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Antrag im Bundestag Liberale fordern naturwissenschaftlich-technische Bildungsoffensive

Die Bundesregierung tut aus Sicht der FDP zu wenig, um Schüler für Natur und Technik zu begeistern. Das könnte sich rächen, weil entsprechende Qualifikationen immer wichtiger werden.
08.10.2020 - 18:29 Uhr Kommentieren
Mehr Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer wecken. Quelle: imago/Olaf Döring
Studenten beim Mikroskopie-Kurs

Mehr Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer wecken.

(Foto: imago/Olaf Döring)

Berlin Die Bewältigung des Klimawandels, die Industrie 4.0, die durch Corona beschleunigte Digitalisierung – die Einsatzfelder für Fachkräfte mit einem Abschluss in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) werden täglich größer. Doch das Angebot hält mit der Nachfrage nicht Schritt.

So hat sich die Zahl der offenen Stellen, die eine MINT-Qualifikation erfordern, von 2010 bis 2019 mehr als verdoppelt. Hatte die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Jahresdurchschnitt 2010 rund 97.000 entsprechende Jobs im Angebot, so waren es im vergangenen Jahr bereits 229.000.

Zwar ist die sogenannte MINT-Fachkräftelücke, die die Zahl der offenen Stellen in Relation zur Zahl der Arbeitslosen mit entsprechender Qualifikation setzt, zuletzt wegen der Corona-bedingten Einstellungszurückhaltung der Unternehmen leicht gesunken.

Dennoch sieht die FDP dringenden Handlungsbedarf: „Die MINT-Fachkräftelücke zeigt, dass das bisherige Engagement der Bundesregierung bislang nicht ausreicht“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Katja Suding. „Um Kinder für MINT-Fächer zu begeistern und so langfristig die künftige Wirtschaftskraft unseres Landes zu sichern, brauchen wir daher eine echte MINT-Offensive.“

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    Die Liberalen haben einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der an diesem Freitag vom Parlament debattiert wird. Darin fordern sie unter anderem eine stärkere Auseinandersetzung mit Natur und Technik schon in der frühkindlichen Bildung, eine bessere Förderung gerade von Frauen und Mädchen und mehr experimentelles Lernen anstelle des klassischen Frontalunterrichts in den Schulen.

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    Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, verweist zudem auf Tausende MINT-Initiativen und Ehrenamtler, die die Not der Schulen linderten und Bildungsdefizite ausglichen. „Die Kultusbürokratien dürfen sich darauf nicht länger ausruhen, sondern müssen zukunftsfitte Gesamtkonzepte entwickeln, die die Ehrenamtler und außerschulische Bildung als integralen Bestandteil von Anfang an einbeziehen“, fordert Sattelberger.

    MINT-Aktionsplan vor eineinhalb Jahren

    Das Ressort von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) teilt zwar in der Antwort auf eine schriftliche Frage der FDP mit, dass das Engagement der Bundesregierung Wirkung zeige und Deutschland bei der MINT-Bildung im Industrieländervergleich überdurchschnittlich gut abschneide. Allerdings werden seit 2012 die Leistungen deutscher Schüler in den MINT-Fächern schwächer.

    Vor gut eineinhalb Jahren hatte die Große Koalition einen MINT-Aktionsplan vorgelegt, der unter anderem vorsieht, mehr Kinder und Jugendliche für naturwissenschaftlich-technische Fächer zu begeistern und mehr entsprechend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.

    Tatsächlich ist die Zahl der Studienanfänger und -absolventen mit MINT-Qualifikation seit 2010 kräftig gestiegen – aber nicht so stark wie die Zahl der entsprechenden Jobangebote. Und der Frauenanteil unter den Studienanfängern beträgt mittlerweile immerhin rund ein Drittel.

    Der FDP reicht das aber nicht. So seien viele Schulen bis heute technisch gar nicht in der Lage oder hätten zu wenig qualifiziertes Lehrpersonal, um digitale Bildungsangebote anbieten zu können. „Mit einem Digitalpakt 2.0 hätte die Bundesbildungsministerin längst die technische Ausstattung an Schulen verbessern und Lehrkräften endlich hochwertige Weiterbildung für digitale Didaktik ermöglichen können“, sagt Suding.

    Mehr: Schulgipfel – Merkel macht Bildung in Coronazeiten zur Chefsache

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