AfD-Krise Lucke-Flügel startet Angriff auf die Nationalkonservativen

Nach dem Parteitags-Chaos bricht in der AfD neuer Streit los. Der wirtschaftsliberale Flügel macht massiv Front gegen die Nationalkonservativen in der Partei. Damit soll die Zahl der Lucke-Unterstützer vergrößert werden.
Update: 04.06.2015 - 12:14 Uhr 22 Kommentare
Will die AfD auch in Zukunft anführen: Parteichef Bernd Lucke. Quelle: dpa
Bernd Lucke.

Will die AfD auch in Zukunft anführen: Parteichef Bernd Lucke.

(Foto: dpa)

BerlinVor dem in wenigen Wochen geplanten entscheidenden Bundesparteitag startet der wirtschaftsliberale Flügel um den Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, eine Kampagne gegen dessen Rivalin im Kampf um die künftige Parteiführung, Frauke Petry. „Wir werden eine Bewertung der uns bekannten Bewerber und mit Sicherheit auch eine Empfehlung abgeben, nachdem Frauke Petry eine Einigung verweigert“, sagte die Vorsitzende von Luckes Verein „Weckruf 2015“, Ulrike Trebesius, dem Handelsblatt.

„Inhaltlich werden wir deutlich machen, wen wir für geeignet halten und wen nicht“, fügte die Europaabgeordnete hinzu. „Mit Sicherheit werden wir unsere bisherige vornehme Zurückhaltung ablegen und nicht weiter tatenlos zusehen, wie Herr Gauland, Frau Petry und Herr Pretzell und andere versuchen, Bernd Lucke zu beschädigen.“

Lucke erklärte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er habe den Vorschlag der AfD-Landesvorstände unterstützt, gemeinsam mit Petry abzutreten, um Platz für eine neue Spitze zu machen. Petry habe dies abgelehnt. Damit sei die Idee vom Tisch.

Bei dem für Mitte Juni geplanten und dann wegen juristischer Bedenken abgesagten Parteitag in Kassel sollte die Parteiführung von derzeit drei Vorsitzenden auf einen verkleinert werden – nach einer bis Dezember befristeten Doppelspitze. Lucke hat seine Kandidatur angekündigt und die Vorstandswahl zu einer Richtungsentscheidung erklärt. Damit ist eine Machtprobe zwischen Lucke und seiner Gegenspielerin Petry vorprogrammiert.

Sie gehe derzeit davon aus, dass Petry beim Parteitag gegen Lucke antreten werde, sagte Trebesius. Grundsätzlich kämen für Führungsposten alle Kandidaten in Frage, „die kompetent sind, genügend Zeit mitbringen und sich zu den bestehenden Leitlinien der AfD bekennen“, betonte sie. Eine Wahlempfehlung für Kandidaten, die derzeit alles tun, um die Partei „verantwortungslos an die Wand zu fahren“, könne sie sich aber nicht vorstellen.

Neben der sächsischen Landes- und Fraktionschefin Petry werden auch die Landeschefs Alexander Gauland (Brandenburg) und Marcus Pretzell (Nordrhein-Westfalen) dem nationalkonservativen Parteiflügel zugerechnet. Um diese Gruppe zu isolieren hatte Lucke und weitere Vertreter des liberal-konservativen Flügels kürzlich den Verein „Weckruf 2015“ gegründet. Dem Vernehmen nach schlossen sich der Initiative inzwischen rund 3.200 der insgesamt rund 21.000 Parteimitglieder an.

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22 Kommentare zu "AfD-Krise: Lucke-Flügel startet Angriff auf die Nationalkonservativen"

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  • Ihre Beobachtungen für die DDR treffen generell auf alle osteuropäischen, ehemaligen Ostblockstaaten zu.
    Die gesellschaftlichen Verfallserscheinungen, der nationale Selbsthass, oder die Eingeschüchtertheit, sich nicht dagegen zu wehren, sind dort viel weniger ausgeprägt als in den westeuropäischen Staaten.

    Die SED war –bei aller berechtigten Kritik an ihrer Führung und ihrem Staat– immer noch eine klassisch-marxistische, ökonomisch-linke Partei.

