Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

5G-Sicherheit BDI fordert EU-Regeln zum 5G-Ausbau

Wie umgehen mit Huawei? Der deutsche Bundesverband der Industrie will eine schnelle Entscheidung und Klarheit – und fordert eine gemeinsame europäische Lösung.
Kommentieren
5G-Ausbau

"Innerhalb der Regierung gibt es seit Wochen eine intensive Diskussion darüber, ob beim Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland auch außereuropäische Anbieter, insbesondere aus China, zugelassen werden dürfen."

(Foto: AFP)

BerlinDie deutsche Wirtschaft drängt auf eine schnelle Entscheidung, wie Deutschland mit außereuropäischen Netzwerkausrüstern wie Huawei beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G umgehen will. Die Bundesregierung solle rasch für Klarheit sorgen, „um Unsicherheiten für die Bieter in der anstehenden Netzauktion zu minimieren“, sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dem Handelsblatt. Es sei wichtig, Rechtssicherheit für den Einsatz von Technologien aus Drittstaaten zu schaffen.

Innerhalb der Regierung gibt es seit Wochen eine intensive Diskussion darüber, ob beim Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland auch außereuropäische Anbieter, insbesondere aus China, zugelassen werden dürfen. Da mit dem neuen Netz ganz neue Anwendungen und der Transport riesiger Datenmengen in Echtzeit möglich sein wird, wachsen die Anreize für Sabotage und Industriespionage und damit auch die Sicherheitsbedenken der Dienste.

In einer Stellungnahme, die dem Handelsblatt vorliegt, begrüßt der BDI die aktuelle Sicherheitsdiskussion. Falls der Verdacht einer Einflussnahme auf Hersteller durch Drittstaaten bestehe, erfordere dies eine eingehende Prüfung. Dabei sollten auch „gesetzliche Rahmenbedingungen und gängige Praktiken“ einbezogen werden, denen die Anbieter auf ihrem Heimatmarkt ausgesetzt sind. Als Beispiel wird in dem Papier eine „verpflichtende Weitergabe von Daten an staatliche Stellen“ genannt.

Insbesondere die chinesischen Gesetze verlangen nach Einschätzung von Experten, dass nationale Unternehmen zur Zusammenarbeit mit der Regierung verpflichtet sind, wozu auch der Transfer von Daten gehören würde. Huawei und die chinesische Regierung bestreiten, dass es eine solche Pflicht gibt.

Der BDI schließt in seiner Stellungnahme auch einen Ausschluss von Unternehmen und deren Angeboten nicht aus. Dies müsse aber „in jedem Fall nach transparenten, nachvollziehbaren Kriterien“ erfolgen, fordert der Industrieverband. Vor allem solle es eine Lösung geben, die „idealerweise europaweit die gleichen Prüfkriterien, Regeln und Verfahren“ für alle Anbieter festlege. Am Mittwoch soll bei der Sitzung der EU-Kommission in Brüssel auch über die Haltung Europas zu China gesprochen werden.

Der BDI setzt auch auf eine bessere Überprüfung der eingesetzten Technik. Nationale Behörden müssten Einsicht in die Quellcodes und die Entwicklungsprozesse in den Unternehmen haben. Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit müsse einheitliche IT-Sicherheitsstandards für 5G-Technologien mit der Industrie entwickeln.

Am 19. März soll die Auktion der 5G-tauglichen Mobilfunkfrequenzen beginnen. Netzbetreiber haben in den vergangenen Wochen wiederholt gewarnt, dass ein Ausschluss von Huawei den 5G-Aufbau verzögern könnte. Vodafone-Chef Nick Read sprach zuletzt von bis zu zwei Jahren.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: 5G-Sicherheit - BDI fordert EU-Regeln zum 5G-Ausbau

0 Kommentare zu "5G-Sicherheit: BDI fordert EU-Regeln zum 5G-Ausbau"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.