Angela Merkel Angeschlagen und politisch ausgezehrt

Angela Merkel ist in der CDU umstritten und gefährdet wie nie zuvor. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg wird ihre Lage aber kaum verändern, zu schwach sind ihre Gegner. Das schürt Sehnsucht nach einem Hoffnungsträger.
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Angela Merkel gilt innerhalb der CDU als umstritten. Quelle: dpa

Angela Merkel gilt innerhalb der CDU als umstritten.

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BerlinSeit Monaten richten sich die Blicke auf Baden-Württemberg, fragen sich Koalition wie Opposition, was eine CDU-Niederlage dort für die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel bedeuten würde. Mittlerweile zeichnet sich ab: Sie würde nach der Wahlniederlage wohl mit einem Bauernopfer, einer symbolischen Handlung nach dem Motto: "Ich habe verstanden" aufwarten. Vor allem aber wird sie versuchen, einfach weiter zu regieren und auch 2013 wieder als Kanzlerkandidatin anzutreten. Doch sie ist so umstritten und gefährdet wie nie zuvor - selbst wenn der CDU wider Erwarten in Baden-Württemberg der Machterhalt gelingen sollte. Einer aus der christdemokratischen Fraktionsführung sagt: „Ein Hoffnungsträger wie Koch oder Merz könnte die Partei im Sturm erobern.“ 

Aber noch sieht es so aus, als würde nicht einmal der Verlust des Kernlandes Baden-Württemberg, auf den die Union sich bereits mental einstellt, einen Putsch gegen sie auslösen. Ihre Gegner sind zu schwach, sie wurden kaltgestellt oder sie haben sich selbst aus dem Spiel genommen.

Roland Koch hat gerade der Politik Adieu gesagt und will in der Wirtschaft reüssieren. Sein Nachfolger in Hessen Volker Bouffier ist ein matter, unbekannter Abklatsch. Auf Stefan Mappus wird die Schmach lasten, Baden-Württemberg verloren zu haben. Norbert Röttgen hat die Hälfte der Fraktion gegen sich, weil er mal gegen, dann für, jetzt wieder gegen längere Atomlaufzeiten ist. Zudem kann er sich nicht entscheiden, ob er alles auf die Karte NRW setzt oder lieber Bundesumweltminister bleibt. Christian Wulff wäre ein Rivale, ist aber in die Watte von Schloss Bellevue gepackt. Thomas de Maizière, Minister ohne Fehl und Tadel, ist zu loyal für einen Coup.

Der einzige, der putschen könnte, ist Friedrich Merz. Man sieht ihm in diesen Tagen an, dass er wie ein Hund leidet unter dem Zustand seiner Partei. Er verfügt immer noch über große Sympathien, hat die nötige Entschlossenheit und die Nerven, die man für einen Coup braucht. Mit seiner Mischung aus konservativer Weltanschauung und wirtschaftlicher Kompetenz ist er eine Identifikationsfigur für die Union, die zahlreiche Nichtwähler zurückgewinnen könnte. Aber er ist nicht mehr Mitglied des Bundestages, und bislang waren die Kanzler stets Abgeordnete, selbst wenn das Grundgesetz dies nicht ausdrücklich verlangt.

„Nicht die Größe, vorgezogene Neuwahlen anzustreben“
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24 Kommentare zu "Angela Merkel: Angeschlagen und politisch ausgezehrt "

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  • Vok und Vaterland spielen in der Politik keine Rolle udn werden (nicht nur in Deutschland) ausschließlich als Finanzierungsquelle benutzt. Dazu paßt, daß die Enmtscheidungen ohne eine nachvollziehbare Standortbestimmung udn ohne ausreichede Folgenabschätung vorgenommen wird. Wir haben keine ethische Charta, auf der politische Entscheidungen, Gesetze und Regelungen beruhen müssen, alles ist zur individuellen Auslegungssache bei notwendiger formaler Mehrheitsbeschaffung geworden. Bezeichnend ist die HartzIV-Neuregelung. Der Mangel ist bereits im Grundgesetz angelegt, das den Wähler von der Abstimmung über konkrete Inhalte ausschließt, daher kann Politik ohne wirksames Korrektiv betrieben werden. Erst wenn Wahlen mit konkreten Inhalten verbunden werden, fallen auch die Folgen auf den Wähler zurück und es kann ein Lernprozess beginnen.

  • IM „Erika“:
    http://www.politik.de/forum/4754827-post1.html

  • In einem System macht nur der Karriere, der die Regeln des Systemes einhält, alle Parteien regeln selbst, wer in führende Positionen kommt, Parteien sind Zweckereinigungen, keine Gemeinschaften, die von gemeinsamer Sinnfindung bestimmt sind, Parteiprogramme spielen praktisch keine Rolle mehr, Politik ist damit der Sittenlosigkeit und Ethikfeindlichkeit preisgegeben worden. Parteienpolitik ist in Deutschland zum Kampf um die Macht verkommen, Personen und die Parteien haften nicht für die Ergebnisse.

  • Abstrafen druch Abwählen - alle und jeden!