    Und all den Folgen, die das für die Bewohner der DDR gehabt hat, hat sie das von der neuen, westlichen Linken – der kulturellen Linken– und deren Auswüchsen lange Zeit gewahrt.

    Die SED predigte keinen Multikulturalismus, Feminismus, Gender-Ideologie und nationalen Selbsthass. Der Internationalismus der SED wurde als das friedliche Zusammenleben (kulturell und ethnisch definierter) Völker verstanden, und nicht als die theoretische und praktische "Dekonstruktion" des deutschen Volkes und anderer europäischer Völker.

    Statt Homo-Ehen einzuführen, wurde die Institution der Ehe und Familien mit Kindern staatlich gefördert.

    Und obschon es einen staatlich-geförderten Antifaschismus gab, ging dieser niemals auch nur ansatzweise soweit jegliche wertkonservative Ansicht, jedweden Ansatz von Nationalgefühl, und jedwede Abkehr vom Multikulturalismus (den es in der DDR nicht gab) mit "Faschismus" gleichzusetzen. "Der Feind" und die "Faschisten" waren für die SED in erster Linie die westlichen Nato-Staaten und "die Kapitalisten" und nicht die kulturellen Rechten wie Konservative, Traditionalisten und Nationalisten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • @urs
    Sie sprechen mir aus der Seele. Bitte weitermachen und überall posten. Danke

  • Liebes Handelsblatt, warum lassen Sie nicht zu dass ein link gezeigt wird?

    www.weckruf-2015.de oder www.ja-zur-alternative.de

    Da kann sich dann jedes Mitglied und auch Journalisten informieren. Das kann doch nicht gegen eine Netikette sein, oder von wem sind Sie beauftragt?

  • @Margrit Steer:
    Ungern möchte ich mich auf gleicher Ebene - Unterstellung fehlender Sachkenntnis, fehlenden Reflexionsvermögens, erniedrigender Ausdrucksweise, und erhebliche Rechtschreibmängel - zu Ihnen äussern.
    Soviel sei gesagt: Ich hoffe, für die AfD NRW, dass Sie nicht repräsentativ sind. Diejenigen Mitglieder, die ich jedenfalls dort dort kenne, und das sind gewiss nicht wenige, haben durchgängig einen anderen Hintergrund. Alles angenehme Zeitgenossen, kritisch, von linksliberal bis national im Sinne eines Frankreichs, eines Italiens, immer aber ohne die so gern unterstellten rechtsextremistischen Tendenzen. Faschistoiden Extremismus mache ich allein bei Lucke und seiner Ein-Führer-Partei inkl. Antidemokratischer Satzung aus. Henkel tat ihm genausowenig gut, wie der Einfluss manch anderer Elemente in der Partei. Sie mögen, wie manch anderer, noch ein Weilchen festhalten an Ihrer Glorifizierung. Irren ist menschlich. Und in der Tat: Je weiter weg von Funktionärsinterna, desto besser ist ja die Grundannahme über seine Mitmenschen. Man will gewisse Dinge nicht sehen. Erst mittendrin bekommt man Einsichten, die das Bild über Menschen leider sehr stark trüben. In der Summe: Je eher Lucke und seine Mitläufer - und ich meine nur den aggressiven, pöstchenheischenden Teil, nicht die irregeleiteten Mitglieder - von der Bildfläche verschwunden sind, desto besser wird es für eine AfD sein, die tatsächlich einen wichtigen demokratischen Auftrag zu erfüllen hätte. Böse Zungen fordern ja sogar, Henkel solle seine Stalinmethoden doch bitte zunächst im eigenen Umfeld, einschliesslich seiner, anwenden! Ich hoffe, dies genügt Ihnen als Antwort.

