überwiegend Leistungen des Schienenpersonennahverkehrs ein. Hiervon profitiert vor allem die DB Regio, was sie zur gewinnträchtigsten DB-Verkehrssparte macht“, heißt es in dem Bericht. Dabei habe der Bund weder Einfluss auf die Leistung noch auf die betrieblichen Abläufe der öffentlichen Verkehrsmittel. Deswegen müssten diese Regionalisierungsmittel drastisch gekürzt werden.

Einsparpotenzial: 1,5 Milliarden Euro

6. Rückkehr vom Eltern- zum Erziehungsgeld
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Ein Ehepaar mit seinen beiden Kindern: Nach Ansicht des BdSt hat das Elterngeld „seine Ziele – höhere Geburtenzahlen – nicht erreicht“. Seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 lägen die Geburtenzahlen darunter. „Im Jahr 2011 wurden sogar die wenigsten Geburten seit Bestehen der Bundesrepublik registriert.“ Von einer Rückkehr zum Erziehungsgeld erhofft sich der BdSt eine Einsparung von 2,8 Milliarden Euro. Im Folgenden listet der BdSt die absurdesten Ausgaben der Bundesprojekte auf.

Einsparpotenzial: 2,8 Milliarden Euro

5. Teures Rad-Projekt in Hannover stoppen
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Eine junge Frau mit ihrem Fahrrad auf der Wiese im Maschpark in Hannover: Das Bundesverkehrsministerium fördert in der Region Hannover ein öffentliches Verleihsystem für E-Fahrräder. Das Projekt „eRad in Freizeit und Tourismus“ verantwortet ein öffentlich-privates Konsortium. Der BdSt ist der Meinung, dass die Entwicklung des Fahrradnetzes in Hannover „vielmehr Aufgabe privater Betreiber“ sei.

Einsparpotenzial: 2,8 Millionen Euro.

4. Keine Subventionen für Dax-Konzerne
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Die Anzeigetafel für den DAX in der Börse in Frankfurt: Aus den großen Fördertöpfen der Bundesministerien für Wirtschaft, Bildung und Forschung, Umwelt, Verkehr und Landwirtschaft erhalten 24 der 30 DAX-Konzerne Subventionen vom Bund für „bis Ende 2018 laufende Vorhaben“. Für das BdSt. ist das „inakzeptabel“.

Einsparpotenzial: 420 Millionen Euro

  • rtr
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18 Kommentare zu "2048 Milliarden Euro: Deutscher Schuldenberg wächst und wächst"

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  • Schulden sind nur eine Sache. Die Frage ist, welche Vermögenswerte stehen ihnen entgegen, wie hoch ist der Anteil Eigenkapital? Eine Bilanz hat ja üblicherweise zwei Seiten.

  • Hören Sie auf, die Leute zu veräppeln, die nimmt schon der Schäuble genug auf den Arm. Und merken Sie sich endlich, ich habe es oft genug auch in dieser Zeitung geschrieben: Die deutschen Schulden betragen nicht 2048 Mrd. €, das ist nur der externe Teil. Einschließlich der bisher aufgelaufenen Schulden aus Nachhaltigkeitshaushalten für Krankheit, Pflege und Alter sind es 8000 Mrd. € oder 300% BIP oder das gesamte inländische Nettovermögen, das hier schon zu 90 % nicht mehr im Lande ist und glauben Sie nun nicht, was Schäuble uns immer erzählen will, das diese interne Schuld würde ihn nicht sehr drücken. Oder wollen Sie auch ohne Leistungen der Altersversicherung alt werden? Übrigens können Sie die oben genannte Zahl sehr leicht in Freiburg und Bochum erfahren.

  • @Herr Manfred Zimmer

    Für den bundesdeutschen Haushalt mag die schwarze Null zutreffen, allerdings sind wohl diverse und total alternativlose Geldabflusspipelines in Richtung Ukraine und Griechenland via Brüssel nicht in der wundersamen Rechnung des Herrn Schäuble enthalten und demnächst braucht Herr Poroschenko mal wieder ganz dringend 40 Mrd. Dollar. Die vielen Schattenhaushalte mit dem Negativvermögen wurden wahrscheinlich auch nicht alle berücksichtigt. Wichtig ist nur, dass Sie daran glauben und die schwarzen Betrüger und Taschenspieltrickser beim nächsten mal wählen.

