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AfD in Schleswig-Holstein Inkompetent und gefährlich – für SPD und Grüne

Die AfD in Schleswig-Holstein ist die einzige Partei im Norden, der die Bürger praktisch keine politische Kompetenz zutrauen. Dennoch könnte sie den Einzug schaffen. Die aktuelle Koalition hätte dann keine Mehrheit mehr.
9 Kommentare

SPD im Norden hofft auf Schulz-Effekt

Berlin Kämpfen bis zur Schließung der Wahllokale: Für die Landtagswahl am Sonntag in Schleswig-Holstein rufen der SPD-Vorsitzende Martin Schulz, Ministerpräsident Torsten Albig und Landeschef Ralf Stegner zum Wahlkampfeinsatz bis zuletzt auf. Aus gutem Grund. Denn gelingt der AfD der Einzug ins Landesparlament, wäre eine Fortsetzung der rot-grün-blauen Koalition – der sogenannten Küstenkoalition mit Vertretern der dänischen Minderheit – wohl nicht möglich.

Für die Sozialdemokraten wäre das bitter, zumal die AfD in Schleswig-Holstein so schlecht dasteht wie in keinem anderen Bundesland. In Umfragen bewegt sie sich zwischen 5 und 6 Prozent und damit klar unter dem Bundestrend. Und dennoch könnte sie wie in der Konstellation David gegen Goliath der Volkspartei SPD das Leben schwer machen. Das Abschneiden der AfD, die sich zuletzt auf Bundesebene äußerst zerstritten zeigte, wird mit besonderer Spannung verfolgt. Bei Wahlen übertrifft sie häufig ihre Umfragewerte.

Ob das auch im Norden gelingt? Die Bedingungen scheinen dafür nicht besonders günstig. Der Spitzenkandidat Jörg Nobis müht sich zwar, nicht als Rechtsausleger wahrgenommen zu werden. Bei Parteiveranstaltungen tritt er betont seriös auf, im Anzug und mit Krawatte. Zugleich räumt er ein, kein begabter Redner, sondern eher ein Mann der Zahlen zu sein. So listet er im Wahlkampf gern auf, wie hoch die Ausgaben für Flüchtlinge und für die Polizei sind.

Doch die Wähler scheint das wenig zu beeindrucken. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hat im April im Auftrag des NDR eine große Umfrage durchgeführt, in der unter anderem die Parteikompetenzen abgefragt wurden. Die AfD kommt dabei auf desaströse Werte. Praktisch auf keinem Politikfeld werden der Partei Kompetenzen zugebilligt. Selbst bei ihren Kernthemen, der Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie der Kriminalitätsbekämpfung, kann die AfD nicht punkten. Nur 3 Prozent der Befragten schätzen demnach die Kompetenz der Partei in diesen Bereichen besonders hoch ein.

Noch schlimmer: Beim Thema Schule und Bildung, das den Schleswig-Holsteinern laut der Umfrage am wichtigsten ist, halten gerade mal 1 Prozent der Befragten die AfD für kompetent. Genauso schlecht schneidet die Partei ab, wenn nach sozialer Gerechtigkeit, der Schaffung von Arbeitsplätzen, dem Voranbringen der Wirtschaft oder nach Haushalts-, Finanz-, Energie-, Familien- und Verkehrspolitik gefragt wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass Spitzenkandidat Nobis kaum als solcher wahrgenommen wird. Auf die Frage nach der Zufriedenheit mit dem AfD-Politiker gaben 71 Prozent der Befragten an, ihn nicht zu kennen. Was vielen hingegen sofort auffällt, ist die Zerstrittenheit der Partei. Immerhin 81 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: „Die AfD ist zu zerstritten, um ernsthaft Politik mitgestalten zu können.“

Wie sich Wahlkämpfe entscheiden
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9 Kommentare zu "AfD in Schleswig-Holstein: Inkompetent und gefährlich – für SPD und Grüne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Alessandro Grande05.05.2017, 14:41 Uhr

    "Nennt mir vor allem alle mal 3 Kernkompetenzen von Merkel."

    Merkel ist Kanzlerin. Die braucht nur eine Kernkompetenz = Machterhaltung.

  • Nennt mir vor allem alle mal 3 Kernkompetenzen von Merkel.

    Nein, ich meine nicht die drei bekannten: Einen Bullshit nach dem Anderen bauen und das Land wie Europa damit ruinieren, die Folgen stur aussitzen und alle Kritiker mit System wegekeln.

