Anti-Islam-Bündnis „,Pegida'-Demonstranten sind keine arglosen Bürger“

Nazis will er die Demonstranten nicht nennen, aber ihre Forderungen seien rechts: SPD-Vize Ralf Stegner hat „Pegida“ kritisiert. Auch der Zentralrat der Muslime reagiert –fordert allerdings etwas anderes.
Update: 20.12.2014 - 11:00 Uhr 16 Kommentare
Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden: Die Mitte der Gesellschaft demonstriere nicht gegen Flüchtlinge, so Stegner. Quelle: dpa

Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden: Die Mitte der Gesellschaft demonstriere nicht gegen Flüchtlinge, so Stegner.

(Foto: dpa)

Kiel/ BerlinSPD-Bundesvize Ralf Stegner hat die regelmäßigen Demonstrationen des Anti-Islam-Bündnisses „Pegida“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) scharf kritisiert. Er wolle keinesfalls Tausende Demonstranten als Nazis bezeichnen, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur. „Aber arglose Bürger, die nicht wissen, was dort geschieht, sind das nicht. Das müssten solche sein, die Augen, Ohren und Nase zuhalten. Das stinkt nämlich, das ist inhaltlich rechts und das kann man hören und sehen.“

Die Mitte der Gesellschaft demonstriere nicht gegen Flüchtlinge, sagte Stegner. Es gebe dafür im reichen Deutschland keinerlei Grund. „Der Satz „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber..“ ist in beiden Satzteilen falsch“, sagte Stegner. Behauptungen, Flüchtlinge wollten alle die deutschen Sozialsysteme unterwandern, seien „rechter Unfug“. Stegner: „Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie vor Bürgerkrieg, Verfolgung oder bitterer Armut fliehen müssen.“

Natürlich müsse den Kommunen dabei geholfen werden, Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu lösen. Die Veranstalter der „Pegida“-Demonstrationen in Dresden versuchten jedoch, durch Hetze Nährboden zu finden für rechten Ungeist. „Es ist wahrscheinlicher, in Sachsen einen fünf Wochen andauernden Schneesturm zu erleben als eine Islamisierung.“

Der Zentralrat der Muslime ruft hingegen dazu auf, sich mit den Anhängern der islamfeindlichen Bewegung Pegida ernsthaft auseinanderzusetzen. Diese Menschen hätten beispielsweise Angst vor einer weiter aufklaffenden „Schere zwischen Arm und Reich“, Angst vor Arbeitsplatzverlust und Angst, „dass sie ihre Rente nicht bekommen“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek am Samstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen“, forderte er.

Mazyek wies zugleich darauf hin, dass einige „Rädelsführer, auch Rechtsradikale“, bei Pegida versuchten, „diese Themen zu islamisieren“. Der Begriff Islamisierung werde dabei als Deckmantel benutzt. Die Politik müsse sich mehr um die sozialen Sorgen der Menschen kümmern, verlangte Mazyek.

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16 Kommentare zu "Anti-Islam-Bündnis: „,Pegida'-Demonstranten sind keine arglosen Bürger“"

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  • Soso, Herr Stegner möchte die Pegida-Demonstranten nicht als Nazis bezeichnen...
    Dieser rhetorische Kniff entlarvt sein Denken - er tut es damit doch, nur macht er es juristisch korrekt.

    Das ist genau die Krux: Politiker wie Herr Stegner kommen derart arrogant und selbstgerecht daher und ziehen erst mal alles durch einen braunen Kakao, was nicht in ihr Weltbild passt. Das verspielt bei den meisten Mitbürgern jeglichen schmalen Kredit, den ein Politiker - noch - haben könnte.

    Politik heißt doch Diskussion, Auseinandersetzung mit politischen Gegnern / Partnern, und damit Austausch von sachlichen Argumenten, und Zuhören.
    Das kann und will Herr Stegner offensichtlich nicht. Ich will ihn nicht als Anti-Demokraten bezeichnen ...

  • Warum? Weil er in einer Ecke steht, in der es mindestens genauso stinkt, wie in der Ecke, die er beschimpft. Möglicherweise wird sein Denkvermögen dadurch beeinträchtigt.

