Angst vor weiteren Zugriffen Schweigen über Datenklau sorgt für Empörung

Der groß angelegte Diebstahl von Mailadressen alarmiert die Politik. Die Grünen kritisieren, dass nicht sofort über den Datenklau informiert wurde. Die Union verspricht gesetzliche Konsequenzen noch in diesem Jahr.
Update: 22.01.2014 - 19:12 Uhr 7 Kommentare
Insgesamt sollen 16 Millionen Benutzerkonten gekapert worden sein. Quelle: dpa

Insgesamt sollen 16 Millionen Benutzerkonten gekapert worden sein.

(Foto: dpa)

BerlinDer millionenfache Diebstahl von Online-Zugangsdaten setzt die Politik unter Handlungsdruck. Die Grünen kritisieren vor allem, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wochenlang den Datenklau verschwiegen hat. Die Union kündigte an, noch in diesem Jahr die Regeln für die IT-Sicherheit deutlich zu verschärfen.

Zuvor hatte das BSI bestätigt, dass ihm der millionenfache Daten-Diebstahl schon seit Wochen bekannt war. „Wir wussten seit Dezember davon. Die Vorbereitungen, ein Verfahren aufzusetzen, das datenschutzgerecht ist und einer derart großen Zahl von Anfragen gewachsen ist, das bedurfte einer Vorbereitungszeit“, rechtfertigte BSI-Präsident Michael Hange im Bayerischen Rundfunk die Wartezeit.

Der Vizevorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, forderte von der Bundesregierung Aufklärung über den Vorgang. „Die Bundesregierung muss erklären, warum die Öffentlichkeit nicht unverzüglich über den massenhaften Identitätsdiebstahl informiert wurde“, sagte von Notz Handelsblatt Online. „Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist eine schnelle Information über Sicherheitslücken für deren Behebung essentiell.“ Von Notz nannte es widersprüchlich, dass das Bundesinnenministerium zwar eine umgehende Meldepflicht für derartige Verstöße bei Unternehmen fordere, zugleich aber selbst die Betroffenen in diesem Fall wochenlang nicht informiere.

Der Datenklau wird wohl ein parlamentarisches Nachspiel haben. Er gehe zwar davon aus, dass das BSI im Umgang mit den gestohlenen Nutzerdaten „sorgsam und umsichtig“ gehandelt und in Abstimmung mit den Datenschutzbehörden ein „datenschutzkonformes Verfahren“ aufgesetzt habe, sagte der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, Handelsblatt Online. „Trotzdem sollte es eine Überprüfung der Abläufe geben, um in solchen Fällen schneller handlungsfähig zu sein.“ Auch vor dem Hintergrund der Frage, wie das BSI gestärkt werden könne.

Dies werde sicher auch in den parlamentarischen Beratungen im Bundestag eine Rolle spielen, sagte Klingbeil weiter. „Die Behörde wird hier offene Fragen beantworten und Transparenz herstellen müssen. Dies ist sicher möglich, sobald die noch laufenden Ermittlungen abgeschlossen sind.“

Politisch werde es zudem darum gehen, das BSI und seine Unabhängigkeit zu stärken und die Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich der IT-Sicherheit „massiv“ auszubauen. „Viele Geschäftsmodelle und Dienstleistungen im Internet bauen auf der Verarbeitung persönlicher Daten auf“, sagte Klingbeil. „Es muss eine bestmögliche Sicherheit dieser Daten und der Infrastruktur gerade gegen Angriffe von außen gewährleistet werden.“ Dies müsse jetzt politisch vorangetrieben werden.

Die Dimension des Datenklaus sei „enorm“, seine tatsächlichen Auswirkungen aber noch nicht überschaubar, sagte grünen-Experte von Notz. „Es steht jedoch zu befürchten, dass durch die späte Information der Öffentlichkeit Zugriffe auf weitere Konten und Benutzerprofile erst ermöglicht wurden.“

Konkret geht es um etwa 16 Millionen Benutzerkonten, die gekapert wurden. Das BSI schaltete eine Webseite frei, auf der Bürger überprüfen können, ob sie betroffen sind. Die Seite war jedoch wegen der Flut der Anfragen am Dienstag kaum erreichbar. Nach BSI-Angaben sind inzwischen 12,6 Millionen Anfragen eingegangen. Die Zahl der Betroffenen liege mittlerweile bei 884.000, sagte Hange. Das BSI gehe von etwa acht Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Zum Teil handele es sich bei den gestohlenen Daten auch um veraltete und ausländische Mailadressen.

