AfD-Anzeige in der taz „Wir sind eben käuflich“

Die eurokritische AfD hat in der links-alternativen taz eine Anzeige geschaltet. In den sozialen Medien gibt es harte Kritik. Auch von Abo-Kündigungen ist die Rede. Die taz-Redaktion verteidigt sich mit einem Bekenntnis.
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taz-Chefredakteurin Ines Pohl und die Anzeige der AfD. Quelle: Meedia.de

taz-Chefredakteurin Ines Pohl und die Anzeige der AfD.

(Foto: Meedia.de)

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in der links-alternativen tageszeitung eine Anzeige zur Europawahl geschaltet. Dier harsche Kritik an der taz in den sozialen Medien konterte die Zeitung mit dem Bekenntnis: „Wir sind eben käuflich.“

Das „käuflich“ ist dabei durchaus im Wortsinne zu verstehen. Zur Erläuterung verlinkt die taz auf einen Hausblog-Beitrag von 2011, in dem die Finanzstruktur der taz offengelegt wird. Demnach finanziert sich die taz nur zu zehn Prozent aus Werbung, den Löwenanteil steuern bezahlte Abos bei.

Will heißen: Die taz ist in Form von Abos und einzelnen Ausgaben eben käuflich. Für ihre Leser. In dem alten Blog-Beitrag argumentiert die Redaktion, dass die taz zwar ohne die Anzeigen überleben könne, dass dafür aber Mitarbeiter entlassen werden müssten, die Seitenzahl reduziert werden müsste oder die Abos deutlich verteuert werden müssten.

Fazit der taz im aktuellen Streit um die AfD-Anzeige: Der Stein des Anstoßes ist ein kleines, blaues Rechteck unten links auf Seite 2 der Berlin-Ausgabe der taz vom Samstag.

Bei Twitter werfen taz-Leser der Zeitung vor, rassistische oder sexistische Anzeigen auch abzulehnen. Die AfD wird teilweise als Nazi-Partei bezeichnet und mit der rechtsextremen NPD in einen Topf geworfen. Die taz argumentiert:

Allerdings lassen sich viele taz-Leser bei Twitter nicht beruhigen und schimpfen weiter. Für die taz ist die Abwägung tatsächlich nicht einfach: Die eigene, empfindliche Leserschaft nicht verärgern oder eine potenziell umstrittene Anzeige drucken. Interessant wäre freilich zu wissen, wie viele der Beschwerdeführer bei Twitter tatsächlich ein taz-Abo besitzen …

Die Veröffentlichung der AfD-Anzeige sorgt auch taz-intern für heiße Diskussionen. Die taz hat als Reaktion auf die Diskussion rund um die AfD-Anzeige am heutigen Dienstag ihre Anzeigen-Richtlinien in der Zeitung veröffentlicht, um zu dokumentieren, dass die Veröffentlichung von den Richtlinien gedeckt ist. Gleichzeitig distanzieren sich sieben taz-Mitarbeiter der Berlin-Redaktion im tazblog von der Veröffentlichung der Anzeige.

Die Unterzeichner schreiben: „Es ist ein Missverständnis, dass die AfD eine rechte Partei wie etwa die NPD sei: eine Partei, in der die sozial Benachteiligten ihren Frust anhand von dumpfen Ressentiments auf 'die Anderen' (Ausländer, Schwarze, Homosexuelle etc.) ablassen können.” Sie bezeichnen die AfD als ein „Elitenprojekt” und unterstellen der Partei „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit”. Der Beitrag schließt mit den Worten: „Wenn die AfD nicht unter die Anzeigen-Kriterien der taz fällt, aber dennoch menschenverachtende und anti-demokratische Positionen vertritt, müssen wir diese Kriterien dringend anpassen.”

