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Alarm vom Mieterbund Deutschland braucht mehr Wohnungen

Die Spirale der Mietpreise in deutschen Städten dreht sich nach oben. Der Mieterbund sieht einen historischen Mangel an Wohnraum und fordert eine Reserve von drei Prozent Leerstand je Stadt. Der Alltag sieht anders aus.
22.05.2013 - 15:01 Uhr 20 Kommentare
Da, wo man ihn nicht braucht, gibt es Wohnraum. In Haldensleben im Ohrekreis wird ein Wohnblock abgerissen. Derzeit stehen in Sachsen-Anhalt fast 200.000 Wohnungen leer, etwa 15 Prozent des Gesamtbestandes – in deutschen Großstädten sieht die Lage gegenteilig aus: Wohnungen sind Mangelware. Quelle: ZB

Da, wo man ihn nicht braucht, gibt es Wohnraum. In Haldensleben im Ohrekreis wird ein Wohnblock abgerissen. Derzeit stehen in Sachsen-Anhalt fast 200.000 Wohnungen leer, etwa 15 Prozent des Gesamtbestandes – in deutschen Großstädten sieht die Lage gegenteilig aus: Wohnungen sind Mangelware.

(Foto: ZB)

München Der Deutsche Mieterbund (DMB) geht mit der Bundesregierung erneut hart ins Gericht. „Die teuren Mieten sind nicht vom Himmel gefallen“, sagte DMB-Präsident Franz-Georg Rips am Mittwoch in München und warf der schwarz-gelben Koalition „Desinteresse und Passivität“ vor. Eine Empfehlung für die Bundestagswahl im Herbst wolle er nicht abgeben, aber „SPD, Grüne und Linke haben viele unserer Schwerpunkte in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Wir hoffen, dass die CDU das ebenfalls tun wird.“

Bauminister Peter Ramsauers (CSU) Pläne zur Wiedereinführung der Eigenheimzulage seien allerdings „die allerletzte Mottenkiste der Wohnungspolitik, in die er greift.“

Der Mieterbund warnt beim 65. Mietertag an diesem Freitag in München, der deutschen Metropole mit den höchsten Immobilienpreisen, vor einer immer größeren Wohnungsnot in Groß- und Universitätsstädten. Dort fehlen nach DMB-Angaben schon heute rund 250.000 Mietwohnungen. Grund sei auch die hohe Zahl an Single-Haushalten. Die Gesamtzahl der Haushalte stieg zwischen 2002 und 2010 von 38,7 auf 40,3 Millionen. Nach Prognosen der Bundesregierung werden es im Jahr 2025 schon 41,1 Millionen sein.



Der Mieterbund hält eine Leerstandsquote von drei Prozent als „Fluktuationsreserve“ für notwendig. In Hamburg stünden aber nur 0,7 Prozent der Wohnungen leer, in München 0,6 Prozent. „Das ist eine Entwicklung, die ich in mehr als 20 Jahren nie kennengelernt habe“, sagte Rips. Und die Mieten stiegen darum unaufhaltsam – bei Neuvermietungen lägen sie zum Teil bis zu 40 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Der Mieterbund fordert eine Obergrenze für die Erhöhung bei Neuvermietungen von zehn Prozent des bisherigen Mietpreises. Bei bestehenden Mietverhältnissen soll die Miete nach dem Willen des DMB um höchstens 15 Prozent in vier Jahren steigen können.

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    Schon heute gäben die Deutschen im Schnitt 34 Prozent ihrer monatlichen Ausgaben für die Wohnung aus – Tendenz steigend. „Wir brauchen deutlich mehr Wohnungsneubau, vor allem Wohnungen im mittleren und unteren Preissegment, mehr Mietwohnungen und mehr Sozialwohnungen“, forderte Rips und kritisierte einen schleppenden Neubau von Mietwohnungen in Ballungsgebieten. In München hätten rund 5000 Menschen mit Anspruch auf eine Sozialwohnung kein Zuhause und müssten in Notunterkünften oder bei Freunden auf dem Sofa schlafen. Auch die Zahl der Zwangsräumungen steigt nach DMB-Angaben. Konkrete Statistiken gebe es aber nicht. „München ist ein Zentrum der problematischen Wohnungsmarktentwicklung in Deutschland“, sagte Rips.


    Es gebe aber auch die gegenläufige Entwicklung in einigen ländlichen Gebieten. In den Speckgürteln von Großstädten seien Wohnungen zwar knapp, aber je weiter man aufs Land komme, desto mehr Wohnungen stünden leer. Das gelte für Landkreise in Ostdeutschland ebenso wie für die Region Wilhelmshaven in Niedersachsen oder die Stadt Gelsenkirchen. „Wo die Arbeitsplätze sind, fehlen Wohnungen. Wo es genug Wohnungen gibt, fehlen Arbeitsplätze“, beschrieb die Geschäftsführerin des bayerischen DMB-Landesverbandes, Monika Schmid-Balzert, die Situation.

    • dpa
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    20 Kommentare zu "Alarm vom Mieterbund: Deutschland braucht mehr Wohnungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wer hat denn den Privatisierungsplan eingeleitet?
      Das war Rot-Grün und die jetzige Regierung macht doch weiter
      Da wurden die Sozialwohnungen der Städte an kriminelle Investoren, teils ausländ. Hedgefonds, verkauft mit all den Nachteilen die die Mietr heute haben.
      Dann gibt es in allen Städten Leerstand, aber in Vierteln, da würde ich nicht mal hinziehen wenn die Wohnung mietfrei wäre.
      Städte und Gemeinden haben auch in den vergangenen Jahren diesbezüglich geschlafen.

