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Alpenkuh und Erdloch Spionage-Ehepaar in Stuttgart verurteilt

Gefährliche Geheimnisverräter oder heimattreue Schelme mit Steinzeit-Methoden? Die Einschätzungen über ein russisches Agentenpaar, das in Stuttgart vor Gericht stand, gingen auseinander. Heute ist das Urteil gefallen.
02.07.2013 - 11:03 Uhr 2 Kommentare
Das russisches Agentenehepaar mit den Aliasnamen Heidrun (l) und Andreas Anschlag im Oberlandesgericht in Stuttgart. Quelle: dpa

Das russisches Agentenehepaar mit den Aliasnamen Heidrun (l) und Andreas Anschlag im Oberlandesgericht in Stuttgart.

(Foto: dpa)

Stuttgart Angesichts der aktuellen Schlagzeilen über die weltweite Cyberspionage von Geheimdiensten wirkt der Stuttgarter Agentenfall wie ein Relikt vergangener Tage. Über Erdlöcher soll das Ehepaar Anschlag Hunderte geheime Dokumente von Nato und EU an den russischen Geheimdienst SWR weitergereicht, verschlüsselte Informationen mittels Kurzwellensendern ausgetauscht haben. „Mir kommt es vor wie zwei Steinzeitmenschen, die Steintafeln übergeben“, sagte ein Verteidiger in seinem Plädoyer. Und doch gilt das Verfahren am Oberlandesgericht als einer der größten Spionageprozesse seit Ende des Kalten Krieges.

Wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit verurteilte das Oberlandesgericht Stuttgart den Hauptangeklagten am Dienstag zu sechseinhalb Jahren und seine Frau zu fünfeinhalb Jahren Haft.

Dramatischer Geheimnisverrat geht anders, behauptet Anwalt Horst-Dieter Pötschke, der schon Kanzleramtsspion Günter Guillaume vertrat. Man denke nur an die Datensammlung der Amerikaner und Briten, die momentan weltweit für Empörung sorgt. Dagegen sei sein Mandant Andreas Anschlag ein kleines Licht. Vor allem aus Loyalität zu seinem russischen Vaterland habe er die Dokumente an den KGB-Nachfolger SWR geschickt.

Die echten Namen von Andreas und Heidrun Anschlag kennt nicht einmal das Gericht. Österreicher, wie es in ihren Pässen steht, sind sie nicht – vielmehr Russen. Alexander und Olga sollen sie heißen, 55 und 52 Jahre alt sein. Das war es dann aber auch schon.

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    Unstrittig ist ihr Doppelleben. So unauffällig sie vor Gericht erscheinen, so bieder lebten sie als Familie. Mutter Anschlag zog die Tochter groß. Sie backt gern, heißt es. Ihr Mann war als Ingenieur bei Kollegen und Chefs beliebt. Zuletzt wohnten sie in zwei Wohnungen im hessischen Marburg und im baden-württembergischen Balingen.

    Alles andere als 08/15 war allerdings ihre Freizeitgestaltung. Statt Gartenbauverein oder Kegelclub zu besuchen, unterwiesen sie nach Überzeugung der Anklage einen Maulwurf im niederländischen Außenministerium.

    Die Übermittlungsmethoden bieten Filmstoff
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    2 Kommentare zu "Alpenkuh und Erdloch: Spionage-Ehepaar in Stuttgart verurteilt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Russland könnte Snowden gegen das Agentenpaar zum Tausch anbieten.

    • Wenn ich wichtige Informationen über EU und Nato hätte, dann bin ich mittlerweile soweit sie ohne zu zögern und völlig ohne Gegenleistungen interessierten Agenten des russischen Geheimdienst bereitzustellen.

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