  • @ W. Heinrich05.05.2017, 12:48 Uhr

    "Banken schaffen kein Wohlstand "
    Diese Aussage stimmt so nicht. Ich will nicht weiter auf die Missstände während der Finanzkrise und auch jetzt noch zwischen Banken und Politik eingehen, aber Banken erbringen eine volkswirtschaftliche Leistung. Nun kann man zwar der Meinung sein, diese könnten auch von anderen erbracht werden, dann haben diese aber die Funktion von Schattenbanken. Über die Leistung von Banken sagt dies aber nichts. Sicher kann man über Verfehlungen von Banken diskutieren, hat aber mit der AfD in SH nichts zu tun.

  • @ Herr Old Harold05.05.2017, 14:04 Uhr

    "Die AfD hat auch keinerlei politische Kompetenz und auf ihrem Bundesparteitag in Köln stattdessen "Fundamentalopposition" beschlossen.

    Fundamentalopposition = fürstlich honoriertes, nutzloses Gequatsche.

    Wer dennoch plante die AfD in Schleswig Holsten zu wählen, sollte vorher den Wahl-O-Mat hier auf dieser Seite testen und seine Antworten mit den "Freien Wählern" vergleichen. Die scheuen keine Regierungsbeteiligung, haben keine verdeckten Neo-Nazis in ihren Reihen und machen seit Jahren in Bayern einen guten Job ! "

    Viele in den anderen Parteien haben auch keine politische Kompetenz. Im Übrigen haben die "Freien Wähler" in Bayern kommunalpolitisch gute Arbeit geleistet, auf Landesebene nicht. Bei ca. 10 % Stimmenanteil und ohne Regierungsbeteiligung dürfte das auch schwer fallen. Landespolitisch ist nur einer wirklich bekannt und an dessen politischer Kompetenz werden immer wieder Zweifel angemeldet.

  • Die AfD hat auch keinerlei politische Kompetenz und auf ihrem Bundesparteitag in Köln stattdessen "Fundamentalopposition" beschlossen.

    Fundamentalopposition = fürstlich honoriertes, nutzloses Gequatsche.

    Wer dennoch plante die AfD in Schleswig Holsten zu wählen, sollte vorher den Wahl-O-Mat hier auf dieser Seite testen und seine Antworten mit den "Freien Wählern" vergleichen. Die scheuen keine Regierungsbeteiligung, haben keine verdeckten Neo-Nazis in ihren Reihen und machen seit Jahren in Bayern einen guten Job !

  • Wenn es der AfD gelänge, eine rot-grüne Regierung zu verhindern (ob mit oder ohne SSW) dann ist ein Ziel schon erreicht - egal wie kompetent sie ist.

  • Ich erinnere mich noch sehr gut, dass sich das Handelsblatt für seine Berichterstattung über die AfD bei seinen Lesern entschuldigt hat. Sie ist gegründet worden, weil in unglaublicher Weise das Geld dieser Geselschaft den Banken ohne Rückforderung übergeben wurde. Banken schaffen kein Wohlstand und Zuwanderung in die Sozialsysteme auch nicht. Würden unsere Lenker endlich verstehen, dass diejenigen die mit Ihren unglaublich hohen Steuern und Sozialabgaben sich zurecht Sorgen über Ihre Zukunft und die ihrer Kinder machen, bräuchte es wohl keine AfD. Die Bürger sind es aber, die diese Transfers mit Ihrem Fleiß und Engagement erst möglich machen. Dass dann sicherlich bei ganz bodenständigen Bürgern die noch nie in der Politik waren sich auch wahrnehmbare Schwächen und Unerfahrenheit wiederspiegeln, ist nachvollziehbar, aber sicherlich keine allgemeine Schwäche sondern eher Mut, weil es eben so etwas wie Notwehr ist. Und das ist gut so

  • Was ich mich bei euch Medien immer wieder frage...warum hetzt ihr gegen die AfD, wenn ihr eh der Meinung seit, dass diese keinen Erfolg haben wird?

  • Eine Wahrnehmung der Oppositionspartei als "inkompetent" durch die Bevölkerung seitens eines mit der Regierung/Qualitätsmedien verbundenen Meinungsinstituts erstaunt nicht sonderlich.

    Man kann dies, wenn es so ist, sicherlich als Erfolgsmeldung im Sinne der Qualitätsmedien und Ihrer Berichterstattung betrachten.

    Wenn man dies von den Sachthemen ansieht....
    - Die Einwanderung/Umvolkungspolitik des Politiksystems ist sicherlich nicht im Interesse der Bevölkerung.
    - Die Alimentation überschuldeter, südeuropäischer Staaten in dieser Form ist für niemanden hilfreich.

    kann eine Regierung kaum destruktiver handeln als es die heutige Regierung tut.

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