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AfD-Vize Henkel soll weg Vom Feind, Todfeind zum Parteifreund

Die harsche Kritik von AfD-Vize Hans-Olaf Henkel an der Partei trifft auf Gegenwehr aus den eigenen Reihen. Nun geht ein anderer führender AfD-Politiker auf ihn los und fordert: „Dann muss er die Partei verlassen.“
01.11.2014 - 13:22 Uhr 1 Kommentar
Von Partnern zu Kontrahenten: Alexander Gauland (links) und Hans-Olaf Henkel (rechts). In der Mitte: Thüringens Spitzenkandidat Björn Höcke. Quelle: Reuters

Von Partnern zu Kontrahenten: Alexander Gauland (links) und Hans-Olaf Henkel (rechts). In der Mitte: Thüringens Spitzenkandidat Björn Höcke.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf In der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) tobt ein interner Flügelkampf: Der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Hans-Olaf Henkel, hatte am Sonntag eine Debatte um „ideologisch fixierte Mitglieder“ angestoßen. Die Radikalen in den eigenen Reihen sind dem ehemaligen BDI-Chef ein Dorn im Auge.

Seine forsche Kritik trifft nun auf heftigen Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der AfD-Vize Alexander Gauland fordert den Parteiaustritt Henkels „Wenn jemand sagt, dass er sich für die Partei schämt, dann muss er die Partei verlassen“, sagte Gauland der „Bild“-Zeitung. „Man kann nicht die Leute, die einen gewählt haben, in einem solchen Ton beschimpfen.“

Henkel hatte zuvor heftige Kritik an dem gegenwärtigen Kurs der AfD geäußert. „Wir haben Unvernünftige, Unanständige und Intolerante in unseren Reihen“, sagte Henkel dem „Spiegel“. Als Beispiel nannte er die Gegner des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA und die Putin-Sympathisanten in der Partei. „Da müssen wir innerparteilich für Aufklärung sorgen“, sagte der EU-Parlamentarier und forderte von Bundessprecher Bernd Lucke eine Kurskorrektur.

„Wir brauchen einen Markenkern“, sagte Henkel – auch wenn das einen Verlust von Wählerstimmen zur Folge haben könnte. „Sie können den Leuten nicht sagen: Ich kann alles. Irgendwann sagen sie: Die können gar nichts.“

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    Seine Kritik bekräftigte Henkel erst am Donnerstag in der „Zeit“. Dort beschimpfte er Teile der AfD-Mitglieder als „Ideologen, Goldgräber, Karrieristen“ und rechnete mit der Parteibasis ab: „Da sitzt man auf einem Parteitag und hört irgendwelche wilden Verschwörungstheorien. Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden.“

    Henkel scheint außerdem unzufrieden mit seinem Leben als Politiker zu sein: „Es heißt, die Steigerung von Feind sei Feind, Todfeind, Parteifreund.“ Darüber habe er früher gelacht. „Aber es ist nicht übertrieben. Der Satz stimmt.“ Innerparteiliche Kämpfe würden härter geführt als die mit dem politischen Gegner. „Das ist wirklich deprimierend.“

    Parteichef Lucke, ebenfalls EU-Abgeordneter, fühlt sich zudem zunehmend überlastet: Das Pensum sei sehr hoch, sagte Lucke. „Bisweilen führen mich die Arbeit als Abgeordneter und die Parteiarbeit an die Grenze der Belastungsfähigkeit.“ Zur Kritik Henkels sagte er der „Bild“: „Ich würde es anders formulieren. Aber die Wahrnehmung von Hans-Olaf Henkel ist nicht ganz falsch.“

    • skr
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    1 Kommentar zu "AfD-Vize Henkel soll weg: Vom Feind, Todfeind zum Parteifreund"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Henkel - und auch Lucke - liegen richtig, wenn sie die schlichten Gemüter in der Parteistruktur beklagen.

      Es ist nicht angängig, mit "dumm Tüch", wie der Norddeutsche sagt, öffentlich herum zu kaspern.
      Das gehört - wenn es denn unbedingt sein soll - in den inneren Zirkel.

      Man stelle sich vor, die CDU würde ihre inneren Querelen öffentlich austragen: kein Mensch würde den verqueren Haufen dann noch wählen wollen.
      Gleiches, nur viel schlimmer, gälte für die SPD, die mitsamt grün und rot aus jeder Demokratie hinaus flöge - achtkantig und auf ewig.

      Also: bitte sehr intern streiten - öffentlich einheitlich und geschlossen auftreten.
      Anders wird es nicht gehen.

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