AfD-Krise Auf Schrumpfkurs

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Nicht alle Wirtschaftsliberalen folgen Lucke

Petry: „Lucke hat die Seele der AfD verletzt“

In der AfD sind allerdings nicht alle Wirtschaftsliberalen Lucke  und dem Weckruf beim Auszug aus der Partei gefolgt. Der Ökonom Jörg Meuthen wurde mit Unterstützung Petrys zum zweiten Vorsitzenden gewählt.

Das AfD-Mittelstandsforum, dass wie der CDU-Wirtschaftsrat eine Vorfeldorganisation der Partei ist und aus Parteimitgliedern und Nichtmitgliedern besteht, will zunächst abwarten, wie sich die AfD in den nächsten Wochen entwickelt. Prominenter Unterstützer des Mittelstandsforums ist Heinrich Weiss, Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender des Industriekonzerns SMS-Group.

„Als Mitglied nur im AFD-Mittelstandsforum möchte ich jetzt erst einmal abwarten“, sagte Weiss dem Handelsblatt.  „Es ist durchaus möglich, dass die AfD eine wirtschaftsliberale Partei bleibt. Ich habe mit Frau Petry gesprochen, und sie denkt da ganz unideologisch.

Sie war ja auch selbst Unternehmerin“, sagte er. Er hofft, dass Lucke und der Weckruf keine neue Partei gründen werden, denn dann „werden wohl beide unter fünf Prozent bleiben“, so Weiss. „Das fände ich schade, weil es dann ja bei den einheitlich sozialdemokratisch-sozialistisch ausgerichteten Parteien im Bundestag bliebe. Es sei denn, die FDP kommt wieder in das Parlament.“

Petry widersprach Lucke, dass die AfD nun weit nach rechts rücken würde. An den politischen Leitlinien von 2013 habe sich nichts geändert, sagte sie. Lediglich in der Frage, wie sich die Europäische Union entwickeln solle, habe der neue Vorstand etwas andere Vorstellungen als die alte Parteiführung. Die AfD sei in Sachen EU-Reform näher bei der britischen Regierung als bei der Bundesregierung. Bis Ende des Jahres will die AfD sich ein Parteiprogramm geben.

Neben Lucke sind auch der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel und die Europaabgeordnete Ulrike Trebesius sowie etliche Landesvorstände und Landtagsabgeordnete aus der AfD ausgetreten. Brandenburgs Fraktionschef Alexander Gauland forderte alle ausgetretenen Europaabgeordneten, darunter Lucke und Henkel, sowie alle austretenden Landtags- und Bürgerschaftsabgeordneten auf, ihre Mandate an die AfD zurückzugeben.

„Das verlangen die Regeln des politischen Anstandes", sagte Gauland den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Luckes Austritt sei konsequent, wenn auch bedauerlich, sagte Gauland: „Lucke war der Gründer der AfD, doch in den vergangen Monaten hat er alles falsch gemacht. Er tut mir leid.“ Auch Petry forderte die Rückgabe der Mandate. Sie glaube aber nicht, dass Lucke dazu die Größe habe, sagte sie. Sie erwarte aber von ihm und seinen Leuten, „dass sie mit ihren Versuchen aufhören, die AfD nach dem Prinzip 'Verbrannte Erde' weiter zu beschädigen."

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22 Kommentare zu "AfD-Krise: Auf Schrumpfkurs"

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  • @Herr Dannenberg

    Natürlich hinkt jeder Vergleich irgendwo immer ein bißchen.

    Ich will damit nur sagen, auch andere Parteien haben im Ablauf ihrer Geschichte schwere Krisen erlebt und diese Krisen überstanden.

    Das Projekt eines historischen Bündnisses von Liberalen und Konservativen der verschiedenen Schattierungen hatte etwas bestechendes und hat es imer noch.

    Andererseite haben längst nicht alle Liberalen die AfD verlassen oder haben die Absicht. Prof. Jörg Meuthen , ein ausgesprochener Liberaler kann hier beispielgebend sein.

  • Die AfD kann sich schon einmal mit den Umfragewerten der Piratenpartei vertraut machen. Die sieht sie bald auch hinter ihrem Kürzel. GOTT SEI DANK!

    Meine Meinung: Wutbürgertum sucks.

  • @Herr Falk
    der Vergleich mit der FDP hingt da ein bisschen viel. Die AfD ist noch nicht im Bundestag angekommen, und ich bekomme laufend Austrittserklärungen oder Absichten und Abwartungen von Mitgliedern

  • Weil die in der AfD verbliebenen Mandatsträger allein wegen des Ansehens der Lucke-Partei ihr Mandat erwarben, sollten sie allesamt dieses unverzüglich zurück geben.
    Allein hätten sie doch nicht eine Stimme bekommen.

  • Nur 2 EU-Abgeordnete der AfD haben sich gegen TTIPgestellt.

    Lucke, Henkel, Starbatty alle 100%tig für Schiedgerichte und rechtsfreie billige Absatzmärkte in Europa. PFUI !!

    Hier die Übersicht:

    http://brd-schwindel.org/images/2015/07/960x779xTTIP_Deutsche_Parlamentarier_EU_Namen_Abstimmung_Ergebnis.jpg.pagespeed.ic.V-e8fq8GrD.jpg

  • Wer die Parteiengeschichte dieser Republik kennt, weiß, dass nach dem Koalitionswechsel der FDP weg von der sozialliberalen Koalition hin zu einer Koalition mit Kohl in den achziger Jahren, die FDP einen nicht unbedeutenden Mitgliederschwund zu verzeichnen hatte, eine Reihe von Bundestagsmitgliedern der FDP hatten diese Partei verlassen unter vielen andren auch Herr Verheugen, den abschließend eine Karriere bei der SPD machte.

    Leztendlich hat der Mitgliederschwund der damaligen FDP wenig ausgemacht, sie hat sich geschüttelt und weiter gemacht.

    Man sieht also , gewisse Schrumpfkuren können duchaus einen gesunden und positiven Effekt haben, übrigens wie jede Fastenkur, überflüssiges Fett wird eben verbrannt.

  • Vor Allem sollten wir zur Beurteilung der Aussichten der "neuen" AfD nicht die "üblichen Verdächtigen" fragen, die nicht nur eindeutig befangen sind, sondern schon allein durch ihren Beruf ein sehr gestörtes Verhältnis zur Wahrheit haben.

  • Anstatt diese Neugründung (NS) zu unterstützen, werden wohl die meisten "Wähler der 1. Stunde" sehr bald feststellen, daß sie auch gleich zu ihren "Originalen" zurückkehren können, nämlich vor Allem CDU und FDP. Außer Eurokritik, die verpufft, bleibt da nämlich kein Unterschied mehr übrig!

  • Wart´s ab, Paule, reg dich ab , bleib ruhig.

    Brüllen kannst du 2017 oder weinen. lol

  • Ich bleibe in der AfD, nie gab es eine bessere Chance hier in BW das Rot-Grüne Elend zu beenden. Noch ein halbes Jahr mit sehr vielen "wirtschaftsreisenden", und den anderen Steilvorlagen welche die Altparteien gerade zu Hauf bieten, und die AfD muss eigentlich nicht mehr viel tun. Die Stimmung kippt bereits, so schreiben es hier bereits ganz offen die Systemmedien.

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