Altersvorsorge Die Rente reicht im Alter nicht mehr

Die Rente kann den Lebensstandard für immer weniger Deutsche sichern. Weil immer weniger Kinder geboren werden und es immer mehr Rentner gibt, droht im Alter Armut - trotz eines langen Arbeitslebens.
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Sie haben ihr ganzes Leben gearbeitet - trotzdem droht vielen Rentnern im Alter Armut. Quelle: dpa

Sie haben ihr ganzes Leben gearbeitet - trotzdem droht vielen Rentnern im Alter Armut.

(Foto: dpa)

Berlin2,4 Prozent der Rentenbezieher laut dem Statistischen Bundesamt so arm, dass ihre Rente vom Sozialamt aufgestockt wird. Die Mehrzahl dieser Rentner sind Frauen, die oft wegen der Kinder auf Erwerbsarbeit verzichtet haben. Doch es besteht die Gefahr, dass es mehr werden, sehr viel mehr. „Künftig droht deutlich mehr Altersarmut. Die zentrale rentenpolitische Aufgabe in dieser Legislaturperiode bestehe darin, eine Antwort auf dieses wachsende Risiko zu finden“, meint Bert Rürup, der ehemalige Chef der „Wirtschaftsweisen“.

Rürup hat als Berater der Bundesregierung maßgeblich mitgewirkt an den Reformen, die dieses Risiko erst heraufbeschworen haben. Mit den Reformen leitete die Politik einen Paradigmenwechsel ein. Das Jahrzehnte lang gültige Prinzip, wonach die Rente den im Erwerbsleben erreichten Lebensstandard im Wesentlichen Teil sichern soll, gilt nicht mehr. Dieses Ziel können Erwerbstätige jetzt nur noch erreichen, wenn sie zusätzlich in eine staatlich geförderte Vorsorge wie die Riester-Rente oder in eine Betriebsrente einzahlen.

Dies gilt um so mehr, als das Nettorentenniveau vor Steuern Jahr für Jahr sinkt – von heute 52 auf 43 Prozent im Jahr 2030. Nur so kann der Beitragssatz auch dann noch unter 22 Prozent gehalten werden. Denn aus demographischen Gründen wächst die Zahl der Rentner, während die der Erwerbstätigen sinkt. Statt wie heute 27 Jahre lang wird dann ein Durchschnittsverdiener 30 Jahre lang Beiträge zahlen müssen, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten.

Ist die Rente ein gutes Investment? Welche Rendite Sie erwartet


Das bedeutet nicht nur, dass die Rendite der eingezahlten Beiträge deutlich sinkt. Für Bezieher kleiner Einkommen wird bald nicht einmal mehr ein lückenloses Erwerbsleben von 45 Jahren reichen, um mit 67 Jahren eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten. Es spielt keine Rolle, wie sehr sie sich anstrengen – sie können keinen höheren Rentenanspruch erzielen, als ihnen auch ohne einen einzigen Tag Arbeit über die Grundsicherung ohnehin gewährt wird.

„Das erhöhte Risiko von Niedriglohnbeschäftigten und Langzeitarbeitslosen, trotz Beitragsleistungen nicht ausreichend vor Altersarmut geschützt zu sein, gefährdet die verfassungsrechtliche Legitimität der gesetzlichen Rentenversicherung“, warnt Adolf Bauer, Chef des Sozialverbands Deutschland. „Gleiches gilt für das besondere Risiko, im Fall einer Erwerbsminderung nicht mehr hinreichend vor Armut geschützt zu sein.“ Denn damit werde der Rentenbeitrag zu einer „verfassungswidrigen Abgabe ohne Gegenleistung“, weil die Betroffenen am Ende ebenso nur die Grundsicherung erhalten wie jemand, der nie Beiträge gezahlt habe.

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Zusätzliche Studien und Analysen zu diesem Thema bietet das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung.

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35 Kommentare zu "Altersvorsorge: Die Rente reicht im Alter nicht mehr"

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  • Ich könnte jetzt im gleichen Stil entgegnen, dass die Abschaffung aller medizinischen Leistungen für Personen ab 60 doch die sinnvollere Lösung wäre...
    Unter der Voraussetzung, dass der Lebensstandard halbwegs erhalten bleiben soll (und Sie nicht mit 80 zusammen mit Gleichgesinnten jagend durch die Wälder ziehen möchten), ist das leider nicht zuende gedacht, denn alles basiert nun einmal auf einer funktionierenden Wertschöpfungskette. Diese wiederum benötigt in einem industrialisierten Land genügend gut ausgebildete und kreative junge Leute. Geld hingegen ist nur Papier. Und in einem kollektiven Alterheim ist das am Ende nur noch für eine Sache zu gebrauchen....
    Im Übrigen ist es doch heute schon so, dass jemand, der in diesem Land Kinder in die Welt setzt, der Depp der Nation ist und sehr viel Idealismus benötigt. Die eigenen Kinder sind die Altersvorsorge der anderen!!! Das Rentensystem ist in dieser Hinsicht doch total krank!

  • Selbstverständlich reicht die Rente nicht.
    Die Banken und der Staat habe euer Geld verzockt !!!!!!!!
    Sehr bald kracht es so richtig, dann sind nicht nur die RentenVERSPRECHEN dahin !
    Euer Erspartes, Lebensversicherungen etc. sind dann auch bloß ein Fetzen Papier.....
    Selber schuld - naive Schafherde....

