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Angriff in Berlin Merkel will mit aller Härte und Entschlossenheit gegen Antisemitismus vorgehen

Zwei Kippaträger werden in Berlin angegriffen. Der Vorfall löst erneut eine Debatte über den schwelenden Antisemitismus in Deutschland aus.
18.04.2018 - 19:29 Uhr 3 Kommentare
An der Straßenecke Lychener Straße/Raumerstraße wurden  zwei Kippa tragende Männer beschimpft und attackiert. Quelle: dpa
Antisemitische Attacke

An der Straßenecke Lychener Straße/Raumerstraße wurden zwei Kippa tragende Männer beschimpft und attackiert.

(Foto: dpa)

Berlin Ein antisemitisch motivierter Angriff auf zwei Kippaträger in Berlin hat Empörung ausgelöst. Kanzlerin Angela Merkel mahnte am Mittwoch, mit Härte und Entschlossenheit gegen jegliche Form von Antisemitismus vorzugehen. „Dieser Kampf gegen solche antisemitischen Ausschreitungen muss gewonnen werden“, sagte sie nach einem Treffen mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten in Bad Schmiedeberg.

Nach Angaben der Polizei wurden im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg am Dienstagabend zwei junge Männer im Alter von 21 und 24 Jahren von drei Personen antisemitisch beleidigt und attackiert. Einer der Täter habe mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen eingeschlagen. Die Gruppe habe sich dann vom Tatort entfernt, sei jedoch von dem 21-Jährigen verfolgt worden. Der Schläger habe daraufhin eine Glasflasche genommen und versucht, den Verfolger damit zu schlagen. Eine Zeugin sei dazwischengegangen und habe Schlimmeres verhindert. Der 21-Jährige sei leicht verletzt worden.

Außenminister Heiko Maas sagte den Zeitungen der Funke-Gruppe: „Wenn junge Männer bei uns attackiert werden, nur weil sie eine Kippa tragen, ist das unerträglich.“ Juden dürften sich in Deutschland nie wieder bedroht fühlen. „Wir tragen Verantwortung dafür, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen.“ CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der „Berliner Zeitung“, dass es solche Vorfälle in Deutschland gebe, sei eine Schande und zutiefst verstörend. „Antisemitismus muss mit aller Kraft und Konsequenz bekämpft werden, egal aus welcher Ecke er kommt.“ Erst vor Kurzem hatte die Bundesregierung den ersten Antisemitismusbeauftragten eingesetzt.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, sagte, der Angriff zeige, wie wichtig es sei, Antisemitismus auf allen Ebenen entschieden entgegenzutreten und die Projekte und die Arbeit gegen Antisemitismus weiter zu stärken.

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    Der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), Levi Salomon, erklärte, jüdische und nichtjüdische Menschen sollten gerade jetzt die Kippa tragen. „Wir dürfen den öffentlichen Raum weder islamistischen noch rechtsextremen Antisemiten überlassen.“

    Die Deutsche Welle interviewte unterdessen einen Mann, bei dem es sich nach eigenen Worten um eines der Opfer handelt. Er sei israelischer Araber und nicht jüdischen Glaubens. Er habe zeigen wollen, „wie schrecklich es heutzutage ist, als Jude durch Berliner Straßen zu gehen“, sagte er dem Sender. 

    • rtr
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    3 Kommentare zu "Angriff in Berlin: Merkel will mit aller Härte und Entschlossenheit gegen Antisemitismus vorgehen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist doch eine Scheindebatte: Zwecks Provokation macht jemand etwas und wundert sich, dass es provoziert. Gehe ich mit Deutschlandflagge nach Israel bekomme ich auch "Streicheleinheiten", mit Palästinenserschal bin ich sicher gut in der Synagoge unterwegs. Mit Kippa auf ein Treffen von Neonazis. - Das soll eine repräsentative Aussage sein?

      Es ist eine Scheindebatte und eine scheinheilige Debatte. Dass weder Kopftücher noch Kippas im allgemeinen irgendeine Reaktion auslösen, das kann man nicht filmen, das kann unsere Kanzlerin nicht gegen uns gebrauchen.

      Es geht, 70 Jahre nach der Gründung Israels, nur darum, nur weiter aus uns rauszupressen. Obwohl das sogar gegen das Alte Testament ist und auch in Israel nur von einigen "Netanjahus" zur Rechtfertigung von allem mißbraucht wird.

      Am Jahrestag der Reichschristalnacht, an der eines der größten Verbrechen begann, fiel die Mauer. Weil ein Zettel fehlte. Israelis fühlen sich hier sicherer als in Israel. Aber die erfolgte Aussöhnung mißfällt einigen, denn mit Versöhnung liess sich schon bei Luther nichts verdienen, nur mit Fegefeuer.

    • Wir als Gesellschaft werden mit den gefährlichen Folgen von Merkels misslungener Migrationspolitik konfrontiert. Natürlich wird der Antisemitismus in seiner Wirkung stärker, wenn viele Menschen bei uns mit ihrer Suche nach politischer Identität von der etablierten Politik alleine gelassen werden. Merkel eignet sich mit ihrer einseitigen Pro-Israel-Politik und ihrer fehlenden Abwehrbereitschaft gegen schädliche Einflüsse von außen hervorragend als Projektionsfläche für die Wut über die fehlende Anerkennung, den Frust über das Nichtgelingen sowohl bei Zuwanderern ohne positive Perspektive als auch bei den vom sozialen Abstieg bedrohten Mittelschichten, deren Ablehnung gegen die sich liberal gebende Oberschicht aus echten Systemgewinnern stetig wächst. Der Antisemitismus wird sich weiter ausdifferenzieren und sich auch bei der extremen Linken neue Bündnispartner suchen. Nur eine wertkonservative Politik kann in Deutschland die Gesellschaft zersetzende Prozesse stoppen. Das geht nur ohne Merkel und ohne Annegret Kramp-Karrenbauer. Ich bin jedoch pessimistisch, es ist zu spät, da diese Vorgänge sehr dynamisch sind und Entscheider immer noch linear denken.

    • Das ist ja schön von Frau Merkel das sie gegen Antisemitismus im eigenen Lande vorgehen möchte.

      Ich frage mich an der Stelle nur, warum sie nicht gegen den grassierenden Deutschenhass hierzulande vorgeht und den Antigermanismus gegen Weiße, der immer weiter ausufert, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern vor allem auch in Südafrika.

      Kein Wort dazu von der Frau, die einen Eid zum Schutze desselbigen abgelegt hat.

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