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Air-Berlin-Insolvenz Der Staat muss sich künftig raushalten

Air Berlin schreibt seit Jahren rote Zahlen. Der Insolvenzantrag der Airline kann daher nicht überraschen. Der Bund hält den Flugbetreib mit Steuergeldern aufrecht – doch das darf nur eine Notfallmaßnahme sein. Ein Kommentar.
4 Kommentare

„Wir haben genügend Arbeitsplätze für Air Berlin-Mitarbeiter" – So geht es weiter

Berlin Eine Marktwirtschaft ohne Haftung gibt es nicht. Das muss derzeit leider Air Berlin schmerzhaft erfahren. Seit 2008 schreibt die Fluglinie – mit einer Ausnahme durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms – rote Zahlen. Im vergangenen Jahr betrug der Verlust rund 782 Millionen Euro, der Schuldenberg wuchs auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Vom Insolvenzantrag sollte angesichts dieser Entwicklung nun wirklich niemand überrascht sein.

Übersetzt heißen die Zahlen: Die Fluglinie hat keine unternehmerische Perspektive, die es dem Staat erlauben würde, sich über die am Dienstag bewilligten Bürgschaften hinaus zu engagieren. Es war richtig von der Bundesregierung, den Flugverkehr mitten in der Urlaubssaison mit Steuergeldern für eine befristete Zeit aufrecht zu erhalten. Anders ist es nicht zu machen. Sonst würden tausende Urlauber in fremden Ländern stranden. Der volkswirtschaftliche Verlust wäre wahrscheinlich größer, wenn die Leute nicht pünktlich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten.

Doch danach müssen mit der Tui oder der Lufthansa die Optionen abgeklopft werden – im Interesse der Beschäftigten und Kunden von Air Berlin. Der Staat muss sich dann aber raushalten. Auf keinen Fall darf der arabische Großaktionär Etihad seine Schulden auf den deutschen Steuerzahler abwälzen. Das würde die Marktwirtschaft ad absurdum führen.

Der schnelle Aufstieg und tiefe Fall der Krisen-Airline
1978
1 von 16

Der US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet die Air Berlin Inc. als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

(Foto: Air Berlin)
1979
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Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

(Foto: Air Berlin)
1991
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Joachim Hunold (Bild) und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

(Foto: Air Berlin)
2003
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Air Berlin steigt auf zur zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

(Foto: Air Berlin)
2004
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Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

(Foto: picture-alliance/dpa)
2005
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Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC) umgewandelt - in die Air Berlin PLC.

(Foto: Air Berlin)
2006
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Air Berlin geht am 11. Mai in Frankfurt an die Börse. Später übernimmt das Unternehmen die deutsche Fluggesellschaft dba.

(Foto: AP)
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4 Kommentare zu "Air-Berlin-Insolvenz: Der Staat muss sich künftig raushalten"

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  • In der Tat dürfen dem Steuerzahler nicht die Lasten der Air Berlin aufgebürdet werden. Die Insolvenz eines Unternehmens ohne ein tragfähiges Geschäftsmodell gehört zum notwendigen Mechanismus einer Marktwirtschaft.
    Vor allem bei den sog. Billigairlines stellt sich die Frage, ob der Preisvorteil für die Kunden nicht langfristig mit Einbußen bei der Sicherheit erkauft werden muss. Solange die " Geiz ist geil " Philosophie das Airline Geschäft dominiert, ist letztlich nicht mit einem angemessenen Qualitätswettbewerb zu rechnen. Die Leittragenden sind auch dabei die Verbraucher.

  • Und was hat sich unter dem kleinen Mädchen aus der Ex-Planwirtschaft für Euch geändert?

  • Und wo wurde die Kanzlerin geboren?

    Und was wurde mit den Unternehmen im Dax zuletzt nach Fukushima?

    Ein Wort der Kanzlerin und weg waren nicht nur die Männer um sie.


    Welchen Flurschaden das kleine Mädchen aus dem Land der Planwirtschaft hinterlassen wird ........

  • Das lukrative Kurzstreckengeschäft hat man ja schon ausgegliedert, die müssten dann eigentlich für die Kosten aufkommen

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