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Allensbach-Umfrage Corona belastet die „Generation Mitte“ in Deutschland – wirtschaftlich und psychisch

Die sozialen Folgen der Coronakrise empfinden viele 30- bis 59-Jährige als besonders schlimm. Optimismus bei diesen Leistungsträgern für 2021 ist „erdrutschartig verschwunden“.
02.12.2020 - 13:24 Uhr 1 Kommentar
Die 30- bis 59-Jährigen stehen meist mitten im Berufsleben, erziehen Kinder und finanzieren die sozialen Sicherungssysteme. Quelle: dpa
Familie

Die 30- bis 59-Jährigen stehen meist mitten im Berufsleben, erziehen Kinder und finanzieren die sozialen Sicherungssysteme.

(Foto: dpa)

Berlin Der seit Monaten anhaltende Ausnahmezustand durch die Corona-Pandemie belastet die „Generation Mitte“ in Deutschland stark – wirtschaftlich, vor allem aber auch psychisch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach unter 30- bis 59-Jährigen in Deutschland für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die an diesem Mittwoch veröffentlicht wurde.

„Die Generation Mitte befindet sich in einem Stimmungstief. Jeder Zweite fühlt sich heute schlechter als vor der Krise“, sagte Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher. „Corona wirkt zudem wie ein Spaltpilz: Die große Mehrheit sieht mehr Aggressionen und Egoismus als wachsende Solidarität.“

Der GDV beauftragt Allensbach seit 2013 damit, die Einstellungen, Erwartungen und Ängste innerhalb der breiten Bevölkerungsschicht zu erforschen. Für die jüngste Untersuchung hat das Demoskopie-Institut zwischen Mitte Oktober und Anfang November 1047 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren befragt.

Zu dieser Altersgruppe zählen in der Bundesrepublik derzeit 35 Millionen Menschen. Sie stehen meist mitten im Berufsleben, erziehen Kinder und finanzieren die sozialen Sicherungssysteme. Die Generation Mitte stellt 70 Prozent der Erwerbstätigen und erwirtschaftet über 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte. Dadurch gilt sie als „Leistungsträger“ der deutschen Gesellschaft.

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    Auf die Frage, was sie während der Corona-Pandemie bisher als besonders schlimm erachtet haben, nennt die Mehrheit die Ungewissheit über das Ende der Krise und die tatsächliche Gefährlichkeit des Virus. Jeder zweite Befragte gibt an, vor allem darunter zu leiden, dass er ältere Familienmitglieder nicht mehr treffen kann.

    Nur jeder Fünfte hat Angst um den Arbeitsplatz

    Die ökonomischen Folgen haben für die Generation Mitte der Umfrage zufolge eine geringere Bedeutung: Nur jede Fünfte sorgt sich um seinen Job oder hat Angst vor Kurzarbeit oder finanziellen Einbußen. Damit landen die wirtschaftlichen Folgen auf dem letzten Platz der Sorgen der 30-bis 59-Jährigen.

    Zum Vergleich: Der Anteil derer, die es als besonders schlimm erachten, dass Schulen und Kitas geschlossen waren oder dass sie Freunde nicht treffen konnten, ist etwa doppelt so groß. 

    Gleichwohl ist die Unsicherheit gewachsen: Ihren Arbeitsplatz betrachteten 2019 noch 69 Prozent der Befragten als sicher. Nun liegt der Anteil niedriger, aber immer noch bei 62 Prozent. Allerdings fürchtet nun fast jeder Vierte (23 Prozent), seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Im Vorjahr waren es lediglich 14 Prozent. Einkommenseinbußen mussten im Corona-Jahr 28 Prozent der Befragten hinnehmen, 13 Prozent erwarten Verluste.

    Der Zukunftsoptimismus der vergangenen Jahre ist laut Allensbach-Chefin Köcher „erdrutschartig verschwunden“. Nur jeder Fünfte (22 Prozent) geht mit Optimismus in die kommenden zwölf Monate, vor Jahresfrist waren noch 47 Prozent hoffnungsvoll.

