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Afrikanische Schweinepest Landwirtschaftsministerium stoppt Schweinefleisch-Exporte ins EU-Ausland – Preis bricht ein

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest erfüllt deutsches Schweinefleisch nicht mehr die Exportbedingungen. Berlin sucht nun die Gespräche mit wichtigen Abnehmerländern.
11.09.2020 Update: 12.09.2020 - 08:56 Uhr Kommentieren
Der Preis ist um rund 14 Prozent eingebrochen. Quelle: dpa
Schweinefleischproduktion

Der Preis ist um rund 14 Prozent eingebrochen.

(Foto: dpa)

Hamburg Die deutschen Exporte von Schweinefleisch nach China und in andere Länder außerhalb der EU sind nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg gestoppt worden. Die meisten Veterinärzertifikate für den Export von Schweinefleisch in Drittländer enthielten die Anforderung, dass Deutschland frei von Afrikanischer Schweinepest sein müsse, erklärte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

„Diese Anforderung kann seit gestern nicht mehr zertifiziert werden.“ Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein in Brandenburg aufgefundenes totes Wildschwein mit dem Virus infiziert war. Es ist der erste Fall in Deutschland.

Derzeit würden Gespräche mit China und anderen wichtigen Staaten außerhalb der EU angestrebt. Ziel sei es, eine Anpassung der Zertifikate zu erreichen, die eine Regionalisierungsklausel berücksichtigt.

Das würde es Betrieben außerhalb der von der Schweinepest betroffenen Region ermöglichen, weiter auszuführen. „In der Zwischenzeit ist das Exportgeschehen vorübergehend ausgesetzt“, betonte das Ministerium.

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    Rund 70 Prozent der Exporte verbleiben laut Landwirtschaftsministerium im EU-Binnenmarkt. Quelle: Reuters
    Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)

    Rund 70 Prozent der Exporte verbleiben laut Landwirtschaftsministerium im EU-Binnenmarkt.

    (Foto: Reuters)

    Innerhalb der EU ist der Export von Schweinefleisch weiter möglich. Hier sei das Regionalisierungskonzept für die Afrikanische Schweinepest anerkannt. „Derzeit verbleiben rund 70 Prozent der Exporte im Binnenmarkt“, hieß es weiter.

    Bauern setzen nun auf wirksame Schutzvorkehrungen - sind aber alarmiert wegen abgesackter Preise um fast 14 Prozent auf 1,27 Euro pro Kilogramm, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch am Freitag mitteilte. Vor der Bestätigung des ersten Schweinepestfalls in Deutschland hatte der Preis noch bei etwa 1,47 Euro pro Kilo gelegen.

    „Am Markt für Schlachtschweine sorgt das ASP-Geschehen und die Folgen für die Exportmärkte für starken Preisdruck“, betonte die Vereinigung. „Deutlich nach unten angepasste Preise sind die Folge.“ Auch die Ferkelpreise gaben deutlich nach.

    Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Schweinehalter hätten bereits sehr viele Maßnahmen ergriffen und machten jetzt noch mehr, um das Virus aus ihren Ställen herauszuhalten. Um die Tierbestände zu schützen, seien Hygieneschleusen seit längerem Standard. Der Zutritt zu Ställen sei begrenzt worden, für Futterlager gebe es Abtrennungen.

    Der Präsident des Bauernverbands äußerte sich besorgt über einen abrupten Preisrutsch nach Bekanntwerden des ersten Schweinepest-Falls bei einem toten Wildschwein in Brandenburg am vergangenen Donnerstag. Dies sei „deutlich überzogen und schlichtweg inakzeptabel“. Am Freitag fiel der Schweinepreis nach Branchendaten um 20 Cent auf 1,27 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. „Wir appellieren an alle Beteiligten in der Lebensmittelkette, die Krisensituation nicht zu Lasten der Schweinehalter auszunutzen“, sagte Rukwied.

    Landkreise, Länder und der Bund müssten Eingrenzung und Bekämpfung der Schweinepest bei Wildschweinen zügig und mit Nachdruck angehen. Dazu gehörten nun der Zaunbau rund um die Fundstelle in Brandenburg, ein Monitoring und das Sammeln von Funden. Nötig sei außerdem eine vorsorgliche Strategie für eine Verkleinerung des Wildschweinbestands und einen Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze, sagte Rukwied.

    In Brandenburg sind Krisenmaßnahmen angelaufen, um weitere Spuren zu suchen und eine Ausbreitung zu unterbinden. Als erste wirtschaftliche Konsequenz verbot Südkorea Schweinefleisch-Einfuhren aus Deutschland. Weitere Exportstopps nach außerhalb der EU könnten folgen.

    Mehr: Corona-Krise stellt Tönnies Chinapläne auf die Probe

    • rtr
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