  • Wir sollten uns am Schweizer System orientierne. Aber die, die dies präverieren, werden kaum gehört.
    Die Schweiz hat ein Drei-Säulen-System
    eine staatliche Rente wie bei uns, halb Arbeitnehmer halb Arbeitgeber
    Aber alle zahlen ein bis hin zum Millionär.
    Der Beitrag liegt so um 5%
    Der Millionär zahlt natürlich logisch mehr prozentual gesehen, aber die Höchstrente in der Schweiz ist gekappt, er bekommt also nur so viel wie der Höchstverdiener. D. h. das Solidarsystem ist dort Vorrang, die Starken tragen die Schwachen.
    Dann gibt es eine Betriebsrente, die ist ebenfalls Pflicht, kann aber im Gegensatz zu hier, von Betrieb zu Betrieb und Branche zu Branche mitgenommen werden.
    Die beträgt ebenfalls 5% wohlgemerkt, immer die halb-halb
    Wem das immer noch nicht reicht, kann noch privat vorsorgen.
    Hinzu kommt, dass der Schweizer Staat nicht seine Dreckpfoten in die Rentenvers. steckt
    in der Schweiz gibt es übrigens auch eine Mindestrente. Das betrifft z. B. Geringverdiener.
    Nach meinem Wissensstand liegt die bei ca. 1.600 Franken.
    Aber nagelt mich nicht fest, ich müßte nachschauen und die Info ist auch schon ein wenig älter
    Dadurch dass die Millionäre auch einzahlen aber natürlich nicht in ihrer eingezahlten Höhe rauskriegen, kann man eine Mindesrente machen, was ich auch gut finde.

  • luxolino sehe einen andren weg der Sohn von X,Y,Z die profiteure von gestern, heute, haben Kinder und die sitzen in Brüssel in der Politik und nicht bei VW am Band. nun haben die doch auch noch Landesbanken und so weiter und da gibts arme Deutsche die haben die rentenkasse nicht beklaut wie kohl nein die waren am Band, na das wird lustig. ikea biedenkopf rabatt für menschen die nie eingezahlt haben aber rausnehmen die masse machts

  • ich glaube, Sie verwechseln den normalen Rentner mit den Pensionären.
    Der deutsche Eckrentner (so heißt das) bekommt nach 35/40 Jahren Arbeit je nach Verdienst so um die 900 €.
    Wenn man Glück hat und ein wenig mehr verdient hat, sind es auch schon mal um 1.000 oder 1.100 €.
    Und da reden Sei von reichen Rentnern?
    Wenn ein Rentner Glück hat und in einem guten großen Betreib war, hat er noch eine Bettriebsrente, aber eber leider nicht alle
    Die Rentner die im öffentlichen Dienst waren oder öffentl. Körperschften als Angestellte haben diesen Vorteil auch, denn dort ist es Pflicht in die VBL einzuzahlen (vermögensbildende Leistungen)
    Und nicht vergessen: die Beiträge hat der Rentner und Arbeitgeber eingezahlt nicht der Staat
    Sollen Rentner nun in irgendeine Absteige ziehen, damit sie die Miete noch zahlen können oder wie hätten Sie es gerne? Als Dank für ein langes Arbeitsleben und Aufzucht von Kindern kann der Rentner dann seinen Lebensstandard ja ruhig um mindestens 50% herab schrauben oder zur Tafel gehen, oder?
    Das ist zynischAKH6B

  • @ Poldi nun haste alles richtig bescrieben und die grösste gruppe, die Nichtwähler geben dir recht und gehen wider nicht wählen und die Würdenträger non gester heut und morgen trffen sich mit ulla beim grillen und lächeln sich an. egal was passiert der Wähler hat uns gewählt is halt so.

  • Das ist doch alles hinreichend bekannt.

    Und die Lösungen sind auch bekannt:
    Abschaffung der Pensionen und Abschaffung der Renten,
    dafür wird eine Altersgrundrente bezahlt
    und jeder einzelne muß in seinem Leben selbst für seinen guten Lebensstandard sorgen.
    Das ist auch völlig normal, denn die Menschen werden immer selbständiger und können ganz alleine mit ihrem verdienten Geld umgehen.

  • Wieso zahlen denn nicht alle in das Umlagesystem ein ?????!!!!!

    (Beamte etc.)

    Und warum sind die Beiträge bei den gutverdienenden nach oben gedeckelt??????!!!!!

    So lange dieser Schwachsinn existiert wird auch keiner eine Rendite erwarten können :-)

  • Ich bedanke mich bei margit117888 für den detailten Kommentar und habe ihn auch gleich ausgedruckt, falls meine Merkliste beim HB mal wieder Gedächnisverlust hat.

    Du hast völlig Recht!!!

    Unsere Rentenversicherung wurde in heftigem Umfang hauptsächlich von der CDU und Herrn Helmut Kohl bestohlen.
    So ein Diebstahl wurde ganz kreativ durchgeführt.
    Diese artfremden Leistungen sind in D angerechnete Rentenjahre aus z. B. Polen oder UDSSR. Sie hätten rechtlich von der Bundesregierung getragen und bezahlt werden müssen.
    Aber auf Grund der Unfähigkeit von CDU und FDP wurden und werden diese zu zahlenden Leistungen wiederrechtlich der Rentenkasse auferlegt.
    Somit ist die daduch resultierende Erbschaft,ihre Weiterentwichlung und der Zusammenbruch der Rentenkasse ohne staatlichen Rückzahlungen vorprogrammiert.

    Wenn nun die derzeitige Bundesregierung ihre Zahlungen an die Rentenkasse reduzieren möchte und als Zuschuß bezeichnet, ist das unrichtig und verlogen. Sie ist verpflichtet zu Zahlen, um ein kleines Stück Wiedergutmachung am Diebstahl zukünftiger Generationen und ihrer Altersvorsorge auszugleichen.

    Schönen Tag noch.

  • Das ist außerdem Realität: Über die Rentenversicherung wurden 20 Mio. DDR Bürger mitfinanziert, die niemals eingezahlt haben.

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