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Abgas-Debatte Lungenarzt Köhler verteidigt umstrittenes Grenzwert-Papier

Die Stellungnahme von Dieter Köhler und anderen Lungenärzten beruhte auf falschen Annahmen. Doch die Autoren weisen Vorwürfe der Fehlberechnung von sich.
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Deutsche und internationale Experten hatten der Stellungnahme bereits widersprochen. Quelle: dpa
Luftverschmutzung

Deutsche und internationale Experten hatten der Stellungnahme bereits widersprochen.

(Foto: dpa)

Berlin Der Lungenarzt Dieter Köhler rückt auch nach heftiger Kritik an Rechenfehlern in seiner vielbeachteten Stellungnahme zur Gefährdung durch Luftschadstoffe nicht von seiner Position ab. Die angebliche Fehlberechnung sei für die Autoren nicht nachvollziehbar, teilte er am Sonntag mit. In der Stellungnahme vom Januar war der Sinn von Feinstaub- und Stickoxid-Grenzwerten in Zweifel gezogen worden.

Der von nur etwa 130 der 3800 angeschriebenen Lungenärzte unterschriebene Text hatte eine breite Debatte über die Grenzwerte ausgelöst. Deutsche und internationale Experten hatten der Stellungnahme entschieden widersprochen, unter anderem unter Verweis auf neue Forschungsergebnisse. Die medizinischen Aussagen zur gesundheitlichen Relevanz der geltenden Grenzwerte blieben für die Autoren unverändert, hieß es von Köhler nun.

Die Zahl der Unterzeichner habe sich seit der ursprünglichen Stellungnahme noch erhöht – um wie viele genau, wurde nicht mitgeteilt. Über die Rechenfehler in der Stellungnahme hatte zunächst die „taz“ berichtet. Sie gingen auf fehlerhafte Umrechnungen und falsche Ausgangswerte zurück, hieß es am Donnerstag in dem Bericht. Dabei ging es unter anderem um die von Rauchern aufgenommene Feinstaubdosis. Köhler hatte daraufhin Irrtümer eingeräumt.

Bereits zuvor hatten Experten betont, dass ein Vergleich zwischen anhaltender Belastung durch verschmutzte Luft und vorübergehender Belastung nicht zulässig sei. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte darauf verwiesen, dass Grenzwerte jeden – auch Kleinkinder und Lungenkranke – schützen müssten, nicht nur gesunde Erwachsene.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und und der Verkehrsclub ADAC hatten die möglichen Auswirkungen der Initiative Köhlers auf Fahrverbote hingegen begrüßt. Den Vorwurf, die Autoren seien durch die Automobilindustrie korrumpiert, wies Köhler am Sonntag erneut zurück. Er entbehre jeglicher Grundlage.

Der Stickstoffdioxid-Grenzwert liegt im Jahresmittel bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Grenzwerte für Feinstaub hängen von der Partikelgröße ab. Sie werden auf EU-Ebene festgelegt und basieren auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Deutschland kann die Grenzwerte nicht eigenständig ändern – die große Koalition arbeitet aber an einer neuen Formulierung, der zufolge Fahrverbote „in der Regel“ nur dort zulässig sein sollen, wo der Jahresmittelwert 50 Mikrogramm überschreitet. Die EU hätte dagegen bis Mittwochabend vorgehen können, tat dies aber nicht.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Abgas-Debatte: Lungenarzt Köhler verteidigt umstrittenes Grenzwert-Papier"

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  • Die NOX- und Feinstaublügner hinterfragt bis heute niemand. Da werden von DUH, GRÜNEN einfach exorbitanteTodeszahlen veröffentlich für die es noch nicht einmal den Ansatz eines Nachweises gibt. Beim 24-fachen NOX-Wert also 950 mg am Arbeitsplatz in Werkhallen müßten die Arbeitnehmer dort nach ein paar Jahren Reihenweise massive Gesundheitsprobleme haben, haben sie aber nicht. Langzeitschäden wurden bis heute keine nachgewiesen. In den USA, Vorreiter in Sachen Schadstoffausstoß bei Autos, liegt der NOX-Wert bei 103 mg. Die ganzen Studien der sog. Umweltfanatiker sind epidemiologische Studien die auf Basis von Vergleichsgruppen arbeiten ohne zu hinterfragen ob die Zusammensetzung der Gruppe identisch (vergleichbar) ist und somit nicht andere Risiken das Ergebnis überpropotional beeinflussen. Hier wird häufig Korrelation mit Kausalität gleichgesetzt, was aber falsch ist.
    Dass die Messwerte gefakt sind, durch bewußt falsche Aufstellung der Meßstationen wird weiterhin von eben diesen Hetzern wie DUH, GRÜNEN herunter gespielt oder verschwiegen. Es wird gezielt dort gemessen wo man die höchsten Schadstoffewerte erwartet, also meist direkt an der Ampel und fast am Auspuff des Autos. Mißt man 5- 10 Meter weiter weg ist der Schadstoffanteil nur noch gering, aber das ist ja nicht Ziel der Messung die tatsächliche Luftqualität zu messen, es geht hier um falsche Werte für Panikattacken gegen das Auto im allgemeinen und um den Diesel im speziellen.
    Das Grundsätzliche Ergebnis der Lungenfachärzte wird durch diesen kleinen Umrechnungsfehler nicht grundsätzlich widerlegt oder verfälscht. Die DUH, GRÜNEN wollen dies doch nur dazu nutzen um ihre Falschmeldungen und Panikattacken weiter zu kolportieren. Dass das HB diese Propaganda der DUH, GRÜNEN kritiklos übernimmt zeigt doch nur wie weit der Journalismus in Deutschland bereits Links und Grün und faktenfrei versifft ist.

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