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AfD Historiker vergleichen Gauland-Text mit Hitler-Rede

In einem umstrittenen Gastbeitrag von AfD-Chef Gauland sehen Historiker Parallelen zu einer Rede, die Adolf Hitler 1933 vor Arbeitern gehalten hat.
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AfD: Internationales Auschwitz Komitee kritisiert Gauland scharf Quelle: dpa
Alexander Gauland

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte am vergangenen Samstag einen Gastkommentar des Partei- und Fraktionschefs der AfD veröffentlicht.

(Foto: dpa)

Berlin Alexander Gauland liebt die Provokation. Für seinen Gastbeitrag in der „FAZ“ muss der AfD-Partei- und Fraktionschef nun heftige Kritik einstecken. Mehrere Historiker werfen dem 77-Jährigen vor, sein Text erinnere in Duktus und Argumentation stark an eine Rede, die Adolf Hitler 1933 vor Arbeitern gehalten hatte.

Michael Wolffsohn sagte dem „Tagesspiegel“, wer die Hitler-Rede nicht kenne, dem juble Gauland „Adolf Hitler light“ unter. „Es ist schlimm, dass Gauland seinen gebildeten Anhängern signalisiert, dass er Rede und Duktus Hitlers kennt und dass er die gegen die Juden gerichteten Vorwürfe Hitlers nun auf die Gegner der AfD von heute überträgt.“

Der NS-Forscher Wolfgang Benz sagte dem „Tagesspiegel“, der Text sei „ganz offensichtlich eng an den Hitlers geschmiegt“. Es handle sich nicht um ein Plagiat, aber um eine Paraphrase. Diese wirke so, „als habe sich der AfD-Chef den Redetext des Führers von 1933 auf den Schreibtisch gelegt, als er seinen Gastbeitrag für die ,FAZ' schrieb“.

Das Internationale Auschwitz Komitee wirft Gauland vor, er wolle die deutsche Gesellschaft „durch Hass und die Förderung niedriger Instinkte zerstören“.

Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident der von Überlebenden des Holocaust gegründeten Organisation, sagte: „Auschwitz-Überlebende kennen die Gaulandsche Strategie aus der eigenen Lebenserfahrung während der Nazi-Jahre: Menschen zu stigmatisieren und sie als Artfremde und Wurzellose innerhalb der heimischen Gesellschaft zu charakterisieren und dann das „gesunde Volksempfinden“ gegen sie zu mobilisieren.“

Auch der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht bei Gaulands Text und Hitlers Siemensstadt-Rede Parallelen. In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ schreibt er: „Hitlers Anhänger verstanden ihn und schrien bei seinen Parolen gegen die internationalen Eliten ,Juden' dazwischen – selbst dort, wo er sie nicht direkt erwähnte.“

Genau das solle dieser Text von Gauland jetzt wieder erreichen. „Nur dass nicht die Juden gemeint sind, sondern wir. Die Demokraten dieses Landes“, so Gabriel.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte am vergangenen Samstag einen Gastkommentar des Partei- und Fraktionschefs der AfD veröffentlicht. Darin beschreibt Gauland eine „globalisierte Klasse“, die „kulturell und politisch den Takt“ vorgibt. Ihr gegenüber stünden die bürgerliche Mittelschicht und Menschen, die schlecht bezahlte Jobs hätten und „ihre Heimat verlieren, weil es ihr Milieu ist, in das die Einwanderer strömen“.

Gaulands Berater Michael Klonovsky sagte, er habe mit Gauland vorab über den Beitrag gesprochen. Der AfD-Vorsitzende habe diesen jedoch selbst verfasst. Weder er noch Gauland hätten den Wortlaut der Rede gekannt, in der Hitler eine „Frühform der Globalisierung mit antisemitischen Konnotationen“ beschrieben habe. Klonovsky erklärte: „Ich sehe keine Parallelen außerhalb der reinen Tatsachenbeschreibung.“

  • dpa
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