Anschlag von Magdeburg: „Nicht daran gewöhnen, dass Menschen Leid verursachen“
Herr Erzbischof, wie wollen Sie nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg noch Weihnachten feiern?
Das fällt mir sehr schwer, insbesondere bei den Gedanken an die Opfer der Tat. Zwei Tage nach dem Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass so etwas Schreckliches sich erneut ereignet.
Und trotzdem?
Müssen wir als Christen Weihnachten feiern. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Menschen Unfrieden säen, unsägliches Leid verursachen und unsere Gesellschaft spalten wollen. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, weil an Weihnachten Gott Mensch geworden ist, einer von uns, ein verletzlicher Mensch. Weihnachten ist gleichzeitig das Fest der Ohnmacht und der Hoffnung! Und in diesem Jahr besonders das Fest der Trauer und des Mit-Leidens mit den Opfern von Magdeburg.
2025 wird auch wirtschaftlich schwierig. Viele Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz. Was sagen Sie denen ?
Ich nehme die Sorgen erst mal sehr ernst. Ich versuche, mit den Menschen aber auch konkret ins Gespräch darüber zu kommen.