  • Merz - nein danke! Er steht für keine Erneuerung der Demokratie, was die eigentliche Hauptaufgabe wäre, wie alle anderen auch, deren Namen hier gehandelt werden! Und Juristen und Beamte haben uns geduldetermaßen in die Lage gebracht, in der Deutschland sich befindet!

  • Friedrich Merz sollte sich einmal nächste Woche, medial begleitet, zu einem Plauderstündchen mit den Herren Gauck und Lammert treffen, den zwei in Deutschland zur absoluten Mangelware gewordenen Politikern, die noch Vertrauen genießen.

  • Christian Wulff wäre ein Rivale,

    das darf aber stark bezweifelt werden. Wulff ist ein stromlinienförmiger Typ ohne Ecken und Kanten

    Koch und Merz wären die einzigen, die gegen Merkel putschen könnten. Aber die hat Merkel ja entsorgt.
    Ihr großes Vorbild ist ja Katharina die Große. Wie wir wissen, hat die ihre Gegner alle meucheln lassen. Das geht ja heute nicht mehr. ABer Merkel wurde trotzdem alle los.
    Und Demokratie ist so irgendwie nach wie vor für Merkel ein Fremdwort. Sie will Macht und nur Macht. Sie braucht kein Volk. Honecker brauchte auch kein Volk.
    Merkel spielt Staatsratsvorsitzende und so sieht sie sich auch. Honecker wäre sehr zufrieden mit ihr
    Ihr Weiberhaufen den sie um sich geschart hat, ist nicht sehr gefährlich. Da haben wir diese entsetzel v. d. Leyen, die alles andere als CDU-Frau ist, die hat eine enorme sozialistische Ader und würde am liebsten schon die Kinder gleich von der Entbindungsstation in die staatliche Eriehung stecken, ganz in Merkels Sinne.
    Die CDU -und dies muß ja nicht das alte Wohnzimmer-Gefühl sein- alter Prägung mit einem bürgerlichen und ja, auch einem christlichen Wertekanon, gibt es nicht mehr. Das hat Merkel gründlich zerstört.
    Die CDU ist heute eine Ansammlung von hörigen Stiefelleckern, ganz wie es Diktatoren so gerne haben.
    Merkels Machtwille im guten Honecker-Sinne geht so weit, dass sie auch jede andere Gruppierung und Partei,die sich bildet, sogar von ehemaligen CDU-Leuten (Stadtkewitz z. B.) nicht hochkommen läßt, man stempelt alles sofort als rechtspopulistisch ab.
    Genau deswegen tut sich in diesem Land nichts. Die Deutschen werden ja ständig mit der Nazikeule gekloppt. Noch klappt das, aber wie lange noch?
    Frau Merkel mit ihrer DDR-Politik und dem völligen Zerlegen der CDU bereitet den Weg für rechtsradikale Parteien, das ist die große Gefahr die ich sehe
    Diese Frau muß weg und zwar dringend.
    Gibt es denn ind er CDU niemanden mehr, das das erkennt?

  • Merz wäre der richtige Mann, wenn er den Charakter und den Mut aufbringt auch mit Inkaufnahme eines möglichen Mißerfolges. Hat er diesen Charakter nicht, ist er auch nicht der richtige Mann.
    So einfach ist das.
    In der Geschichte der Union hat es immer Menschen gegeben,
    die in einer entscheidenden Situation versucht haben, das Ruder herum zu reißen, und die Partei auf eine neue Basis zu stellen. Wenn sie ausgestorben sind dann gute Nacht 2013.

  • Wofür steht Merkel eigentlich (ein)? Sie agiert nicht, sie reagiert, laviert und taktiert bestenfalls. Amtserhalt ist ihr Credo, Prinzipien sind unnützer Ballast und Leute mit (einem eigenen) Kopf stören nur.
    Vielen Dank auch Frau Merkel, dass Sie die Altersvorsorge der deutschen Arbeitnehmer durch Ihre Euro(pa)politik entwertet haben!
    Denn Eines steht "alternativlos" fest: Griechenland & co werden ihre Schulden nie mehr zurückzahlen, wenn die EZB ihnen nicht das Geld dafür druckt.

  • Man frag sich oft, was veranlasst die sogenannten Politiker
    eigentlich, alles durchzuwinken, um ja nicht vom Bannstrahl
    der Frau Merkel getroffen zu werden. Diese stupide Loyalität
    reiist den ganzen CDU-Laden ins Nirvana. Selbst Herr Röttgen
    oderb Herr Merz sind zu feige, mal ein persönliches Risiko
    einzugehen und gegen die 'Merkelei' vorzugehen.Die einzige Aktion sind die bitteren Minen von Kauder, Lammert, Röttgen, Merz etc etc. Alles Feiglingem die Angst um ihre Pfründe haben. Auch der Steuerzahler, der für Atom und Bankenvesagen bitter hinblättern muss - und das über Generationen- erwartet, daß endlich einer innerhalb der CDU aufsteht, und die verlorene Glaubwürdigkeit wiederherstellt.

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