Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

60 Verletzte bei Karnevalsumzug Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen von Volkmarsen versuchten Mord vor

Gegen den Autofahrer, der beim Rosenmontagszug in Volkmarsen mehr als 60 Menschen verletzt haben soll, ist Untersuchungshaft wegen Mordversuchs angeordnet worden.
25.02.2020 - 20:05 Uhr Kommentieren
Am Rosenmontag war ein Mann mit seinem Auto in den Karnevalsumzug im hessischen Volkmarsen gerast und hatte dabei zahlreiche Menschen verletzt. Quelle: dpa
Auto fährt in Karnevalszug

Am Rosenmontag war ein Mann mit seinem Auto in den Karnevalsumzug im hessischen Volkmarsen gerast und hatte dabei zahlreiche Menschen verletzt.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Volkmarsen Die Ermittlungen nach der Gewalttat beim Rosenmontagszug in Nordhessen mit rund 60 Verletzten laufen weiter auf Hochtouren. Am Dienstagabend hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Untersuchungshaft angeordnet. Dem Verdächtigen werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Der Mann war nach Behördenangaben nicht betrunken. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bislang sei der Mann nicht vernehmungsfähig.

Der 29-Jährige war in der nordhessischen Kleinstadt mit einem Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Auch der Fahrer zog sich den Angaben zufolge Verletzungen zu. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Das Motiv des deutschen Staatsbürgers, der aus Volkmarsen kommt, ist noch unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Am Dienstagabend besuchten Hunderte Menschen einen ökumenischen Gottesdienst, an dem auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) teilnahmen. Der Fuldaer Bischof Michael Gerber rief die Menschen zum Zusammenhalt auf.

Die Tat könne man nicht verstehen, sagte der katholische Geistliche laut Redemanuskript. Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sagte, das Geschehene habe das Leben in Volkmarsen radikal verändert, doch Gott sei auch in diesen dunklen Momenten bei den Menschen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Pfarrkirche St. Marien war schon lange vor Beginn des Gottesdienstes gefüllt. Hunderte Menschen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, standen auf dem Kirchplatz zwischen Fachwerkhäusern und dem Rathaus. Einige Besucher hielten einander im Arm, Menschen beteten und sangen gemeinsam. Nach dem Gottesdienst, der über Lautsprecher nach draußen übertragen wurde, stellten Menschen Kerzen an der Kirche ab.

    „Wenn wir etwas brauchen in diesem Land, dann ist es Zusammenhalt“, sagte Bouffier. Die Täter – egal, welches Motiv sie hätten – hätten immer ein Ziel: „Sie wollen unser friedliches und häufig fröhliches Gemeinwesen stören. Sie wollen Angst schüren. Unsere Antwort muss klar sein, wir werden diesem nicht weichen.“

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich indes „tief erschüttert“ über den Vorfall. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich wünsche den Verletzten von Herzen eine vollständige Genesung“, sagte er laut einer Mitteilung auf Facebook. Steinmeier dankte zudem den Helfern: „Mein Dank gilt den Einsatzkräften vor Ort.“

    Der Tatort in Volkmarsen wurde am Dienstag wieder freigegeben. Die Straße in der Innenstadt werde noch gereinigt und sei dann wieder für Fußgänger und Autofahrer nutzbar, sagte ein Polizeisprecher.

    Schwere der Verletzungen noch unklar

    Das Polizeipräsidium bat auch Verletzte, die nicht in ärztlicher Behandlung waren, sich zu melden. Am Dienstagmittag waren noch 35 Menschen in stationärer Behandlung, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Weitere wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18, das jüngste sei drei Jahre alt. Wie schwer die Kinder verletzt sind, wurde noch nicht bekanntgegeben.

    Ein sogenanntes Gaffervideo hatte am Montag zu einer zweiten Festnahme geführt. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sagte, gegen den Festgenommenen werde wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen“ ermittelt. Ob es darüber hinaus einen Zusammenhang zu dem Vorfall gegeben habe, müsse noch ermittelt werden.

    Die Karnevalisten in Hessen sagten eine Reihe geplanter Umzüge für Dienstag ab – viele hielten jedoch an ihren Plänen fest. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass sich die Gefährdungslage für die noch geplanten Umzüge im Land erhöht habe, teilte das hessische Innenministerium mit. Die Veranstalter der Umzüge wurden aber nachdrücklich dazu aufgefordert, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: 60 Verletzte bei Karnevalsumzug - Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen von Volkmarsen versuchten Mord vor
    0 Kommentare zu "60 Verletzte bei Karnevalsumzug: Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen von Volkmarsen versuchten Mord vor"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%