    Richtig lustig war es mal wieder als sich Schäuble vor wenigen Stunden über die zerstörte griechische Glaubwürdigkeit echauffierte, „Griechenland belügt das Volk“! Das tolle daran, der senile Durchschnitts-SCHWARZ-wähler in Deutschland stimmt dem betrügerischen Rollifahrer mit großen runden Kulleraugen auch noch begeistert zu. Da kann man sich wirklich nur noch wegwerfen vor Begeisterung!

  • Wie kann das sein? Schäuble und Merkel erzählen uns etwas von einer schwarzen Null und die EZB senkt die Zinsen gegen Null. Wer dreht denn hier an der Propaganda-Schraube und auf welcher Seite ist er?

  • @ Marc Hofmann

    "erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danach der Mangel und zum Schluss die Armut."

    Das schreiben Sie desöfteren.

    Der Mensch besitzt die Fähigkeit, an seine eigenen Lügen zu glauben.

    PS: Hier geistert noch ein "Realist" herum. Ich bin es nicht. :)

  • >> Deutscher Schuldenberg wächst und wächst >>

    Zählt man die Verschuldung der Amis noch dazu, kann man Griechenland vernachlässigen.

    http://www.garynorth.com/public/13547.cfm

  • Durch das Verprassen und wegen gravierender Fehlplanungen durch die Politik bis runter zu den Gemeinden, durch das nicht steuerlich gerechte Abschöpfen von in Deutschland erzielten Gewinnen bei Weltkonzernen und durch die allgemeine Steuerhinterziehung und die Steuerflucht von sehr vielen reichen und wohlhabenden Deutschen wird jährlich mindestens ein Drittel der Summe aller staatlichen Haushalte, sprich aller Gemeinden, Länder und des Bundeshaushaltes sinnlos verbrannt oder nicht eingenommen. Übrigens müssten alle einmal beschlossenen Subventionen ein Verfallsdatum haben und ab diesem Datum innerhalb von zehn Jahren kontinuierlich bis auf Null zurück gefahren werden oder im Parlament und durch Volksabstimmung bestätigt neu beschlossen werden. Es käme eine gigantische Summe heraus die den Staat und alle seine Gliederungen innerhalb weniger Jahrzehnte sogar theoretisch schuldenfrei machen könnte.

    Wir brauchen:
    Korruption unter empfindliche Strafe stellen und Schadensersatzpflicht für Amtsträger schon bei fahrlässiger Veruntreuung, bzw. Fehlplanung von Steuergeld bis runter auf das persönliche Existenzminimum. Abschaffung aller steuerlichen Ausnahmetatbestände für Unternehmen bzw. ein rigoroses zurück schneiden dieses Lobbyistenwerks. Steuerveranlagung auch an der Staatsbürgerschaft festmachen, so wie das in den USA üblich ist. Steuerhinterziehung ab einer gewissen Größenordnung als Landesverrat bestrafen und diesen Landesverrat im Ausland von einer gemeinsamen Abteilung des Finanzministeriums und des BND auch mit kriminellen Geheimdienstmitteln offensiv aufklären lassen.

    Okay, ich bin alles nur nicht naiv. Bevor das alles von den korrupten Politikern beschlossen wird, wird eher die Hölle zufrieren bzw. werden in Grönland Palmen im Freien wachsen!

    Zwingend notwendig wäre eigentlich auch ein anderes Geld- und Finanzsystem!


  • Staatsbankrott und Zwangssanierung !
    http://www.roevenich-immobilien.de/diverses/staatsbankrott.html

  • Hauptsache man zahlt noch an diverse andere Staaten - weil wir ja soviel Geld haben.

  • Hier aus 2011 ein sehr guter Bericht zum Thema - ZEIT / Tschüss, Kapitalmarkt:
    http://www.zeit.de/2011/44/Deutschland-Schuldenabbau

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