AfD-Chef beklagt Überbelastung Lucke droht mit Abgang

AfD-Chef Bernd Lucke klagt, er müsse entlastet werden, die interne Koordination sei zu kompliziert. Er denke deshalb darüber nach, ob er wirklich noch einmal kandidieren will. Andere AfDler sehen das als Drohung an.
10 Kommentare

Kann die AfD ohne Lucke? Hoffentlich!

BerlinDer Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, erwägt nach eigenen Angaben, im kommenden Jahr nicht mehr für sein Amt zu kandidieren. „Ich habe noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde“, sagte Lucke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe). Er wolle „ab und zu auch mal wieder Zeit für meine Familie“ haben. „Vielleicht bieten sich andere Führungspersönlichkeiten an.“

Lucke verband seine Äußerung mit der Forderung, in der Partei die Ämter eines alleinigen Parteivorsitzenden - bisher sind es drei - und eines Generalsekretärs zu schaffen. Bei drei Vorsitzenden sei der Koordinationsbedarf zu hoch. „Tatsächlich geht es darum, dass ich entlastet werden muss von dem erdrückenden Arbeitspensum“, sagte Lucke.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry kritisierte den Vorstoß ihres Kollegen. Sie arbeite „ungern mit Drohungen“, sagte sie der „FAZ“. Das Modell der drei Parteivorsitzenden habe sich bewährt. Der dritte Bundesvorsitzende der Partei, Konrad Adam, sagte seinerseits der Zeitung, Lucke sei „in mancher Beziehung unentbehrlich“. Aber der Erfolg der AfD sei mit dem bisherigen Modell erreicht worden. Es sei „nicht das erste Mal“, dass Lucke drohe, nicht mehr anzutreten.

In der AfD gibt es seit geraumer Zeit Diskussionen über die künftige Struktur und auch die Machtaufteilung.

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  • afp
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10 Kommentare zu "AfD-Chef beklagt Überbelastung: Lucke droht mit Abgang"

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  • Guter Videokommentar von Frau Springfeld.

    Faire Äußerungen über die AfD ist man ja nun auch nicht gewohnt!

  • Dieser Richtungsstreit muss auch in absehbarer Zeit geklärt werden und nicht erst in ein paar Jahren. Es muss klar sein wohin diese Reise geht!
    Ich persönlich glaube nicht das eine FDP 2.0 funktionieren würde, so wie es sich Lucke und Henkel sicher am meisten wünschen. Ich plädiere klar für eine eher national-konservative Ausrichtung (so wie früher die CSU einmal war) mit liberalem Wirtschaftsflügel, so wie die AfD auch mehrheitlich von vielen empfunden wird. Dafür gibt es definitiv noch eine Lücke in Deutschland die von der AfD gefüllt werden kann!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Alle Nonsens! Konstruktiv und im Erfolg vereint!
    So muss es sein! Die Sektflasche für Hamburg sind schon kaltgestellt!

  • @Norbert Wolter
    Wo liegt ihr Problem? Die Partei muss sich nur ein Werteprogramm (Außenpolitik, Energie, Sozial, Finanz usw.) geben und ALLE haben sich an diesen Werteprogramm der Partei zu orientieren. Extreme Stellungen/Meinung werden bei so einen Werte-Parteien-Programm schnell identifiziert und zu einer Stellungnahme/Rechenschaft bewogen. Dieses Werteprogramm und die Werte eine Partei müssen von der Parteiführung im Auge behalten werden und immer wieder gepflegt und vertreten werden. Das kann im Hintergrund sehr konzentriet passiern.

  • Der Dompteur der Nazis verlässt das sinkende Schiff. Gut so.

  • "Jetzt sollten die Aufbauleister etwas mehr in den Hintergrund treten und von dort aus die Partei auf dem richtigen (marktwirtschaftlichen und Mut zur Wahrheit) Kurs halten - steuern."

    Blanker Unsinn!! Ein Parteivorsitzender und Zugpferd einer Partei wird eine Partei nicht aus dem Hintergrund heraus führen können. Fakt ist, dass Lucke und Henkel vielen in dieser Partei zu unbequem geworden sind. Sie sollen nur noch als Venusfliegenfallen mit bürgerlich-liberalen Anstrich Wählerinnen und Wähler anlocken, während sie in ihrer eigenen Partei mehr und mehr kalt gestellt werden. Wenn es Lucke wirklich ernst meint, eine bürgerlich-liberale Alternative darstellen zu wollen, muss er sein Mandat in Brüssel aufgeben und sich auf die Partei, insbesondere den Kampf gegen kotbraune, sozialistische, verschwörungstheoretische Ansichten und "compacten" Unsinn konzentrieren. Während Lucke in Brüssel jammert, wird die Basis von fragwürdigen Charakteren immer mehr auf einen noch fragwürdigeren natonalen, prorussischen und antiwestlichen Kurs getrimmt. Lucke wird nur noch solange geduldet, bis man glaubt, ihn nicht mehr zu brauchen. Ich möchte nicht von ewiggestrigen im Parlament vertreten, geschweige denn regiert werden. Daher lautet meine Wahlempfehlung für Hamburg und an alle bürgerlich-liberal eingestellten Menschen: AfD nicht wählen!

  • Das ist doch alles Nebensache. Für uns Wähler ist in erster Linie wichtig, dass sich die AfD etabliert und wir eine Alternative zum Einerlei haben. Und das geht nur, wenn sie (1) zusammenhält, (2) Querulanten in den eigenen Reihen (die es immer gibt) zurückruft und (3) sich zur Mitte hin orientiert.

  • Der Aufbau ist durch Lucke und den anderen geleistet worden. Jetzt sollten die Aufbauleister etwas mehr in den Hintergrund treten und von dort aus die Partei auf dem richtigen (marktwirtschaftlichen und Mut zur Wahrheit) Kurs halten - steuern. Andere sollten jetzt in den Medien und Diskussionsrunden in den Vordergrund gestellt werden. Lucke und CO. sollen im Hintergrund dafür sorgen, dass die Werte (konservativ-liberale-marktwirtschaftlich-freiheitliche) der AfD eingehalten werden.

  • Lucke erwägt Rückzug
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    Er fühlt sich überfordert.
    Er wünscht sich mehr Zeit für seine Familie.
    Und er ist gegen die Dreierspitze.
    Die gibt es sonst nirgends in der Politik.
    In der CDU regiert Merkel, in der CSU Seehofer, in der SPD Gabriel. Nur bei den Grünlingen gibt es eine Doppelspitze. Aber das ist dem Genderwahn geschuldet.

    Da sollte die AfD einmal in sich gehen und sich für einen Vorsitzenden entscheiden.

    Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry kritisierte den Vorstoß ihres Kollegen. Sie arbeite „ungern mit Drohungen“, sagte sie der „FAZ“. Das Modell der drei Parteivorsitzenden habe sich bewährt.

    Inwiefern? Das sind doch nur Nebenkriegsschauplätze. Es geht um den Erfolg einen neuen Partei. Um nicht mehr und weniger.

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