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Annegret Kramp-Karrenbauer Zwischen Karneval und neuem Parteiprogramm – Warum AKK die Nummer eins der CDU ist

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die unangefochtene Nummer eins der CDU – das gilt auch nach ihrem Auftritt als Büttenrednerin in der Karnevalswoche.
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Derzeit läuft für sie alles nach Plan. Quelle: Reuters
Annegret Kramp-Karrenbauer

Derzeit läuft für sie alles nach Plan.

(Foto: Reuters)

BerlinDie CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer befand sich am Aschermittwoch gerade auf dem Weg nach Demmin, einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, als sich die Nachricht verbreitete: Friedrich Merz, 63, soll Vizepräsident des Wirtschaftsrats der CDU werden, einem parteinahen Unternehmerverband, dessen Präsidium er seit 20 Jahren angehört.

Besser hätte der Tag für Kramp-Karrenbauer wohl nicht beginnen können: Merz würde damit zwar inhaltlich weiter mitarbeiten, erhebt aber keinen Anspruch auf mehr. Es ist genau das, was sie sich vorgestellt hatte.

In Demmin dann hielt „AKK“, wie die 56-Jährige in der Partei genannt wird, auf Wunsch der Kanzlerin in diesem Jahr die Rede beim politischen Aschermittwoch. Und Kramp-Karrenbauer, die erfahrene Büttenrednerin, die im Saarland traditionell als „Putzfrau Gretel“ auftritt, nahm das Angebot gerne an.

Das war nicht nur ein Zeichen für die kontrollierte Wachablösung zwischen Merkel und Kramp-Karrenbauer. Die neue CDU-Chefin wollte die Bühne in der norddeutschen Tiefebene auch mit Blick auf drei schwierige Landtagswahlen in Ostdeutschland für sich nutzen.

Kramp-Karrenbauer, die 18 Jahre lang im saarländischen Kabinett saß, kennt als Multi-Ministerin viele Themen im Detail – und alle politischen Tricks. Seit Anfang Dezember 2018 ist sie Vorsitzende der Partei. Und jetzt will sie zeigen, wie der geplante Wechsel von einer CDU-Kanzlerschaft zur nächsten gelingen kann.

Seit dieser Woche sieht das auch besser aus denn je. Als das Narrengericht in Stockach Kramp-Karrenbauer vor ein paar Tagen als „taffe Emanze“ anklagte, konterte sie in ihrer Verteidigungsrede mit einem Witz über Toiletten für das dritte Geschlecht.

Tagelang arbeiteten sich die politischen Gegner daran ab, der Grünen-Politiker Robert Habeck beispielsweise forderte eine Entschuldigung – es ist ein Zeichen, wie ernst sie längst genommen wird. Und: Was für manche nur billiger Populismus auf Kosten von Minderheiten war, wärmte vielen Konservativen in der Partei nach den stocknüchternen Merkel-Jahren die Herzen.

Von Emanzen und Machos

Ihr sei es nur um „Emanzen, um Machos, um das Verhältnis von Männern und Frauen“ gegangen, wie Kramp-Karrenbauer in Demmin erklärte. Dabei haben sich die alten Herren der Partei längst um sie geschart. Sie mache ihre Arbeit „sehr gut“, sagte etwa Wolfgang Schäuble am Rosenmontag. Der CDU-Grande hatte Merz immer protegiert, erklärte dessen Comeback-Pläne aber nun für „abgeschlossen“.

Annegret Kramp-Karrenbauer macht ihre Arbeit sehr gut. Wolfgang Schäuble, ehemaliger CDU-Parteichef

Die politische Karnevalssession hätte für die Saarländerin also nicht besser laufen können. Kein Wunder, dass auch Fraktionschef Ralph Brinkhaus sie als neue Kanzlerkandidatin sieht. Und CSU-Chef Markus Söder stellte bei seiner Aschermittwochsrede klar, dass zwischen ihm und AKK „kein Blatt“ passe.

Wann der Wechsel nun folgt, das wissen nicht einmal Merkel und Kramp-Karrenbauer so genau. Aber sie sind vorbereitet. Seit Anfang dieses Jahres sitzt Kramp-Karrenbauer mit im Koalitionsausschuss. In der Parteizentrale arbeitet sie zudem an einem neuen Grundsatzprogramm – und revitalisiert damit die Basis mit Debatten.

Sollte die SPD der Koalition treu bleiben, dürfte alles nach Plan laufen: Im Falle von Verlusten bei der Europawahl oder bei Landtagswahlen in Sachsen oder Thüringen zieht Merkel den Ärger auf sich; bei Siegen steht Kramp-Karrenbauer als neuer Star da.
Damit könnte sie sich auf dem Parteitag im Jahr 2020 zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl – und damit fürs Kanzleramt – wählen lassen.

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