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Altersvorsorge SPD-Chef Walter-Borjans will Gutverdiener stärker zur Rentenkasse bitten

Walter-Borjans will, dass Gutverdiener mehr in die Rentenversicherung einzahlen. Zudem rechnet er damit, dass das System künftig stärker mit Steuermitteln gestützt werden müsse.
07.01.2020 - 18:40 Uhr 7 Kommentare
Der Bundesvorsitzender der SPD fordert, dass Gutverdiener höhere Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Quelle: dpa
Norbert Walter-Borjans

Der Bundesvorsitzender der SPD fordert, dass Gutverdiener höhere Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen.

(Foto: dpa)

Berlin Der neue SPD-Chef hat sich in die Rentendebatte eingeschaltet. Norbert Walter-Borjans will, dass Gutverdiener höhere Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. „Die Deckelung für hohe Einkommen gehört genauso auf den Prüfstand wie die Einbeziehung der zunehmenden Einkünfte aus Kapital“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Die Abgabenlast müsse gerechter verteilt werden, damit auch in Zukunft ein Altwerden in Würde ohne unerschwingliche Sozialabgaben im Arbeitsleben möglich sei. Walter-Borjans rechnet zudem damit, dass das Rentensystem wegen der älterwerdenden Bevölkerung künftig stärker als bisher mit Steuermitteln gestützt werden müsse. Umso wichtiger sei es, dass global agierende Konzerne angemessen Steuern zahlten.

Für die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Rentenversicherung gilt seit dem 1. Januar 2020 eine neue Einkommensgrenze. Der Beitrag bemisst sich dann bis zu einem Höchstbetrag von 6900 Euro im Monat in den alten und 6450 Euro in den neuen Ländern. In der knappschaftlichen Rentenversicherung steigt diese Einkommensgrenze auf 8450 Euro in den alten und 7900 Euro in den neuen Ländern. Bis zu diesem Höchstbetrag ist das Einkommen eines Beschäftigten beitragspflichtig, alles darüber ist beitragsfrei.

Walter-Borjans, der seit wenigen Wochen gemeinsam mit Saskia Esken die Sozialdemokraten führt, hatte erst vor wenigen Tagen mit einer anderen Forderung für Schlagzeilen gesorgt. Er kündigte an, den Wertzuwachs von Grundbesitz einmalig besteuern zu wollen, wenn Flächen in Bauland umgewidmet werden.

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    „Ich will Wohnen günstiger machen und nicht teurer – nicht nur für Mieter, sondern auch für Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden leben“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

    Mehr: Der neue SPD-Chef profiliert sich als Schattenfinanzminister. Damit düpiert er seinen Parteirivalen Olaf Scholz. Dessen Schweigen zu der Sache ist vielsagend.

    • dpa
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    7 Kommentare zu "Altersvorsorge: SPD-Chef Walter-Borjans will Gutverdiener stärker zur Rentenkasse bitten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Würden wir die Milliarden, welche als staatliche Zuschüsse in die privaten Aktionärskassen (genannt private Altersvorsorge mit Riester etc.) fließen in das gesetzliche Rentensystem geben, dann hätte die gesetzliche RV keine Probleme. Aber man will halt nicht - weshalb?
      Im übrigen kosten die Bundestagsabgeordneten, welche zuviel sind (siehe Urteil BVerfG 2012) seit 2012 jährlich 1 Millarde. Hört man da was vom unserem Bundespräsidenten und vom Bundestagspräsidenten? Was ist mit Verfassungstreue?

    • Am besten wäre es, wenn alle arbeitenden Frauen und Männer in die Rentenversicherung einzahlen müssen (auch Beamte, Bundestagsabgeordnete, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, etc.) und alle anderen Arbeitnehmer/innen, die in einen eigenständigen Versorgungsnetzwerk einzahlen.

    • Wenn ich das als Student lese werde ich echt wütend!