  • Wo ist eigentlich Stanislaw Tillich??
    Ist er nicht eigentlich MP in Sachsen mit Sitz in Dresden ??
    Die Demos finden auf seinem Schlosshof statt und er ist bisher erfolgreich abgetaucht.
    Bequemlichkeit der Politiker .....
    Ich wohne in Sachsen und sehe und höre ihn nicht .

  • Warum weigert sich Hr. Stegner die Meldungen der Medien, weltweit über den Islam und seine Mordtaten zu kenntnis zu nehmen und zu bekämpfen? Ist seine Unterstützung, auch finanziell, so hoch??

  • „,Pegida'-Demonstranten sind keine arglosen Bürger“


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    „,Pegida'-Demonstranten sind keine arglosen Bürger“

    Es wird aber schon bald...

    eine ...PEGIDA ähnliche Gruppierung geben...

    dass EUROPA-WEIT...sich als Partei etablieren wird...

    und mehr an politischer Bedeutung gewinnen wird...

    als es die heutige " EU " hat...

    als es die heutige Grünen haben...

    als es die heutige Linke haben...

    als es egal welche andere kleinere Parteien haben.

    UND DIESE ENTWICKLUNG MACHT DER POLITIK IN EUROPA ANGST !!!











  • „Staat muss Identität des deutschen Volkes erhalten.“
    Das massenweise Nachwerfen von BRD-Pässen an außereuropäische Ausländer ist klar grundgesetzwidrig. Zudem stellt leider ein Großteil dieser Ausländer ihre Ideologie (Islam) über das Grundgesetz . 1987 richtete sich das Bundesverfassungsgericht nicht danach, was die „islamisierte Politik“ will:
    „Das Festhalten an der deutschen Staatsangehörigkeit in Art. 116 (1), 16 (1) GG und damit an der bisherigen Identität des Volkes des deutschen Staates ist normativer Ausdruck dieses Verständnisses und dieser Grundentscheidung. Aus dem Wahrungsgebot folgt insbesondere die verfassungsrechtliche Pflicht, die Identität des deutschen Volkes zu erhalten.
    BVG 1987

  • Es ist ein Skandal, die indigene Bevölkerung als ein Haufen von Reaktionären , Nazis, ja verhinderten Mördern zu verunglimpfen, sobald sie mitbestimmen möchte, mit welcher Sorte von Menschen sie in ihrem eigenem Land zusammenzuleben wünscht und mit welcher nicht. Migranten sind keine Touristen. Das hier ist immer noch Deutschland und nicht der Circus Roncalli.

  • Linkspartei -- Partei der Arbeiterhasser und Unterschichtenfeinde

    Eine Partei, die Hass auf Zuwanderer und Flüchtlinge predige, sei eine „Schande für Deutschland“, fügte der Linkenchef hinzu. „Die AfD entwickelt sich immer mehr zum legalen Arm der braunen Hassbanden. Es ist erschütternd, mit welcher Offenheit hier im braunen Sumpf gefischt wird.“
    Einfach nur widerlich. Wenn man Riexingers Hassreden liest, kann es einem nur grauen. Riexinger scheint nicht es gleichgültig sein, dass bei den PeGiDa Protesten die unteren sozialen Schichten demonstrieren. So wie Riexinger spricht kein Demokrat, so spricht auch niemand, der auch nur den geringsten Respekt gegenüber den Unterschichten und kleinen Leuten hat. An dieser widerwärtigen Hetze gegen diese Volksbewegung von unten zeigt sich wieder was die Linkspartei unter „sozialer Gerechtigkeit“ und „linker“ Politik versteht - jedenfalls kein Eintreten für die unteren Schichten, und „die da unten“. Die Linkspartei mutiert immer zu einer Partei der Arbeiterhasser und Unterschichtenfeinde.

  • @Marcel Europaaer
    Wer ernsthaft Herrn Jakob Augstein zitiert, disqualifiziert sich schon allein deshalb für die Debatte unter gebildeten u. aufgeklärten Menschen. Selbst Linke mit einem gewissen Bildungsgrad schämen sich für die Auslassungen eines Augsteins.

  • In Kürze wird PEGIDA allein in Punkto Facebook-Likes die älteste Partei Deutschland, die SPD, mit 80.000 Sympathisanten überholen! Wahnsinn!

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