    Der langfristige Optimismus der 30- bis 59-Jährigen hat sich jedoch kaum verändert: Etwa jeder Fünfte ist Allensbach zufolge überzeugt, dass es ihm in fünf Jahren wirtschaftlich besser gehen wird. Hier hat sich der Wert nur um zwei Punkte von 23 auf 21 Prozent verringert. 13 Prozent der Befragten glauben, dass sie 2025 ökonomisch schlechter dastehen als heute – gegenüber elf Prozent im Vorjahr. 

    Sorgen um die Konjunktur

    In Zukunft – also nach überstandener Pandemie – wollen viele Bürger ihr Leben ändern. Jeder Zweite nimmt sich laut der Umfrage vor, „das mehr zu schätzen, was ich früher als selbstverständlich angesehen habe“, jeder Dritte will mehr Zeit mit der Familie verbringen oder sein Leben ruhiger angehen lassen.

    Viele Vorsätze dürften auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben: Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) will künftig bewusster einkaufen, 22 Prozent wollen häufiger Urlaub in Deutschland machen.

    Über die Auswirkungen der Jahrhundertkrise auf die Konjunktur machen sich drei Viertel der Befragten große oder sehr große Sorgen. Bei der Frage, ob die deutsche Wirtschaft ihre starke Position auch nach Corona verteidigen kann, gibt es ein unklares Stimmungsbild: Ein knappes Drittel ist optimistisch, ein etwas größerer Anteil fürchtet einen Rückfall. 

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    Zwar meint nur jeder Zweite, dass die Globalisierung schuld daran ist, dass sich das Coronavirus auf der ganzen Welt verbreiten konnte. Aber generell lässt die Krise die Generation Mitte deutlich an den Vorteilen einer offenen Volkswirtschaft zweifeln.

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    „Erstmals lehnt eine Mehrheit der Generation Mitte die Idee der Globalisierung ab. Das macht mir Sorgen, denn ohne starke internationale Kooperation, insbesondere in der EU, werden wir weder Corona noch den Klimawandel meistern“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

    Mehr: Helge Braun kündigt Ende großzügiger Corona-Hilfe an: „Staat ist nicht unbegrenzt handlungsfähig“

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    1 Kommentar zu "Allensbach-Umfrage : Corona belastet die „Generation Mitte“ in Deutschland – wirtschaftlich und psychisch"

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    • Da hilft nur eins, sich die Mühe machen nichts einfach zu glauben sondern - wie bei Corona - eigenständig relevante Daten sich im Netz zusammensuchen. Ist einfach als gedacht. RKI und DIVI Intensivregister sowie Statistika helfen erstaunlicherweise weiter.
      Nur so kann die wirkliche, realistische Risikolage in etwa geprüft werden.
      Wichtig dabei ist das Verifizieren der Daten - z.B. Unterschied zwischen positiv Geteste und Infizierte checken, wobei zu hinterfragten ist, ob der PCR-Test überhaupt für diagnostische Zwecke überhaupt zugelassen ist (ist er nicht). Unterschied zwischen Tote durch Corona (also Corona als Todesursache) oder Tote mit Corona (nicht ursächlich aber Virus vorhanden).

      Mit mehr Informationen wird man auch weniger ängstlich und kritisch - gibt es nicht doch alternative Handlungsweisen. Wir Normalos mit gesundem Menschenverstand und nicht hysterisch sind nämlich sehr viel klüger als von Staats wegen gedacht.
      Kritisch werden - aber nicht in Verschwörungstheorien abgleiten.
      So Mut aufbauen und dann klappt es auch mit der Frage - wie will ich mein Leben gestalten, was will ich überhaupt wie erreichen, wie ist mein Lebensmodell - der Horizont wird weiter und dann nicht soviel reden, sondern machen.

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