Anne Will „Sind wir nicht alle ein bisschen Guttenberg?“

Das Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg macht auch vor „Anne Will“ nicht halt. Doch die TV-Talkerin enttäuschte mit einer farblosen Debatte: Sie hatte kaum Guttenberg-Kritiker eingeladen, sondern bloß Gutti-Fans.
  • Christian Bartels
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Das Comeback Karl-Theodor zu Guttenbergs beschäftigte auch Anne Will in ihrer Talkshow. Quelle: dapd

Das Comeback Karl-Theodor zu Guttenbergs beschäftigte auch Anne Will in ihrer Talkshow.

(Foto: dapd)

BerlinEigentlich erwartet man mittwochabends in der ARD zurzeit keine aktuell-politischen Diskussionen. Gestern aber hatte Anne Will tatsächlich die erste Talkshow zum Medien-Topthema des Karl Theodor zu Guttenberg-Comeback-Versuchs (zumindest davon abgesehen, dass am Dienstag in Sandra Maischbergers "Droht die Ökodiktatur?"-Diskussion auch des Ex-Ministers Vater Enoch zu Guttenberg gastierte...).

Um den Sendungstitel "Guttenbergs Comeback - vorerst gescheitert?" bis zum Fragezeichen mit Leben zu füllen, war Wills Runde jedoch klar fehlbesetzt. Außer "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges befand sich gar kein Gegner des Freiherrn darin. 

Der bedächtige CSU-Politiker Michael Glos hantierte zwar etwas unglücklich mit den Begriffen "Schauspieler" und "blendend", wollte aber - anders als bekanntlich so einige Parteifreunde derzeit - kein böses Wort über Guttenberg verlieren. Medienwissenschafts-Professor Norbert Bolz nannte den Ex-Verteidigungsminister geradezu überschwänglich den "seit Ewigkeiten ersten charismatischen Politiker, den wir in Deutschland hatten"; daher habe er eine "sehr hohe Fallhöhe" besessen und auf der Linken Angst ausgelöst. Weil Will fast vollständig darauf verzichtete, den Redefluss ihrer Gäste zu begrenzen, fuhr Bolz ungebremst fort, dass andererseits das Plagiat der Doktorarbeit Betrug bleibe, "Plagiat ist eine Todsünde - in der Welt der Wissenschaft". Aber Linken würden solche Sünden viel leichter vergeben als Rechten - so in etwa Bolz' komplex professorales Gedankengebäude, aus dem jedenfalls jede Menge Sympathie für den Freiherrn sprach.

Da wollte Michael Spreng, einst Edmund Stoibers Bundestags-Wahlkampfleiter und längst vor allem als Talkshowgast bekannt, nicht nachstehen und formulierte erheblich prägnanter: "Wenn wir ehrlich sind, sind wir ja alle ein bisschen Guttenberg". Wir alle hätten ihn "zu einem Popstar gemacht".

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21 Kommentare zu "Anne Will: „Sind wir nicht alle ein bisschen Guttenberg?“"

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  • Jörges ist so im Windschatten der 68iger groß geworden.
    Ein richtiger 68iger ist er nicht vom Alter her, er hat so die Ausläufe mit erlebt.
    Das kommt bei ihm noch durch und außerdem ist er extrem links.
    Aber wie er sich da gestern benommen hat, das war schon hammerhart.
    Das war ein rein diktatorisches Gehabe, aber klar, die Linken sind nichts anderes als Diktatoren

  • Bingo.
    Es ist ja auch komisch, dass nur auf Guttenberg derart eingedroschen wird.
    Von den anderen Politikern, die ihre Dr.-Arbeiten gefälscht haben, hört man nichts mehr. Sie sind aber im Gegensatz zu Guttenberg, alle noch in ihren Ämtern.
    Sehr merkwürdig.
    Mit welchem Maß wird da also gemessen?
    Wer hat so ein Rieseninteresse daran, Guttenberg platt zu machen und warum?

  • Recher Terror? Nur weil man auch Mißstände der verfehtlen Zuwanderungspolitik benennt?
    Wenn also prmanet Deutsche ins Koma geprügelt werden oder mit dem Messer niedergestochen, wenn Ehrenmorde passierne udn man das kritisiert, ist das Nazi?
    Also da fällt mir nichts mehr zu ein.
    Sie sind offensichtlich ein strammer Grünr also ein Antideutscher oder irgendwie von einem andferen Stern
    Ich würde allen solchen wie Ihenn raten, ziehen Sie mal in solche Türkenghettos bevor Sie ständig Nazi schreien, nur weil bei usn mal Kritik aufkommtQN6

  • SDie haben sich wohl verschrieben.
    Nicht was links steht ist Nazi, sondern was rechts von der CDU steht.

    Abr sonst haben Sie Recht. Jörges war wirklich entsetzlich. Ixch fidne ohnehin, dass er mit zunehmendem Alter immer schlimemr wird. Er war ja imemr ein strammer Linker, aber gesern war er schon extrem.

  • 01.12.2011, 15:34 UhrIhr Kommentar:

    # Monika Müller folgte dem allen mit enorm skeptischen Blick und sagte wie auf Knopfdruck "Ich kenne ihn privat", als sei sie eine von Loriot zu Zwecken der Talkshow-Persiflage ausgedachte Figur. #

    Sehr richtig beobachtet. Wann merken die Öffentlich-Rechtlichen endlich, wie blöd sie sind. Sie merken nicht, dass sie zu ihrer eigenen Persiflage geworden sind. Ich beantworte seit längerem keine GEZ-Schreiben mehr.

    Nach Peer Steinbrück will man uns jetzt auch noch einen weiteren perfekten Hochstapler und Schaumschläger/Bilderberger/Nordatlantiker zumuten.

