Afghanistan Zu Guttenberg zieht deutsche Tornados ab

Die Internationale Schutztruppe ISAF benötigt die deutschen Aufklärungsflugzeuge am Hindukusch nicht mehr. Verteidigungsminister zu Guttenberg will die Tornados deshalb abziehen. US-Kommandeur David Petraeus wünscht sich stattdessen von der Bundeswehr mehr Ausbilder für afganische Soldaten.
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Deutscher Tornado: Sechs Maschinen sind in Afghanistan stationiert Quelle: DAPD

Deutscher Tornado: Sechs Maschinen sind in Afghanistan stationiert

HB BERLIN. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird die deutschen Aufklärungs-Tornados aus Afghanistan abziehen. Das kündigte der Minister an und betonte, der Entscheidung sei eine gründliche Prüfung vorausgegangen. Die frei werdenden Posten sollen für die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte genutzt werden. Die Bundesregierung kommt damit dem Wunsch des ISAF-Oberbefehlshabers, US-General David Petraeus, nach.

Die sechs deutschen Tornados machen seit drei Jahren Aufklärungsflüge über ganz Afghanistan. Durch den Abzug werden etwa 90 Kräfte für andere Aufgaben frei. Petraeus hatte bereits vor mehreren Wochen für diesen Schritt plädiert und vorgeschlagen, die frei werdenden Posten zur Stärkung der Ausbildungsprogramme zu nutzen. In einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an die zuständigen Fraktions-Obleute im Bundestag hieß es, man habe die Empfehlung "insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die eigene Operationsführung im Regionalkommando Nord" geprüft. Angesichts des "Kernauftrages - Aufbau und Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte" sei das Haus zu dem Schluss gekommen, dass der Tornado-Einsatz "nicht mehr vordringlich" sei.

Die Jets würden daher nach Deutschland zurückgebracht. Dies solle “noch im November 2010“ passieren. Die Tornados stünden künftig als Reserve zur Verfügung. Die freiwerdenden Posten sollen nun für die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Die Aufklärung wird durch andere Systeme aufgefangen, insbesondere durch die unbemannten Drohnen des Typs Heron 1. Drei davon sollen ab November in Afghanistan zur Verfügung stehen. Guttenberg sagte am Rande einer Klausurtagung der bayerischen CSU-Fraktion im oberfränkischen Kloster Banz, er habe die Entscheidung nach einer grundlegenden Überprüfung des Sachverhalts getroffen. Bei der Stellung von Ausbildern werde man die Möglichkeiten ausschöpfen, die es innerhalb des bestehenden Mandates gebe.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Rande des Treffens der Vereinten Nationen in New York, nicht mehr benötigte Kapazitäten müssten abgezogen werden, um neue Spielräume für das Training und die Ausbildung von Sicherheitskräften zu bekommen. "Denn das Ziel bleibt, die Sicherheitsverantwortung bis 2014 komplett an die afghanischen Behörden zu übergeben", betonte Westerwelle.

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