    • Erst verschulden sich die Städte dramatisch um attraktiv zu sein und dann sind attraktiv, die Mieten stiegen, also wollen sich die Städte, fast alle Großstädte sind hoch verschuldet und von derSPD regiert, noch weiter verschulden - ein Teufelskreis.

    • Die Wohnungsnot in Großstädten wird damit enden, dass Zuwanderer die zu Millionen noch kommen, sich mit Favelas
      an den Rändern der Städte niederlassen. Die heutigen 500 000 Tausend Obdachlosen die mit Iglu-Zelten unter Brücken und anderswo
      leben müssen, sind der erste Schritt. In Hamburg werden die Stadteile immer moderner und teurer. Für sozialschwache Familien ist kein Platz, die will nicht mal die Saga/GWG als Mieter haben. Mit einem negativ Eintrag in der Bankendatei Schufa führt direkt zur Wohnungslosigkeit oder Unterkunft ala Asylheim.

    • Lieber Deutscher Mieterbund,

      es bringt nichts nur zu fordern.
      Daher empfehle ich Ihnen, dass Sie als DMB mit gutem Beispiel voranschreitet und selbst Wohnungen baut und diese zu günstigen konditionen vermietet.

    • Die Juristerei lernt bis heute das römische Recht. Den langen Schatten Roms hat Europa nie übersprungen. Alles Tarnung und Täuschung.

      Das Römische Reich hatte eine unglaubliche Sogwirkung für Glücksritter und Absahner, bis es zum dichtbesiedeltsten Gebiet der ganzen Welt geworden war.
      Rom war nicht mit Gold gepflastert, sondern getränkt vom Blut der Sklaverei und Kriminalität
      Überall stampfte die Senatorenbande Mietblöcke aus dem Boden, stapelte Menschenhalden ohne Zukunft.
      Von dem Mythos, dass da in irgendeinem Winkel Kultur geherrscht habe, sollte man sich verabschieden. Selbst die römischen Götter waren nur Plagiate. Das Blutbad im circus maximus war der Kulminationspunkt der senatorischen Geistigkeit. Es gab Zweifel, Bauwut und Kriege, sonst nichts.

      Das Markenzeichen der deutschen Städte ist Bauhaus- und Glasbauwahn im Barock mit Blick auf den Einkaufstempel.
      Es soll sogar Leute geben, die ihren Etagenkäfig zum Einkaufen verlassen. Dann aber nur in einer Abgaswolke aus schrillem Lack und Smartphone-Lärm, um die Wahrnehmung zu dämpfen.

      Die Ungeniessbarkeiten des Lebens werden gesteigert mit dem massenweisen Import steinzeitlicher Ansichten, der lebt emotional noch auf der Scheibenerde. Und viele, die kommen, haben nicht mal das bisschen Kultur. Das muss man sich vorstellen: das ist das Umfeld, welches Politiker, Wirtschaftsbosse, Journalisten sich wünschen, wo sie sich wohl fühlen. Sinnloses Gebrabbel in tausenderlei Sprachen umgeben von Strassendreck und Baulärm.

      Währenddessen betäubt sich die Politik mit amateurhaftem Aktivismus, Rentner, die sich die Haare grün färben. Die merkt einfach nicht, dass sie die letzte Ausfahrt verpasst hat.
      Die ewig Jugendlichen sind eine echte Landplage geworden. Ein Mischmasch der Kulturen gibt es nicht, wie aus Senf, Erdbeeren, Fisch und Blumenkohl auch bei noch so langem Umrühren keine leckere Suppe entsteht. Alles muss gelernt sein, nicht nur das Kochen.

      "EU" steht für Kollaps, Flickenteppich, Stadt, Müll, Tod. Ende.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Ich möchte mit Mietern nichts mehr zu tun haben.
      Das ist zu 70% asoziales Pack. Zu dämlich, sich selbst ein Haus zu bauen ... aber hier jammern.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Sehe das ähnlich!

      Die derzeitige Konzentration auf die "Metropol-Regionen halte ich allerdings für übertrieben. Klar ist Energie (zum Fahren) teuer, aber der Arbeitsmarkt wird sich in Zukunft umstellen müssen (Stichwort: Fachkräfte-Mangel).

      Irgendwann werden die ländlichen Regionen derart ausgeblutet sein, dass sie mit Mini-Steuern für Unternehmen und Grundeigentümer locken (werden müssen). Dann wird sich der Trend umkehren!!!

      Versauert schön in euren verruchten Städten...!

    • Wer heute baut, hat dann 80 Leerstand, wenn die Demographie richtig zuschlägt. Einersteits wird Steuergeld für Neubau ausgegeben, an anderer Stelle werden Milliarden Steuergeld für Abriß ausgegeben. Lieber Mieterbund, leiber Städtebund: ihr müßt das Scheiß Geld ja nicht verdienen, wovon ihr fordert, dass es dem Arbeitnehmer weggenommen wird. Und für wen soll der Neubau sein? Für die Arbeitslosen und Ausländer? Und der steuerzahlende Arbeitnehmern verharrt in seinen 70-iger und 80-iger Jahre Butzen? Das soll "sozial gerecht sein"?

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