  • Herr Joerges...Peinlich und auf einem Auge blind.
    Je dümmer das Einschlagen auf K.T.zu GUttenberg von schreibenden Stümpern, desto größer der Beifall. Joerges hat 2 Gesichter.1. Biedermann und Intrigant. 2. Brandstifter. Mich überkommt fast Mitleid, wenn ich diesen getriebenen Tollpatsch im Politischen Porzellanladen beobachte. Je schwachsinniger die Sprüche, desto größer der Beifall. Er könnte im Zirkus Krone als Pausen-Clown autreten.

  • Auch ich habe die Sendung von Frau Will gesehen und die Äußerungen der Menschen und speziell der Frau aus Guttenberg im Landkreis Kulmbach zur Kenntnis genommen. Aufgeregt hat mich das nicht, denn im Heimatort des Herren von und zu G. wird es wohl eher wenig Kritiker geben – irgendwie logisch!
    Eine Aussage dieser Dame hat mir aber gefallen und zwar dass die Universität Bayreuth das nicht schon viel früher bemerkt haben möchte. So schrieb das Handelsblatt am 24.2.2011 von finanziellen Verwicklungen der Universität Bayreuth mit dem Rhön Klinikum, in deren Aufsichtsrat Herr von und zu G. Saß. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doktortitel-fuer-den-uni-sponsor/3878432.html
    Des weiteren ist auf den Seiten von Artzwiki http://www.arztwiki.de/wiki/Rh%C3%B6n-Kliniken folgendes zu lesen und ich hoffe, dass ich jetzt korrekt zitiere: „Die RKA gehört zu den Stiftern des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Das Institut unterstützt dafür die RKA bei strategischen Projekten im Bereich der neuen Medien. Geschäftsführender Direktor des Instituts ist Eckhard Nagel, Mitglied des Nationalen Ethikrats. Zu den Kooperationspartnern des Instituts gehört außer der RKA u.a. Novartis.“
    Was also auch immer dahinter steckt, ein „kleines Gschmäckle“ auf gut schwäbisch und Professor Häberle, Guttenbergs Doktorvater ist ja Schwabe, hat das Ganze schon. Ich denke, dass dem Betreuer der Doktorarbeit damals solche Fehler hätten auffallen müssen und er das Ganze in die richtige Richtung hätte lenken müssen. Eines ist nämlich bemerkenswert: eine Doktorarbeit wurde einst mit der Bestnote summa cum laude ausgezeichnet und später wurde festgestellt, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zuging???

  • Warum wird die Will kritisiert, wo sie sich doch genauso schäbig wie die übrigen Medienvertreter benimmt: Man kreiert ein Thema und saugt es aus, alles in der verzweifelten Hoffnung, Quote zu machen.
    Künstlich geschaffen ist tatsächlich die Behauptung, daß zG sein Comeback in die Politik plant. Gibt es von ihm eine Aussage? Nein! Aber das hindert die Medienstricher nicht, schamlos eine Behauptung aufzustellen und so zu tun, als ob sie stichhaltig ist. Es wird also künstlich ein Strohfeuer angefacht.
    Eine sachliche Auseinandersetzung war nie gewollt, sondern man hat versucht, ein altes Thema nochmals neu auszuschlachten – so wie man den Teebeutel ein zweites Mal benutzt.
    DeLorenzo hat ein Interview geführt und das Ergebnis rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft herausgebracht - was hatte das mit zG's Teilnahme an der Konferenz in Halifax zu tun? Nichts! Aber von der SZ über die FAZ bis hin zum HB zeigte man sich eifersüchtig, weil man die Idee mit dem Interviewbuch nicht selbst hatte oder zumindest realisieren konnte. In der Tat sind 200 Seiten nicht billiger zu produzieren da kann man schon grün vor Neid anlaufen!
    Charakterlich ungefestigte Personen wie diesen Seehofer, der ein Problem mit den Tatsachen hat, als Kronzeuge gegen zG zu verwenden zeigt doch wie verzweifelt man ist die Emotionen hoch zu halten. Armselig, wer so sein Geld als Lohnschreiberling verdienen muß. Die Causa zG schadet weniger der Person zG, als vielmehr dem Journalismus in Deutschland. Die haben ihre Maske abgelegt und gezeigt, daß es nicht um Sachlichkeit sondern nur noch um Stimmungsmache geht.
    Ich möchte gerne mal wissen, wie sich die Auflage der FAZ und des Handelsblattes seit dem Frühjahr entwickelt hat.

  • Rechter Terror ? Eher linker Terror von Steinewerfern, Autonomen, Schienenzersägern, Prüglern gegen Polizisten !

    Als Ersatz-Demokratie wird die linke Gewalt zugelassen, wo Autonome immer wieder ihre Gewalt-Exzesse abhalten dürfen und die Polizei als Prügel-Knabe herhalten muss. DIe Medien verharmlosen da und gratulieren zu neuem Kastor-Rekord (ARD, ZDF in den Nachrichten). Also machen die Autonomen ja alles richtig oder WAS ??

    Diese von oben erlaubte Gewalt-Demokratie der Linken und Grünen soll nur ein Ersatzventil fürs Volk sein als Illusion dass man in Freiheit und Demokratie lebt.

    Bei den eigentlichen Entscheidungen haben wir nix mit zuentscheiden da werden wir nur belpgen hingehalten, und über GEZ-TV verblödet (Koch-Shows usw.).

  • Welches der Medien traut sich schon was gegen die Leute in der aktiven Politik zu sagen? Bei Guttenberg geht es um eine Doktorarbeit. Eigentlich ist diese Person voellig unwichtig.

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