AKW-Stresstests Röttgen will für schärfere Reaktor-Tests kämpfen

Bundesumweltminister Norbert Röttgen will eine Verwässerung der Sicherheitstests für europäische Atomkraftwerke nicht akzeptieren. Beim EU-Energiekommissar Oettinger will er sich für anspruchsvolle Stresstests einsetzen.
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Röttgen will sich bei EU-Energiekommissar Günther Oettinger für anspruchsvolle Stresstests einsetzen. Quelle: dpa

Röttgen will sich bei EU-Energiekommissar Günther Oettinger für anspruchsvolle Stresstests einsetzen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesregierung will für strenge Sicherheitstests nach deutschem Vorbild für die über 100 Reaktoren in der EU kämpfen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) werde sich bei EU-Energiekommissar Günther Oettinger für anspruchsvolle Stresstests einsetzen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Mittwoch in Berlin. Diese sollten auch das Risiko von Flugzeugabstürzen und Terrorattacken einschließen.

Wenn dies in der zuständigen EU-Arbeitsgruppe nicht zu klären sei, müsse es auf die Ebene der Minister gehoben werden. Mit den bisherigen Überlegungen in der EU, soweit sie bekanntgeworden seien, sei die Bundesregierung nicht zufrieden. Nach Medieninformationen sollen die Tests auf europäischer Ebene deutlich schwächer ausfallen als angekündigt. Einem Vorschlag der Vereinigung der Westeuropäischen Aufsichtsbehörden zufolge sollten die Atommeiler nur noch daraufhin überprüft werden, ob sie Naturkatastrophen wie Erdbeben, Flutwellen oder extremen Temperaturschwankungen standhalten, berichtete verschiedene Zeitungen.

Die europäischen Energieminister berieten den Vorschlag am Dienstag im ungarischen Gödöllö. Dabei habe sich abgezeichnet, dass sie die Atomkraftwerk-Betreiber, wie von der Atomlobby vorgeschlagen, lediglich zu Tests auf Naturkatastrophen verpflichten wollten. Länder, die strengere Tests wollten, könnten diese freiwillig durchführen, hieß den Zeitungen zufolge in Kreisen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Zudem könnten die Anlagen von den Betreibern selbst und nicht von unabhängigen Prüfern getestet werden. Ursprünglich hatten sich die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs darauf geeinigt, die 146 in der EU betriebenen Reaktoren auf alle durch die Fukushima-Katastrophe offenbar gewordenen zusätzlichen Unfallszenarien zu überprüfen. Zudem sollte getestet werden, ob Stromversorgung, Kühlung und zusätzliche Aggregate nach Terrorangriffen, Bedienfehlern oder in unverhofften Notsituationen sicher funktionieren.

Das lehnten die westeuropäischen Atomaufseher den Berichten zufolge strikt ab. Vor allem Frankreich und Großbritannien drängten auf abgeschwächte Tests, hieß es in den Berichten unter Berufung auf Informationen aus der EU-Kommission. Die beiden Länder betreiben die meisten Atomkraftwerke in Europa.

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