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22 Kommentare zu "AfD-Anzeige in der taz: „Wir sind eben käuflich“"

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  • Die AfD verlost taz-Abonnements,
    weil aufgebrachte taz-Leser ihr Abonnement gekündigt haben... *lachlaut*

    https://www.facebook.com/afdberlin/posts/265104817004991

  • die AfF ist für die meisten Menschen,und vor allem für die etablierten Parteien, intellektuell einfach zu unbequem. Wer will mit den europäischen Nachbarn nicht in Frieden leben? Dies kann höchstens dadurch gefährdet sein, daß Nachbarn bewußt über ihre Verhältnisse leben, d.h., mehr ausgeben als einnehmen, dadurch Schulden aufhäufen, für die der andere(grundsätzlich friedfertige)europäische Nachbar unter der Erpressung aufkommen soll, daß ansonsten Krieg ausbricht(ohne Euro, kein Frieden).

  • Fehlentwicklungen werden nur die Macht des Faktischen reguliert. Selbst wenn man recht hat, wird man nieder gemacht. Die Regulierung kann dauern und in der Zwischenzeit kann viel Schaden angerichtet worden sein.

  • Schauen Sie mal in Das Programm der AfD.

  • Was verstehen Sie unter "Faschismus"?
    Wo haben Sie gelesen, dass die AfD "AfD will ja sogar Fracking"?

    Verbeiten Sie gezielt Lügen?

  • Wenn das so wäre, warum stellt man die AfD fälschlicherweise in die rechte Ecke? Daran sieht man, wie falsch das ist.

  • Sie sind zu dumm zu erkennen, dass die AfD die von der Union verlassene Mitte aufsaugt. Mit Rechtsextremen hat die AfD nichts zu tun. Sehen Sie sich mal das Programm und die Erklärung zum Beitritt in diese Partei an. Wahrscheinlich sind Sie absolut uniformiert. Hauptsache einige Millionen deutsche Bürger entscheiden sich für die AfD, die das politische Spektrum verändern wird.

  • Gegen das Recht auf freie Meinungsäußerungen ist gar nichts einzuwenden. TAZ und AfD haben nichts falsch gemacht. Leider haben die Blockparteien grundweg auf Argumente im EU-Wahlkampf verzichtet. Hatten sie der überzeugenden AfD nichts entgegenzusetzen? Gut, dass die AfD aus der Alternativlosigkeit der Altparteien entstanden ist, sonst hätten wir zu den EU-Wahlen ein riesiges Loch in der Mitte der Parteienlandschaft gehabt. Jetzt sollten wir der AfD eine Chance geben, die die Altparteien vergeudet haben.

  • Was für ein Land? Jetzt wollen Linksfaschisten in den sogenannten überflüssigen sozialen Medien auch den Rest der freien Presse die ohnehin schon am Boden liegt in ihrem Sinn manipulieren! Wer Demokratie meint muss Freiheit erlauben aber das fällt Roten und Braunen Absolutisten schwer. Diktaturen haben schon immer auf gelenkte Schafe gesetzt. Unsere Demokratie hat sich leider schon sehr weit in diese Richtung entwickelt.

  • nur weil immer gesagt und geschrieben wird, dass die AfD rechts sein soll, stimmt das doch noch lange nicht. Vor nicht allzu langer Zeit hieß es auch noch der Pluto sei ein Planet, was er eben nicht ist oder die Erde ist eine Scheibe. Dieses ständige verleumden der AfD lenkt nur von den Fehlern von CDU CSU und FDP und im weiteren Verlauf der Republik von Grünen und SPD ab. 16 Jahre Kohl 8 Jahre Adenauer 12 Jahre Merkel, Adenauer hat uns dieses miese Rentensystem als Wahlgeschenk aufgedrückt obwohl damals die demographische Entwicklung abwärts ging. Die CDU CSU und FDP haben es versäumt eine Politik zu betreiben die uns kinderreiche Familien beschert, die SPD hat die Arbeitnehmer mit der AGENDA 2010 und Minijobs an die Haie verfüttert. Die Grünen wollten das Kinderf... straffrei bleiben. Die FDP hat...? was haben die eigentlich geleistet? usw.

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