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Ärger mit Astra-Zeneca EU will Übersicht über Impfstoff-Exporte

Pharmaunternehmen sollen künftig eine Genehmigung brauchen, um Corona-Impfstoffe aus der EU auszuführen. In wenigen Tagen soll es ein Register geben.
25.01.2021 - 14:34 Uhr 3 Kommentare
Die EU will sich einen Überblick verschaffen, was mit Impfstoffen passiert, die in den Mitgliedsländern produziert werden. Quelle: AFP
Ursula von der Leyen

Die EU will sich einen Überblick verschaffen, was mit Impfstoffen passiert, die in den Mitgliedsländern produziert werden.

(Foto: AFP)

Brüssel, Berlin Die EU will künftig offenbar sicherstellen, von in der EU ansässigen Impfstoffherstellern nicht benachteiligt zu werden. Die Hersteller benötigten künftig eine Lizenz zum Export, die aber bei Gütern für humanitäre Zwecke regelmäßig erteilt werde, kündigte die EU-Kommission an diesem Montag in einer Sitzung mit den 27 EU-Staaten an.

Alle geplanten Exporte von Vakzinen aus der Europäischen Union in Drittstaaten sollten in einem Transparenzregister erfasst werden und genehmigungspflichtig sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen.

Das Register solle binnen weniger Tage in Kraft gesetzt werden. Im Vordergrund stehe die Transparenz, hieß es.

Hintergrund ist die Impfstoff-Knappheit in der EU und der Streit mit Astra-Zeneca. Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, dass er zunächst geringere Mengen an die EU liefern werde als vertraglich vereinbart.

Bei der ersten virtuellen Sitzung des neugewählten CDU-Bundesvorstandes sprach Gesundheitsminister Jens Spahn davon, die EU solle eine Genehmigungspflicht für Impfstoff-Exporte prüfen. Dann könne man Informationen darüber erhalten, ob und wenn ja welche Impfstoffe die EU verließen und einen solchen Export gegebenenfalls unterbinden. In den USA gebe es eine solche Exportbeschränkung.

Kanzlerin Angela Merkel wiederholte nach Informationen von Teilnehmerkreisen ihre Ankündigung, im Spätsommer solle es ein Impfangebot an alle geben, die dies wollten. Sie habe betont, Pflegekräfte sollten schnell geimpft werden.

Mehr: Warum die Massenproduktion von Corona-Impfstoffen nur mühsam anläuft

  • dpa
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3 Kommentare zu "Ärger mit Astra-Zeneca: EU will Übersicht über Impfstoff-Exporte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist sinnvoll den geordneten Prozess der Zulassung einer Impfung in Europa ohne Abstriche durchzuführen. Ich farge mach, was haben britische Pensionisten davon, wenn Sie nach Verabreichung einer AstraZeneca Impfung sich für geschützt halten und danach schwer erkanken? Das ist Wasser auf die Mühlen der Impfgegner, die dann mit Recht behaupten, dass eine Impfung nicht hilft dafür aber hohe Risiken mit sich bringt. Gerade in heiklen Situationen darf man sich nicht unter Druck setzen lassen, das führt oft zu schlechten Entscheidungen (alte Management Weisheit ;-)

  • Wenn man die Zuständigkeitskaskade der EU genauer ansieht (Tagesspiegel vom 24.01.2021), wird man unschwer feststellen können und müssen, das es tatsächlich allen Organigrammen zum Trotz keine Verantwortlichkeiten in Brüssel gibt. Die zypriotische Gesundheitskommissarien ist Psychologin und heißt Stella Kyriakides. Sie hat noch nie in ihrem Leben Verhandlungen mit einem Impfstoffhersteller geführt. Sie hat Dutzende von mehr oder weniger quailifizierten Mitarbeiterinnen. Mit den Kohorten von Pfizer Anwälten verhandelte dann sogar Blackrock. Allein das ist ein ungeheurer Vorgang. Hinter allen Kulissen agiert unsere verehrte Kommissionspräsidentin und noch weiter hinten unsere Bundeskanzlerin.
    Kerkhoff spricht im Interview des Handesblattes vom 25.01. von "Vollversagen der EU". Ja das ist es und während jeden Tag Menschen in ganz Europa sterben, bröckelt das Vertrauen in die EU. Das ist mindestens genauso schlimm. Die EU ist und bleibt eine unverantwortete, anonyme Institution. Ich fürchte, die Briten hatten Recht.Ich hoffe, das Handelsblatt geht der Sache auf den Grund.

  • Das mag ja gut und richtig sein. Der größte Hebel, den die EU jedoch hat bleibt ungenutzt: die schnellere Zulassung der Impfstoffe von Astra Zeneca, Johnson und Johnson sowie Curevac. Sowie die verbindliche Abnahme großer Mengen mindestens zum Selbstkostenpreis auch bei Nichtzulassung, so dass die entsprechenden Firmen nicht erst Produktionskapazitäten aufbauen wenn sie Zulassung haben. Außerdem sollte in der akuten Krise (in der wir ja auch Grundrechte und Schulpflicht etc. einfach außer Kraft setzen können) ein Impfstoff schon dann zugelassen werden wenn die USA oder UK den Impfstoff zulassen; hier dürfen wir keinen einzigen Tag länger brauchen.

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