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Änderungen zum Jahreswechsel Die Steuerlast sinkt – allerdings kaum spürbar

Im neuen Jahr zahlen die meisten etwas weniger Steuern. Doch Änderungen bei den Sozialabgaben führen dazu, dass der große Wurf ausbleiben wird.
16.12.2019 - 12:58 Uhr Kommentieren
Steuerlast: Deutsche zahlen zum Jahreswechsel weniger Steuern Quelle: dpa
Steuern

Die Entlastungen sollen bis zu sechs Milliarden Euro betragen, doch das dringt kaum zu den Steuerzahlern durch.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bürger und Wirtschaft werden zum Jahreswechsel erneut um rund sechs Milliarden Euro bei der Steuer entlastet. Wirklich merken dürften die meisten Bürger die Entlastungen freilich nicht, zumal das steuerliche Sammelsurium von Änderungen bei den Sozialabgaben überlagert wird.

So dürften einige gesetzliche Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag leicht erhöhen. Auch viele private Krankenversicherungen erhöhen ihre Beiträge. Im Gegenzug sinkt der Arbeitslosenbeitrag um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent. Gleichzeitig steigt die Beitragsbemessungsgrenze in Arbeitslosen- und Rentenversicherung (West) um 2.400 auf 82.800 Euro.

Nach langem Gezerre ist nun auch klar, dass die im Klimapaket beschlossenen Steueränderungen zum Jahresstart kommen werden. Am Freitag dürfte der Bundesrat dem ausgehandelten Kompromiss zustimmen, sodass der niedrigere Mehrwertsteuersatz für Bahntickets und die Steuervorteile für die energetische Modernisierung von Immobilien zum Jahreswechsel in Kraft treten werden.

Die höhere Pendlerpauschale für Fernpendler kommt erst 2021. Bereits zuvor war beschlossen worden, dass die Steuer auf Flugtickets zum 1. April steigt – gestaffelt nach Entfernung. Ebenfalls beschlossen ist eine neue Grundsteuer, die aber erst ab 2025 gilt, sowie der Teilabbau des Solidaritätszuschlags ab 2021.

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    Bereits kommendes Jahr wird der Einkommensteuertarif leicht nach rechts verschoben. Der Grundfreibetrag steigt von 9168 auf 9408 Euro. Der Kinderfreibetrag wird ebenfalls entsprechend angehoben. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift für Singles künftig ab 57.051 anstatt bislang ab 55.961 Euro. Die Steuerzahler werden dadurch um rund 4,5 Milliarden Euro entlastet.

    Neben dieser Änderung des Steuertarifs wurde mit dem Jahressteuergesetz ein Sammelsurium von Einzelreformen verabschiedet. So steigen die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen oder doppelter Haushaltsführung. Künftig dürfen 28 Euro für ganze Tage und 14 Euro für Abwesenheitstage mit mehr als acht Stunden steuerfrei erstattet werden. Für Berufskraftfahrer gibt es einen neuen Pauschbetrag von acht Euro pro Kalendertag.

    Förderung für E-Mobilität

    Besonders gefördert wird zudem die Gewährung eines Elektroautos als Dienstwagen. Ab 2020 müssen E-Dienstwagen-Fahrer monatlich nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als Einkommen versteuern; bei einem Verbrenner ist ein Prozent des Listenpreises steuerpflichtig. Das Aufladen von privaten E-Autos am Arbeitsplatz bleibt auch 2020 steuerfrei, genauso wie ein vom Arbeitgeber gestelltes Dienstfahrrad.

    Ferner werden Arbeitgeberleistungen für Jobtickets oder Vergleichbares künftig vom Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent versteuert. Steuerfrei werden Weiterbildungen des Arbeitgebers, sofern diese keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben.

    Angesichts der Wohnungsnot vor allem in den Metropolen wird ein neuer Bewertungsabschlag für Mitarbeiterwohnungen eingeführt. Danach ist eine Wohnung, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zum Wohnen überlässt, grundsätzlich kein steuerpflichtiger Sachbezug. Voraussetzung ist jedoch, dass die vom Arbeitnehmer gezahlte Warmmiete mindestens zwei Drittel der ortsüblichen Miete entspricht und diese nicht mehr als 25 Euro pro Quadratmeter beträgt.

    Grundsätzlich bleiben Sachbezüge vom Arbeitgeber weiterhin bis zu 44 Euro im Monat steuerfrei. Dies gilt auch für Sachbezüge in Form von Gutscheinen und Geldkarten, allerdings nur dann, wenn die Sachbezüge zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden und die Gutscheine oder Karten keine Barzahlungs- oder Wandlungsfunktion in Geld haben, sondern ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen.

    Für Verbraucher werden E-Books, E-Paper und Monatshygieneartikel wohl zum Jahreswechsel günstiger. Anstatt mit 19 werden diese Güter künftig nur noch mit sieben Prozent Umsatzsteuer belastet. Die Preise müssten daher um rund zehn Prozent sinken – sofern Hersteller und Handel diesen Steuervorteil auch an die Verbraucher weitergeben.

    Wer als Übungsleiter tätig ist, profitiert ab dem Jahreswechsel von einer höheren Steuerpauschale. Das gilt nicht nur für Amateur-Trainer, sondern etwa auch für Ausbilder, Erzieher und Betreuer alter, kranker oder behinderter Menschen.

    Neue Forschungsförderung

    Um diesen Freibetrag nutzen zu können, muss ein Steuerpflichtiger nebenberuflich für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein und im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten oder künstlerisch tätig sein.

    Ab Januar steigt diese Übungsleiterpauschale von 2400 Euro auf 3000 Euro. Gleichzeitig wird die Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro pro Jahr erhöht. Sie gilt beispielsweise für ehramtliche Kassen- oder Platzwarte in Sportvereinen.

    Für Gewerbetreibende steigt die Kleinunternehmergrenze in der Umsatzsteuer. Ab 2020 gilt: Im Vorjahr darf der Umsatz 22.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Jahr vermutlich nicht über 50.000 Euro liegen. Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit; bislang betrug die Grenze 17.500 Euro.

    Unternehmen aller Art werden künftig steuerlich gefördert, wenn sie forschen. Grundsätzlich sollen pro Unternehmen Personalkosten bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr gefördert werden. Das entspricht bei einer Förderquote von 25 Prozent einem Steuerrabatt von maximal 500.000 Euro. Die neue Förderung gilt unbegrenzt und für alle Unternehmen unabhängig von ihrer Größe.

    Mehr: Die Weltgemeinschaft ist beim Thema Klima zerstritten wie nie. Sie schiebt die zentralen Entscheidungen auf 2020. Dabei steigt der Handlungsdruck immens.

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