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7 Kommentare zu "Angst vor weiteren Zugriffen: Schweigen über Datenklau sorgt für Empörung"

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  • @Manfred
    Deutsch: Setzen Sechs. Satzbau: Setzen Sechs. Wem soll dieses Kauderwelsch helfen??

  • Daten eines menschens sind unantastbar die nsa hat ihre macht schon misbraucht jeden tag werden auf der welt über 100.000 emails geklaut oder spioniert fakt ist , die Deutschen müssen wissen das :
    eine e-mail mindestens alle 2-3 jahre geändert werden sollten

    Niemals gleiche passwörter für zb Fb inc. (facebook) YHHO (yahoo) benutzt werden sollten !

    das passwort sollte jede 2 monate gewechselt werden zb. (passwort 1 monats zb98xo05 2 monats qr0wzt3p).

    die IP adresse darf legal unter einem sogenannten proxy server geschützt werden dies könnte häckern die arbeit erschweren und nicht nur das ihr lokaler stand ort ist geschützt ! zb (auf facebook nachricht gesendet aus statt ----> barmbek (hamburg) <---- können sie den ort auf
    ----> Sterling (illinois)<---- ändern !! einfach bei chrome store proxy switchy sharp und auf spys.ru auswählen und getahn (dies sollte aber auch wie ein passwort immer geändert werden) .

    ich hoffe ich konnte soetwas helfen :)

  • Die Politik wird dem Internet immer hinterher laufen. Sie hat keinen Blick in die heutigen Realitäten. Selbst für Merkel ist das Internet heute noch Neuland! Was für ein Ausspruch einer Kanzlerin? Müssen wir uns wundern, dass uns die NSA bis ins Detail ausspioniert? Die deutsche Hehlerei ist unerträglich, wenn man behauptet, die Affäre sei beendet! Wo bleiben die Rücktritte von Merkel, Friedrich und Pofalla aD?

  • nicht unsachlich werden. Das Bundesamt hat genau richtig gehandelt.
    Wenn jemand gewerbsmässig betrügt, geht die Polizei auch nicht sofort bei Bekanntwerden an die Öffentlichkeit, nach der Methode - ich weiß was -. Aus ermittlungstaktischen Gründen muss zunächst Stillschweigen bewahrt werden, man muss doch nicht die Chancen vertun, diese Verbrecher zu finden. Je länger die nicht ahnen, dass man schon hinter ihnen her ist, desto grösser die Möglichkeiten.
    Und sofort eine Webside zur Verfügung zu stellen, um feststellen zu können, ob man selber betroffen ist, ist man ein wirklich guter Service.
    Es scheint aber so, dass man mittlerweile durch Twitter, Facebook und Co und die entsprechenden Klatschmedien zum Eindruck gelangen könnte, dass immer alles in die Öffentlichkeit gezerrt werden muss.
    Kommt mal wieder back to normal.

  • Wo kommen wir hin, wenn Politik etwas schneller reagieren wüerde zum Wohl der Bürger.
    Reicht schon das Politik schnell sein muss, eigene Diaeten zu erhöhen.
    Das noch in dießem Jahr Aenderung erfolgen soll ist dch schon ein Vorteil, 31.12. haben wir bald.

  • Wozu eine Behörde für Datensicherheit, wenn die wie im aktuellen Fall dann nichts unternimmt. Zu spät reagieren ist gleichwertig mit nichts tun. Diese Leute kassieren Steuergelder als Besoldung für ihre Untätigkeit. Dann sollte diese Behörde aber ganz schnell aufgelöst werden. Als H4-Empfänger ist dieser Verein dann billiger für uns als Steuerzahler....

  • Schwachsinn, jeden Tag werden Millionen E-Mails geklaut, versucht zu hacken oder anderweitig zu verwenden, weil auch jeden Tag Millionnen neu generiert werden.

    Merkt da einer eigentlich noch irgendwas?
    Warten die alle auf den großen Bruder?
    Oder auf ne CD mit noch mehr Daten?
    *kopfschüttel*, für sowas ist das Amt flüssig, ganz überflüssig.

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