Afghanistan Gauck ehrt tote Bundeswehrsoldaten

Zum Abschluss seines ersten Afghanistan-Besuchs hat Bundespräsident Joachim Gauck mehr Wertschätzung für die deutschen Soldaten gefordert. Ein Flug zum gefährlichen Außenposten Point North musste gestrichen werden.
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Im Ehrenhain des deutschen Feldlagers bei Masar-i-Sharif entzündete Gauck ein Grablicht für die Toten. Quelle: dpa

Im Ehrenhain des deutschen Feldlagers bei Masar-i-Sharif entzündete Gauck ein Grablicht für die Toten.

(Foto: dpa)

Masar-i-ScharifBundespräsident Joachim Gauck hat am letzten Tag seines Afghanistan-Besuchs der getöteten deutschen Soldaten gedacht. Im Ehrenhain des deutschen Feldlagers bei Masar-i-Sharif entzündete er ein Grablicht für die Toten. Beim Einsatz in Afghanistan sind bisher 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

Er wünsche sich, dass der Dienst der Soldaten „als Bürger für das Gemeinwesen stärker gewürdigt wird“. Bei seinem dreitägigen Besuch in Afghanistan habe er den „ganzen Ernst der Hausforderung eines militärischen Einsatzes gespürt“. Ein Militärgeistlicher verlas bei der Zeremonie einige ihrer Namen. Gemeinsam mit Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker hielt Gauck für einen Moment inne im Gebet.

Wegen schlechten Wetters musste Gauck den vorgesehenen Besuch des befestigten Außenposten „Operation Point North“ absagen. Dort wollte er sich über den Einsatz der etwa 600 dort stationierten deutschen Soldaten informieren. Point North in der Unruheprovinz Baghlan gilt als relativ gefährlicher Standort der Bundeswehr.

Dort wollte Gauck auch mit afghanischen Polizei-und Armeekommandeuren sprechen und sich die Beseitigung von Sprengfallen demonstrieren lassen. Nach Angaben der Bundeswehr machte dichter Nebel sichere Starts und Landungen dort jedoch unmöglich. Stattdessen wurde eine Videokonferenz Gaucks mit dem Standort angesetzt.

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Platz 10: Renk

Die Augsburger Firma mit ihren rund 1900 Mitarbeitern liefert Getriebe für Schiffe, Lastwagen und Panzer, darunter das Prestigeprojekt von Rheinmetall und Krauss-Maffei-Wegmann, den Schützenpanzer „Puma“ (Bild). Im Rüstungsgeschäft fiel bei Renk ein Jahresumsatz von 158 Mio. Euro an.

Quellen: Unternehmensangaben, Hoppenstedt

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Platz 9: Heckler & Koch

Eines der verschwiegensten Unternehmen in Deutschland ist Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar. Der Mittelständler mit seinen insgesamt 650 Mitarbeitern ist bekannt für seine präzisen Handfeuerwaffen, von Dienstpistolen für Polizisten weltweit (im Bild: P2000) über die Gewehre G3 und G36 bis zur Maschinenpistole MP5. Heckler & Koch, der das meiste exportiert, kommt auf einen Rüstungsumsatz von 180 Mio. Euro.

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Platz 8: Tognum

Das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee mit rund 8700 Mitarbeitern stellt neben Antrieben für zivile Zwecke auch Dieselmotoren für Panzer, Lastwagen und Schiffe her - etwa für die Fregatte Sachsen (im Bild). Hervorgegangen ist die börsennotierte Firma 2006 aus der Ex-Daimler-Tochter MTU Friedrichshafen. Der Defense-Bereich trägt etwa ein Zehntel zum Gesamtumsatz bei, wobei die Rüstungseinnahmen bei 180 Mio. Euro liegen.

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Platz 7: Atlas Elektronik

Die Bremer Firma mit ihren rund 1900 Mitarbeitern ist auf Marinetechnik spezialisiert und liefert hauptsächlich Torpedos (im Bild: „Heavyweight Torpedo“), Seeminenräumgeräte und Navigationstechnik sowie elektronische Systeme, darunter Sonargeräte für U-Boote. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Rüstungsgeschäft. Damit erzielt Atlas Elektronik einen Jahresumsatz von 366 Mio. Euro.