      Wie kann man jeglichen ökonomischen Rat (jährlich warnt der Sachverständigen Rat über demografische Folgen und unser Rentensystem) ignorieren? Nur weil in den nächsten 10-12 Jahren die Baby-Boomer Generation in Rente gehen wird und die SPD händeringend Wähler sucht, muss man noch lange nicht das Land finanziell in den Abgrund schicken. Jedes Jahr wird die Rentenlücke größer und der Staat muss sie decken. Das kann nicht ewig so weiter gehen!

      Rentenerhöhungen bzw. Wahlgeschenke in diesem Bereich gehören vor diesem Hintergrund gesetzlich verboten! Mit dem aktuellen durchschnittlichen Rentenniveau können Rentner bis zu 10x mehr für Konsum und Freizeit ausgeben als noch vor 40 Jahren! Lasst die Kirche im Dorf und denkt an zukünftige Generationen!

    • Dieser Walter-Borjans,(ich weiß nie wo der Nachname anfängt und der Vorname aufhört) fordert halt, was der Sozi Klientel gefällt. Logik, Gesetze und Umsetzbarkeit interessieren dabei wenig.
      Mit dem "Gutverdiener"(wer ist das eigentlich)läßt sich immer eine schöne Schlagzeile produzieren.
      Mit solch einer Politik wird die SPD entgültig zur Klientelpartei der Loser.

    • "Altersvorsorge: SPD-Chef Walter-Borjans will Gutverdiener stärker zur Rentenkasse bitten".
      Kurzfristig würden mehr Einnahmen generiert, aber langfristig und dann dauerhaft mehr Ausgaben, da den heutigen höheren Einzahlungen auch höhere Ansprüche gegenüber stehen. Die Situation der RV würde langfristig verschlechtert.
      Oder gibt es dann eine Enteignung der Ansprüche von den Personen die höhere Beiträge geleistet haben? Würde aber zu den Enteignungsfantasien der SPD unter Fr. Esken und Hr. Borjans passen.
      Der SPD-Chef Walter Borjans will uns die Segnungen des Sozialismus aufzwingen, die schon Winston Churchill wie folgt beschrieb:
      "Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
      Alle sozialistischen Staaten haben ihr Land wirtschaftlich ruiniert, ihr Volk ins Elend getrieben und sind zur Diktatur mutiert. Aber wie sagte schon der aktuelle große Vordenker der SPD Erich Honecker "den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf". That's the way the SPD is going.

    • Lieber Norbert, wenn es nicht so traurig wäre, käme ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Von einem ehemaligen Landesfinanzminister dürfen wir steuerzahlenden Bürgen schon erwarten, dass ihm der Unterschied zwischen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen geläufig ist. Insbesondere in der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen Letztere dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Grob formuliert bedeutet dieses, dass individuell geleisteten Rentenversicherungsbeiträgen eine im Wert entsprechende Anwartschaft gegenüberstehen muss. Wie so häufig in der Politik werden auch hier zum Zweck einer kurz- bis mittelfristigen finanzwirtschaftlichen Optimierung zusätzliche langfristige Verbindlichkeiten eingegangen, ohne einen Plan zu haben, wie man diese dann überhaupt bedienen kann. Unter einer nachhaltigen Finanzpolitik verstehe ich in meiner unendlichen Naivität etwas anderes. Aber was soll es, nach uns die Sintflut!

    • Kapitaleinkünfte? Noch so eine Schnapsidee von Walter-Bojans! Das trifft dann sicherlich nicht die wirkilich Vermögenden, sondern die, die in die Rentenkasse einzahlen müssen. Er sollte sich endlich mal dafür einsetzen, alle, auch die Beamten in die Rentenkasse einzahlen müssen - das wäre sicherlich ein erklecklicher Beitrag zur Rentenfinanzierung. Aktuell und bisher zahlt ja der "normale" Arbeitnehmer seine Rentenbeiträge (plus Arbitgeber) sowie zusätzlich noch über seine Steuern die Beamtenpension.

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