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AKK-Nachfolge Überraschender Vorstoß: Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden

Röttgen positioniert sich als erster Kandidat offiziell für den CDU-Vorsitz – und für den Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Seine Vorstellungen für die Zukunft der CDU hat er bereits skizziert.
06.02.2020 Update: 18.02.2020 - 11:52 Uhr 3 Kommentare

Röttgen: „Müssen Politik so ändern, dass Bürger sich beschützt und angenommen fühlen“

Berlin Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat seine Kandidatur für die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer angemeldet. Das bestätigte der 54-Jährige am Dienstag in Berlin vor der Presse. Zuerst hatte am Morgen die „Rheinische Post“ über sein Vorhaben berichtet. Dieses hatte er in einem Brief an Kramp-Karrenbauer angekündigt.

Am Vormittag nahm Röttgen in der Bundespressekonferenz öffentlich Stellung zu seinem Vorhaben. „Es geht um die Zukunft der CDU und die christlich-demokratische Idee von der Zukunft unseres Landes“, sagte Röttgen. Dazu habe er seit der Rückzugsankündigung von Kramp-Karrenbauer nichts gehört, und deshalb kandidiere er. „Es geht um die politische – personelle und inhaltliche – strategische Positionierung der CDU“, betonte Röttgen.

Im Anschluss daran umriss er sechs aus seiner Sicht wichtige Punkte für die zukünftige Politik der CDU:

  1. Die CDU sei die Partei der Mitte. Deshalb sei es für die CDU wichtig, sich klar zur AfD und zur Linkspartei abgrenzen.
  2. „Die CDU ist die Partei der deutschen Einheit“, sagte Röttgen. Es sei ein Demokratiedialog zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland nötig, um Gräben zwischen den beiden Teilen Deutschlands nicht größer werden zu lassen.
  3. Genauso klar, wie die CDU die Abgrenzung gegenüber der AfD vollziehen müsse, genauso gründlich müssten die Gründe für den Erfolg der AfD angegangen werden. Es fühlten sich zu viele Menschen in Deutschland im Stich gelassen. Sie fühlten keine Politik, die sie vor den geopolitischen und technologischen Entwicklungen schütze.
  4. Deutschland müsse sich auf die veränderten geopolitischen Veränderungen einstellen. Röttgen verweist dabei auf die Präsidentschaftswahlen in den USA zum Jahresende. Auch wenn ein demokratischer Kandidat neuer Präsident werde, würde dieser mehr Einsatz von Deutschland fordern. Deutschland müsse sich stärker für Europa einsetzen, es müsse gelingen, dass zwischen Frankreich und Deutschland konkrete politische Projekte vollzogen würden.
  5. Die CDU müsse „ökologische Glaubwürdigkeit im Allgemeinen und klimapolitische Glaubwürdigkeit im Besonderen“ zurückgewinnen. Sonst drohe die CDU eine ganze Generation zu verlieren. Die junge Generation erwarte von der CDU, das Thema nicht nur „taktisch zu bedienen, wenn uns die Konjunktur dazu zwingt“. Er ergänzte: „Wahlentscheidend wird sein, dass wir über Zukunftskompetenz verfügen.“
  6. „Die CDU als Partei der Mitte muss die gesellschaftliche Mitte stärken.“ Er wolle, dass die CDU die Partei ist, die für Schutz und Offenheit gegenüber der globalen Veränderungsdynamik steht, sagte Röttgen.
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    Röttgen plädierte dafür, zunächst die Frage des Parteivorsitzes zu klären. Der oder die neue Vorsitzende habe den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Darüber müsse dann mit der CSU gesprochen werden. Die Kanzlerkandidatur sollte bis zum Jahresende entschieden sein.

    Gefragt nach der Dauer der Kanzlerschaft von Angela Merkel, sagte er: „Die Bundeskanzlerin ist gewählt, und nach meiner Einschätzung, nach meinem Wollen wird sie bis zum Ende der Wahlperiode Kanzlerin bleiben.“

    Auf die Frage, wann seine Entscheidung gefallen sei, für den Parteivorsitz zu kandidieren, sagte Röttgen: „Es ist ja noch nicht so lange her, dass Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Erklärung abgegeben hat. Danach ist es entstanden, aber nicht schlagartig, sondern als Prozess.“

    Röttgen stammt wie auch die voraussichtlichen Bewerber Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn aus Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Vorstoß Röttgens dürfte es nun in jedem Fall zu einer Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz kommen.

    CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird heute das erste Gespräch mit potenziellen Kandidaten führen. Sie trifft Friedrich Merz. Am Mittwoch sollen getrennte Gespräche mit Spahn und Laschet folgen.

    Röttgen war von 2009 bis 2012 Bundesumweltminister und setzte sich 2010 in einer Mitgliederbefragung um den NRW-Landesvorsitz gegen Armin Laschet durch. Die Landtagswahlen 2012 verlor er, woraufhin Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn aus dem Kabinett entließ. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages konnte er sich danach international neu profilieren.

    In der Diskussion über die Neuaufstellung der CDU regt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther dagegen an, weiter auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel als Zugpferd im nächsten Bundestagswahlkampf zu setzen. „Mit Angela Merkel haben wir als CDU alle Chancen, ein sehr gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl zu holen“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in den ARD-Tagesthemen. „Wir können von den Sympathien profitieren, die sie bei den Menschen hat.“

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Merz, Spahn, Laschet – noch-CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer führt jetzt Gespräche mit ihren potenziellen Nachfolgern.

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    3 Kommentare zu "AKK-Nachfolge: Überraschender Vorstoß: Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Dr. Gunter Böhm (GBC-Consulting),

      ich würde mich in Grund und Boden schämen für diese unangebrachten Worte. Es zeigt m.E. was und wer "Herr Böhm" ist!
      Pfui!!
      Wollen Sie sich damit bei möglichen Konkurrenten für spätere Aufträge einschleimen?
      Ich bleibe dabei, Ihre Worte sind unverschämt!

      Liebe Abendgrüße

    • Roettgen der Atlantiker: Warum bewirbt er sich nicht um den Posten von Herrn Grenell?
      Welche Chancen rechnet er sich aus fuer den Parteivorsitz?

    • Frau Dr. Multi-Kult. als Zugpferd für die nächste BT-Wahl:
      Welcher verwegene Feldherr würde sich je auf einen alten, zittrigen und fußlahmen Gaul setzen? - Ein super Faschingsscherz, mehr aber auch nicht. Forget it.
      Tear down walls of ignorance and narrowmindedness, for nothing has to stay as it is.

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