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Platz 6: MTU Aero Engines

MTU Aero Engines aus München (7600 Mitarbeiter) baut Flugzeugtriebwerke, unter anderem für den Kampfjet Eurofighter (das Bild zeigt einen Antrieb vom Typ MTR390 für den EADS-Kampfhubschrauber Tiger). Daneben gehört MTU mit General Electric, Pratt & Whitney und anderem zum Verbund Engine Alliance, der Triebwerke für die Airbus A380 herstellt. Der Rüstungsumsatz liegt bei 520 Mio. Euro.

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Platz 5: Diehl

Die Lenkwaffe Iris-T des Nürnberger Diehl-Konzerns gilt derzeit weltweit als präziseste Rakete für Kampfflugzeuge. Sie hängt an beinahe allen Militärjets der neuesten Generation - ob Eurofighter, Tornado, der schwedischen Saab Gripen oder den amerikanischen Jets F-16 und F-18. Der Diehl-Konzern, der neben Raketen auch Munition, Panzerketten und Schutzsysteme herstellt, kommt auf einen Rüstungsumsatz von 693 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt Diehl mehr als 12.000 Menschen.

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Platz 4: Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS)

TKMS ist 2005 aus der Fusion der Thyssen-Krupp-Werften und der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) entstanden. Die Reihen U 212 und 214 sind dei Vorzeigeprodukte von HDW. Dank des Elektroantriebs, der den Strom von einer Brennstoffzelle erhält, sind die Boote so leise und damit vom Feind so schlecht auszumachen wie kaum ein anderes Modell. Neben U-Booten baut TKMS auch Fregatten und Minenräumschiffe. Der Konzern kommt mit seinen knapp 8000 Mitarbeitern auf einen Rüstungsumsatz von 926 Mio. Euro.

Der Bundespräsident lobte „zählbaren Erfolge“ beim Wiederaufbau des Landes und sicherte Afghanistan auch weitere Hilfe nach dem Truppenabzug 2014 zu. „Wir werden Afghanistan nicht verlassen, wir werden weiter solidarisch bleiben“, bekräftigte Gauck mit Blick auf die Zeit ab 2015. Er gehe davon aus, „dass wir das Aufbauwerk, das hier geleistet wurde, nicht willkürlich preisgeben“. Die Afghanen müsste aber zeigen, „wie viel Selbstverantwortung ihnen jetzt möglich ist“.

Zuvor war Gauck in Masar-i-Scharif auch mit dort stationierten US-Verbänden zusammengetroffen. Bei einem Frühstück mit US-Soldaten ließ er sich über Einzelheiten der Zusammenarbeit der internationalen Truppen unterrichten. Gauck zeichnete zwei US-Verbände mit Fahnenbändern für ihr Engagement aus. In Masar sind noch insgesamt 5500 Soldaten stationiert, unter ihnen etwa 2000 der noch 4500 deutschen Truppen im Land. Ende 2014 soll das Engagement der internationalen ISAF-Schutztruppe beendet sein.

Am Montag waren Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt überraschend nach Afghanistan gekommen. Dabei hatte er mehrfach betont, man sei zwar noch nicht am Ziel angelangt, könne aber durchaus von Erfolgen sprechen. Am Mittwochabend wurden beide in Deutschland zurückerwartet.

Harsche Kritik kam von der Linkspartei. „Statt in Afghanistan für eine sofortige Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen zu werben, propagiert Bundespräsident Gauck eine Fortsetzung des Krieges“, sagte Linke-Außenexperte Wolfgang Gehrcke und fügte hinzu: „Zu Guttenberg als Verteidigungsminister verband seinen Weihnachtsbesuch mit einer Fernsehshow, Gauck hält in Afghanistan Predigten.“

 




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2 Kommentare zu "Afghanistan: Gauck ehrt tote Bundeswehrsoldaten"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wo die Linken Recht haben, da haben sie Recht und der Bochumer Stromzahler zündet auch Kerzen an, jedoch nicht aus Trauer.



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