Altersabsicherung Renten steigen deutlich

Die Renten steigen seit Jahren spürbar. Doch die Rentenpläne der Koalition dürften Milliarden kosten und die Rentenkasse unter Druck setzen.
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Mit der Angleichung von Ost und West steigen die Renten spürbar. Quelle: dpa
Rentenerhöhung

Mit der Angleichung von Ost und West steigen die Renten spürbar.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bezüge der rund 21 Millionen Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli um mehr als drei Prozent. Für die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, zeigt die Anhebung die Stärke der gesetzlichen Rente, wie sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte.

„Schaut man sich die Anpassungen in den letzten fünf Jahren an, so sind die Renten im Westen um insgesamt 13,8 Prozent und im Osten um 19,2 Prozent gestiegen“, sagte Roßbach. „Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr die Leistungskraft der gesetzlichen Rente als tragende Säule der Alterssicherung.“

Zum 1. Juli werden die Renten im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent angehoben. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, erhöht sich so um 32,20 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 33,70 Euro.

Roßbach sagte, damit profitierten auch die Rentner deutlich von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Im vergangenen Jahr hatten die Rentner im Osten 3,59 Prozent und im Westen 1,9 Prozent mehr bekommen. Mit der Rentenerhöhung gibt es zum 1. Juli auch den ersten Schritt der gesetzlich forcierten Ost-West-Angleichung bei der Rente.

Bis 2024 soll die Renteneinheit vollzogen sein. Im ersten Schritt wird der aktuelle Rentenwert Ost auf 95,8 Prozent des Westwerts angehoben. Bisher lag er bei 95,7 Prozent. Der Rentenwert gibt konkret in Euro an, wieviel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist; ein Entgeltpunkt wird anhand einer komplizierten Formel berechnet und ist maßgeblich für die spätere Höhe der Rente.

Roßbach meinte: „Knapp 28 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung dauert der wirtschaftliche Angleichungsprozess zwischen Ost und West noch an.“ Daher sei es wichtig, nun unabhängig von der weiteren Entwicklung nach einem festen Fahrplan ein einheitliches Rentenrecht in Ost und West einzuführen.

„Das wird von den Menschen in den neuen Bundesländern als wichtiges Signal verstanden.“

Zwar glichen sich die Renten in Ost und West bereits bisher automatisch an. Doch nun greift zusätzlich ein entsprechendes Gesetz aus dem vergangenen Jahr. Die Angleichung soll in sieben Schritten erfolgen.

Wegen der guten Konjunktur mit steigenden Löhnen und wachsender Beschäftigung erwartet die Rentenversicherung eine bis zum Jahresende auf 34,8 Milliarden Euro anwachsende Rücklage - rund 1,4 Milliarden Euro mehr als Ende 2017.

Die Pläne der Koalition - unter anderem Verbesserungen für ältere Mütter und Erwerbsminderungsrentner - kosten aber Milliarden, wie es auf einer Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung am Donnerstag geheißen hatte. Ohne zusätzliches Steuergeld drohe das Rentenniveau schneller zu fallen als bisher vorhergesagt und die Rücklage beschleunigt abzuschmelzen.

Die Koalition will zusätzlich das Rentenniveau - also das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn - sowie den Beitragssatz stabilisieren. Mittelfristig gerät die Rentenkasse unter Druck, weil mit dem Älterwerden der Gesellschaft immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen.

  • dpa
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