  • Urs Luethi
    Sind Sie Mitglied der AfD? Können sie das beurteilen?
    Wenn Sie die beiden Personen verjagen wollen, die Sie nannten, haben Sie eine absolut rechte Partei. Wollen Sie das?
    Kennen Sie die Herrschaften vom Landesverband NRW? Wissen sie wie die ticken?
    Ich schon
    Also, bitte eerst mal nachdenken, bevor man so einen bulshit schreibt

  • Herr Lucke, Frau Trebesius - Sie sind einfach untragbar geworden. Beschädigen Sie nicht weiter die Demokratie in Deutschland auf dem Rücken wehrloser Mitglieder der AfD. Verlassen Sie die Partei umgehend. Was Sie hier tun, hat mit Ethik, Moral, respektvollem Umgang, Verantwortung für die Partei AfD, und mögliche Verantwortung für Deutschland nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun.
    Gehen Sie, und bleiben Sie fern.
    Für immer.
    Selbst Ihre eigenen Kinder werden es Ihnen danken!

  • Es wird Zeit das es ein "reinigendes Gewitter" gibt, ganz egal wie es ausgeht. Aber es muss was passieren denn so wie bisher geht es einfach nicht weiter!

    Und zum letzten Absatz. Wenn ich diese Äußerungen Luckes lese, frage ich mich ob er noch in der Realität lebt. Seine Partei steht am Abgrund und er träumt davon Merkels Kanzlerschaft zu beenden! Man glaubt es nicht!

  • Herr Lucke,

    es ist von Ihnen nicht gerechtfertigt die große Zahl der Mitglieder in irgendeiner Weise zu Bezeichnen. Was haben Sie da nur für Berater??
    www.weckruf2015.de = 3.000 Mitglieder
    Dier Alternative: www.weckruf-2015.de = die AfD Basis, die nicht eine "Einer"-"Spitze" wollen, sondern mehrere kluge Köpfe, die nicht EINEM MANN MACHT GEBEN WOLLEN, der Sie dann in die falsche Richtung führt.
    TIPP für Deutschland - unmöglich! TIPP für weckruf-folgende nötig!

    Ich denke wir werden so viele Mitglieder sein, die kommen, da reicht Ihnen keine Halle mehr. Sie müssen sich dann schon auf eine Freiluftveranstaltung vorbereiten, mit 21.000 Mitgliedern. Das wäre doch prima und dann schauen wir, wie die Ergebnisse aussehen, aber ohne elektronische Abstimmung und mit geprüften Wahlzählern.

    Wir haben noch lange nicht fertig.

    Prof. Karl Albrecht Schachtschneider zu Bernd Lucke und der AfD Alternative für Deutschland:
    Danke, Herr Schachtschneider, Danke, Danke ...
    https://www.youtube.com/watch?v=-HkCM-t7ldc

  • Schuld-Kult-Reflexe und Angst vor der Nazi-Keule haben die Leute in der DDR nie gehabt. Darum reagieren wir dagegen auch immun und haben einen gesunden Nationalstolz den wir ausleben wollen. So wie Franzosen und Holländer z.B. auch. Das zieht nur bei den West-Deutschen, die in Schuld und Unterwürfigkeit zu Amerika erzogen wurden.

    Als DDR-Bürger wussten wir, dass wir eingesperrt sind, in Mangelwirtschaft leben und von den Russen ausgeplündert und ferngesteuert wurden. Das haben wir ihnen aber nach der Wende "verziehen".

    Jetzt wissen wir, dass wir nur frei sind als Land wenn wir zu Amerika den gleichen Abstand haben wie zu Russland. Nicht näher und nicht weiter.

    Und Schuld-Kult und Nazi-Keule dienen nur zur Unterdrückung der Deutschen. Das sollte jeder mittlerweile begriffen haben. Die Presse ist immer voll davon um ihre Meinungsmacht auszubauen und zu erhalten als Lügenpresse gegen die Interessen der Bürger. Regierung und Presse arbeiten unentwegt gegen uns ganz nach dem grünen Motto "Nie wieder Deutschland" - was immer die Grünen damit auch meinten als Amerika-Vasallen im grünen Kleid.


    Eine dicke Trennlinie zur NPD gilt es zu definieren.

    Aber nicht 2 km zu weit nach links vor Angst vor der Zuchtmeister-Presse.

    Was ist noch vertretbar und was nicht !?

    Das muss man festlegen gemeinsam.

    Wenn es modern ist in Deutschland ausgeschnüffelt, belogen, ferngesteuert und überflutet zu sein mit sogenannten Hunderttausenden Armutsmigranten - dann bin ich lieber von gestern und gern konservativ als Bewahrer des Guten. !

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