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Altbundespräsident Joachim Gauck wirbt für „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Gauck fordert von der Union, eine bessere Heimat für Konservative zu werden. Zudem lehnt er die Blockade der Wahl eines AfD-Bundestagsvize ab.
15.06.2019 - 10:26 Uhr 1 Kommentar
Der ehemalige Bundespräsident fordert eine Unterscheidung zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus. Quelle: obs
Joachim Gauck

Der ehemalige Bundespräsident fordert eine Unterscheidung zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus.

(Foto: obs)

Berlin Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck fordert eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“. Toleranz fordere, „nicht jeden, der schwer konservativ ist, für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“, sagte Gauck dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wir müssen zwischen rechts – im Sinne von konservativ – und rechtsextremistisch oder rechtsradikal unterscheiden.“

Gauck vertrat die Ansicht, die CDU müsse für einen bestimmten Typus des Konservativen wieder eine Heimat werden. Das gelte für Menschen, für die Sicherheit und gesellschaftliche Konformität wichtiger seien als Freiheit, Offenheit und Pluralität. Früherer seien diese Menschen in der CDU/CSU von Alfred Dregger und Franz Josef Strauß beheimatet gewesen. „Doch seitdem die CDU sozialdemokratischer wurde, sind die heimatlos geworden.“

Gauck verlangte zugleich, klare Grenzen zu ziehen. „Es ist Schluss mit Nachsicht, wenn Menschen diskriminiert werden oder Recht und Gesetz missachten“, betonte das frühere Staatsoberhaupt. „Das ist offen zu verurteilen und unter Umständen ein Fall für Staatsanwälte und Richter.“ Man müsse aber darüber streiten, wo man die Grenzen ziehe. Solange das Grundgesetz nicht verletzt werde, sondern nur unangenehme Thesen vertreten würden, sei das Ausdruck einer offenen Gesellschaft.

„Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit Probleme zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“, sagte Gauck. Ein problematischer Weg sei es, dass die Wahl eines AfD-Abgeordneten zum Vizepräsidenten des Bundestages bisher blockiert wurde. Natürlich habe jeder Abgeordnete das Recht, zu wählen, wen er wolle. „Aber ich frage mich, ob es politisch nützlich ist, jeden Kandidaten der AfD abzulehnen.“

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    • dpa
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    1 Kommentar zu "Altbundespräsident: Joachim Gauck wirbt für „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dem ehemaligen Bundespräsident Joachim Gauck kann man nur voll und ganz zustimmen.
      Wer mit Mitteln am Rande der Demokratie versucht die AfD zu bekämpfen sollte sich hinterfragen wo er besser ist als die AfD.
      Was Hr. Gauck sehr deutlich anspricht ist der Mißbrauch der Mehrheit gegen eine Minderheit im Parlament. "Ein problematischer Weg sei es, dass die Wahl eines AfD-Abgeordneten zum Vizepräsidenten des Bundestages bisher blockiert wurde. Natürlich habe jeder Abgeordnete das Recht, zu wählen, wen er wolle. „Aber ich frage mich, ob es politisch nützlich ist, jeden Kandidaten der AfD abzulehnen.“
      Es ist einfach nur noch lächerlich wie versucht wird in Politik und Presse, alles und jedes der AfD in die Schuhe zu schieben, selbst wenn in China ein Sack Reis platzt muß die AfD dahinter stecken.

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